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Legende: Audio Trump und die Journalisten abspielen. Laufzeit 04:00 Minuten.
04:00 min, aus SRF 4 News aktuell vom 26.04.2019.
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Gala-Dinner für Journalisten «Unter Trump hat sich sehr viel geändert»

Er fände die Veranstaltung «langweilig und negativ». So äusserte sich US-Präsident Donald Trump über das «White House Correspondent's Dinner», das Gala-Dinner der Hauptstadtpresse. Aus diesem Grund werde er auch dieses Jahr dem Event fernbleiben – bereits zum dritten Mal in Folge. Organisiert wird der Event jeweils von der Vereinigung der Journalisten, die über das Weisse Haus und den US-Präsidenten berichten. Für Journalist Jeff Mason hat sich die Arbeit unter Donald Trump grundlegend geändert.

Jeff Mason

Jeff Mason

Journalist

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Jeff Mason berichtet für die Nachrichtenagentur Thomson Reuters über das Weisse Haus und ist Mitglied der Journalisten-Vereinigung, die das Gala-Dinner organisiert. Bei Trumps Amtsantritt 2017 war er deren Präsident.

SRF News: Wie wird die erneute Absage von Präsident Trump unter den Korrespondenten im Weissen Haus kommentiert?

Jeff Mason: Wir haben nicht erwartet, dass er kommen wird, obwohl er es gesagt hat. Ich bin der Meinung, dass er wahrscheinlich nie kommen wird, aber wir kommen damit klar. Es ist seine Entscheidung. Das Dinner ist jetzt etwas für uns Journalisten.

Leute am Tisch.
Legende: Am «White House Correspondent's Dinner» werden auch Awards für journalistische Leistungen verliehen. Reuters/Archiv

Verpasst Donald Trump mit dieser Absage nicht eine Chance, weil er beim Dinner bei den kritischen Medien besser ankommen könnte?

Ich weiss nicht, ob er bei den kritischen Medien besser ankommen möchte. Das ist seine Entscheidung. Er muss für sich wissen, wie er das macht.

Mann vor Mikrofon.
Legende: Am Event nehmen auch Showgrössen teil, wie hier der Comedian Hasan Minhaj. Reuters/Archiv

Sie sind ja schon länger als Korrespondent im Weissen Haus tätig. Wie hat sich Ihre Arbeit unter Donald Trump verändert?

Es hat sich sehr viel geändert. Wir haben viele Sachen ändern müssen; zum Beispiel muss man schon um sechs Uhr morgens im Büro sein, weil er dann anfängt zu twittern. Das ist ein lustiges Beispiel.

Ich würde nicht sagen, dass es unter Donald Trump einfacher geworden ist.

Das Verhältnis zwischen der Presse und dem Weissen Haus ist relativ anstrengend. Wir Journalisten haben uns angepasst. Es ist auf jeden Fall eine Herausforderung.

Gibt es auch etwas, das mit Donald Trump einfacher geworden ist?

Ich würde nicht sagen, dass es einfacher geworden ist. Wir haben Zugang zu ihm und das finde ich gut. Wir haben viele Möglichkeiten, Fragen zu stellen, was wir Journalisten als sehr angenehm empfinden.

Trump hält Rede.
Legende: Bereits zum dritten Mal in Folge wird US-Präsident Donald Trump dem Anlass fernbleiben. Reuters

Häufig schickt Donald Trump seine Mediensprecherin vor. Wie glaubwürdig ist Sarah Huckabee Sanders für die Korrespondenten im Weissen Haus?

Ich bin vorsichtig, meine Meinung dazu zu äussern. Wie ich schon gesagt habe; wir haben die Möglichkeit, Fragen zu stellen. Wenn die Antworten nicht genug oder richtig sind, müssen wir andere Leute finden, die für den Präsidenten arbeiten. Frau Sanders macht sehr selten Briefings im Weissen Haus, das finde ich schade.

Das Gespräch führte Teresa Delgado.

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15 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    "Wir Journalisten haben uns angepasst." Soviel zur vierten Gewalt in einer sich immer noch Demokratie nennenden auch dafür haltenden Nation. Nicht, dass die Verhältniss in Europa besser wären ... Nachbar Frankreich, das ist die ganze offizielle Presse, mit vielleicht zwei Ausnahmen in den Händen von 9 Milliardären ....BRD etwas gleich. CH?
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  • Kommentar von Jeanôt Cohen (Jeanot)
    Wieso soll ein Präsident an eine solche Party der vorallem die Selbstdarstellung der Journalisten dient teilnehmen? Wo wenn der Präsident braf mitspielt vielleicht eine positive Bericht Erhalt als zuckerli? Und wenn er nicht mitspielt sofort alles an der haare herbei gezogen wird, zum im lächerlich zu machen. Braucht ein Präsident es, das die Medien der meinung sind, wir durfen alles?! Und wehe dem der nicht mitspielt!
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    1. Antwort von Dominik Refardt (Dominik74)
      Ja, sie haben recht, der Präsident kann selbst entscheiden, welche Veranstaltungen er besucht. Aber er muss akzeptieren, dass die Medien sagen dürfen, was sie wollen. Und damit meine ich sowohl linke wie auch rechte Medien. Es liegt an uns (bzw. der amerikanischen Bevölkerung), zu entscheiden, welche Art der Berichterstattung wir unterstützen, nicht am Präsidenten.
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    2. Antwort von Max Wyss (Pdfguru)
      An diesem Event kann der Präsident auch austeilen. Und weil quasi Narrenfreiheit herrscht, werden Angriffe auch akzeptiert. Es ist dann eine Sache der Ehre, dies so geistreich wie möglich zu tun.

      Nun ja, da sind Eigenschaften gefragt, die beim gegenwärtigen "Präsidenten" nicht entwickelt sind…
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    3. Antwort von Erich Singer (liliput)
      Rechtschreibung kann auch der amerikanische Präsident nicht beeinflussen!
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  • Kommentar von M. Keller (mkel)
    Ein äusserst seltsames Interview. Viel habe sich verändert, als einziges Beispiel wird angeführt, dass man bereits früh morgens von Twitter abschreiben müsse. Das Verhältnis sei "anstrengend" und "eine Herausforderung" vs. Trump sei für Journalisten zugänglich und man könne viele Fragen stellen. Frau Sanders werde "oft vorgeschickt" vs. "Frau Sanders macht selten Briefings". Was denn nun?!
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    1. Antwort von Nicolas Dudle (Nicolas Dudle)
      Versetzen Sie sich in die Lage des Journalisten. Er hat unter den herrschenden Umständen keine andere Chance, sich vorsichtig und unverbindlich auszudrücken, wenn er seinen eigenen Job nicht gefährden will. Weit weg vom "System Erdogan" ist Donald Trump nicht; anstelle der Inhaftierung tritt einfach die öffentliche Diffamierung.
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    2. Antwort von M. Keller (mkel)
      Sie wollen mir doch nicht ernsthaft erklären, der Reuters Journalist Jeff Mason und seine Kollegen würden sich aus Angst um ihren Job nicht trauen, etwas gegen die Trump Administration zu schreiben? Haben Sie in den letzten paar Jahren Medienartikel gelesen? So despektierlich wurde noch selten über einen Präsidenten berichtet. Und bzgl. Trump vs. Journalisten empfehle ich etwas Hintergrund: https://www.nytimes.com/2016/12/30/opinion/sunday/if-donald-trump-targets-journalists-thank-obama.html
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