Zum Inhalt springen
Inhalt

Gegen Freispruch protestieren Radikale Islamisten in Pakistan beruhigen sich nicht

Legende: Video Radikale Islamisten protestieren weiter (unkomm.) abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.
Aus News-Clip vom 02.11.2018.
  • Pakistans Regierungschef Imran Khan hatte in einer Fernsehansprache zur Ruhe aufgerufen.
  • Gleichwohl beruhigte sich die Situation in vielen Städten nicht.
  • Schulen und Büros von Behörden blieben am Freitag geschlossen.
Protestierende Männer mit Bart schreiben Parolen, einer hält ein rotes Transparent mit pakistanischen Schriftzeichen in die Höhe.
Legende: Die Wut unter den radikalen Islamisten ist gross: Protestanlass in Karachi. Reuters

Gespräche der Regierung mit der radikalislamischen Gruppe Tehreek-e-Labaik Pakistan (TLP) in der Nacht zum Freitag scheiterten. Das sagte der TLP-Anführer Khadim Rizvi in der nordöstlichen Metropole Lahore. «Wir werden uns nicht zurückziehen, bis die Richter, die das Todesurteil aufgehoben haben, entlassen sind und Bibi gehängt wird», warnte der Prediger.

Regierungschef Khan wirft den Extremisten vor, den Fall für politische Zwecke zu instrumentalisieren. Damit würden sie dem Islam keinen Dienst erweisen.

Auch am Freitag blieben aus Angst vor heftigen Ausschreitungen Schulen und Büros in grösseren Städten geschlossen, auf den Strassen war wenig Verkehr. In Islamabad blockierten Extremisten drei der vier Zufahrten in die Hauptstadt. Pakistans Regierung hatte Soldaten zum Schutz von Amtsgebäuden in mehrere Grossstädte des Landes entsandt.

Die Vorgeschichte

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Ausgebrochen waren die Strassenproteste am Mittwoch, nachdem die wegen Blasphemie verurteilte Christin Asia Bibi nach acht Jahren in der Todeszelle vom Obersten Gerichtshof in Islamabad freigesprochen worden war. Der heute 51-jährigen Bibi war vorgeworfen worden, sich bei einem Streit mit muslimischen Frauen in ihrem Dorf abfällig über den Propheten Mohammed geäussert zu haben.

Die fünffache Mutter war 2009 festgenommen und im Jahr darauf nach einem umstrittenen Blasphemiegesetz in dem vorwiegend muslimischen Land zum Tode verurteilt worden. Das Todesurteil, das eine untere Instanz 2010 gegen die Frau verhängt hatte, hoben die Richter auf.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.