Generalstreik legt Portugal lahm

Die Portugiesen wehren sich gegen den Sparkurs der Regierung. Mit einem Generalstreik bringt die Bevölkerung die öffentlichen Dienste zum Erliegen. Der Frust im ärmsten Land Westeuropas wächst.

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Generalstreik gegen Sparwut legt Portugal lahm

2:33 min, aus Tagesschau vom 27.6.2013

In Portugal hat ein eintägiger Generalstreik gegen das Sparprogramm der Regierung begonnen. Dem Ruf der beiden wichtigsten Gewerkschaftsdachverbänden (CGTP und UGT) sind vor allem viele Staatsangestellte gefolgt. In der Hauptstadt Lissabon  kamen der Zug und Metro-Verkehr zum Erliegen. Viele Fähren und Busverbindungen fielen aus. Die staatliche Fluggesellschaft TAP kündigte Unterbrechungen im Flugverkehr an.

Müllabfuhr und Postverteilung kamen so gut wie komplett zum Erliegen. Und auch in Spitälern und Schulen ist der Streik zu spüren.

Neuwahlen gefordert

Man werde die Regierung schwächen, die in nur zwei Jahren 30‘000 Jobs vernichtet hat, erklärte Armenio Carlos, der Chef der Gewerkschaft CGTP. Neben den Streiks kam es im ganzen Land zu Kundgebungen gegen die Mitte-rechts-Regierung. Die Protestierenden fordern Neuwahlen sowie Reformen in Wirtschafts- und Sozialpolitik.

Portugal kämpft noch immer mit den Folgen der Wirtschafts- und Eurokrise. 2011 hatten die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) den Staat mit einem 78 Milliarden umfassenden Hilfspaket vor dem Bankrott gerettet. Dafür verpflichtete sich Portugal zu einem massiven Sparkurs. Die Arbeitslosenzahlen kletterten dabei auf ein Rekordniveau von 18 Prozent.