- Die AfD in Giessen hat ihre neue Jugendorganisation mit dem Namen Generation Deutschland (GD) gegründet.
- Im Gegensatz zur Vorgängerin «Junge Alternative» soll die neue Organisation eng an die AfD angebunden sein.
- Aufgrund von massiven Protesten in Giessen begann die Versammlung mit über zwei Stunden Verspätung.
- Zum Vorsitzenden der AfD-Jugendorganisation wurde Jean-Pascal Hohm gewählt.
Diskutiert wurde zwar auch über eine Wiederverwendung des alten Namens Junge Alternative (JA) und über den Vorschlag «Jugend Germania». Beides fand aber keine Mehrheit.
Die JA hatte sich im Frühjahr aufgelöst, nachdem sich die AfD von ihr getrennt hatte. Der Grund: Die JA war als eigenständiger Verein nur lose an die AfD angebunden. Mitglieder – mit Ausnahme der Vorstände – mussten nicht Mitglied der Partei sein und agierten weitgehend unabhängig.
AfD-Mitglied, wer in der Jugendorganisation dabei sein will
Die AfD hatte daher wenig Einfluss auf das Verhalten der JA, was bei extremen Vorfällen regelmässig auf das Image der Partei zurückfiel. Als Verein lief die vom Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextremistisch eingestufte JA auch Gefahr, verboten zu werden.
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Bild 1 von 4. Die Polizei war mit einem Grossaufgebot vor Ort und setzte auch Wasserwerfer ein. Bildquelle: KEYSTONE / DPA, Boris Roessler.
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Bild 2 von 4. Bei den Protesten trafen die Demonstrierenden auf die Polizei. Es kam zu bislang zehn Leichtverletzten laut Uniklinikum Giessen. Bildquelle: KEYSTONE / DPA, Boris Roessler.
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Bild 3 von 4. Die Demonstrierenden hatten die Bundesstrasse mit Ästen gesperrt. Bildquelle: KEYSTONE / DPA, Thomas Naumann.
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Bild 4 von 4. Die voraussichtlich grösste Demonstration dürfte mit 30'000 Teilnehmenden aufwarten. Bildquelle: KEYSTONE / DPA, Michael Brandt.
Mitglied in der neuen AfD-Jugendorganisation kann in der Regel nur noch sein, wer auch schon in der AfD ist. Verstösse gegen Regeln oder Fehlverhalten können somit geahndet werden, bis hin zum Parteiausschluss. Offen sein soll die Organisation für alle AfD-Mitglieder unter 36.
«Fähiger Nachwuchs» für die Mutterpartei gesucht
Die «Generation Deutschland» soll nach Angaben von AfD-Chefin Alice Weidel vor allem fähigen Nachwuchs für die Mutterpartei hervorbringen, auch mit Blick auf die Landtagswahlen im kommenden Jahr in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wo die Partei nach Umfragen erstmals in Regierungsverantwortung kommen könnte. Dann müssten viele Posten besetzt werden. «Das ist eine Kaderschmiede für die Regierungsverantwortung», sagte Weidel.
Rund um das Tagungsgelände in der Messe Giessen kam es seit dem frühen Morgen zu Protesten und Strassenblockaden. Das Treffen startete mit gut zweistündiger Verspätung, weil viele der rund 1000 Teilnehmenden durch blockierte Strassen nicht rechtzeitig ankamen. Die AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla verspäteten sich ebenfalls bei der Anreise. Sie kritisierten die Blockaden scharf.
Auch nach Beginn der Veranstaltung hatten Aktivisten versucht, diese zu stören. Gemäss der deutschen Presse-Agentur hatte eine Gruppe von 30 bis 40 Personen versucht, die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Die Polizei drängte die Aktivisten unter anderem mit einem Wasserwerfer zurück.
Polizei mit Grossaufgebot vor Ort
Die Polizei war mit einem Grossaufgebot in Giessen vor Ort und setzte gemäss eigener Aussagen auch Wasserwerfer ein. Die wohl grösste Demo startete nahe der Innenstadt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte sie mit laut Polizei rund 30'000 erwarteten Teilnehmern angemeldet. Demonstranten kamen mit Schildern wie «Wir sind mehr», «Wir sind euer böses Gewissen» oder «Giessen für eine bunte Zukunft». Die Kundgebung begann mit Redebeiträgen und einem Aufruf, alles möge friedlich bleiben. Im Tagesverlauf wird mit rund 50'000 Demonstranten gerechnet.
Mehrere Menschen wurden bei den Gegenprotesten leicht verletzt und liessen sich nach Angaben des Uniklinikums ambulant behandeln. Nach Angaben der Polizei waren bis zum frühen Nachmittag auch zehn bis 15 Beamte leicht verletzt worden.