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«Generation Deutschland» Mit Verzögerung: AfD gründet neue Jugendorganisation

  • Die AfD in Giessen hat ihre neue Jugendorganisation mit dem Namen Generation Deutschland (GD) gegründet.
  • Im Gegensatz zur Vorgängerin «Junge Alternative» soll die neue Organisation eng an die AfD angebunden sein.
  • Aufgrund von massiven Protesten in Giessen begann die Versammlung mit über zwei Stunden Verspätung.
  • Zum Vorsitzenden der AfD-Jugendorganisation wurde Jean-Pascal Hohm gewählt.

Diskutiert wurde zwar auch über eine Wiederverwendung des alten Namens Junge Alternative (JA) und über den Vorschlag «Jugend Germania». Beides fand aber keine Mehrheit. 

Die JA hatte sich im Frühjahr aufgelöst, nachdem sich die AfD von ihr getrennt hatte. Der Grund: Die JA war als eigenständiger Verein nur lose an die AfD angebunden. Mitglieder – mit Ausnahme der Vorstände – mussten nicht Mitglied der Partei sein und agierten weitgehend unabhängig.

AfD-Mitglied, wer in der Jugendorganisation dabei sein will

Die AfD hatte daher wenig Einfluss auf das Verhalten der JA, was bei extremen Vorfällen regelmässig auf das Image der Partei zurückfiel. Als Verein lief die vom Verfassungsschutz als erwiesen rechtsextremistisch eingestufte JA auch Gefahr, verboten zu werden.

Mitglied in der neuen AfD-Jugendorganisation kann in der Regel nur noch sein, wer auch schon in der AfD ist. Verstösse gegen Regeln oder Fehlverhalten können somit geahndet werden, bis hin zum Parteiausschluss. Offen sein soll die Organisation für alle AfD-Mitglieder unter 36.

«Fähiger Nachwuchs» für die Mutterpartei gesucht

Die «Generation Deutschland» soll nach Angaben von AfD-Chefin Alice Weidel vor allem fähigen Nachwuchs für die Mutterpartei hervorbringen, auch mit Blick auf die Landtagswahlen im kommenden Jahr in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern, wo die Partei nach Umfragen erstmals in Regierungsverantwortung kommen könnte. Dann müssten viele Posten besetzt werden. «Das ist eine Kaderschmiede für die Regierungsverantwortung», sagte Weidel.

Rund um das Tagungsgelände in der Messe Giessen kam es seit dem frühen Morgen zu Protesten und Strassenblockaden. Das Treffen startete mit gut zweistündiger Verspätung, weil viele der rund 1000 Teilnehmenden durch blockierte Strassen nicht rechtzeitig ankamen. Die AfD-Chefs Alice Weidel und Tino Chrupalla verspäteten sich ebenfalls bei der Anreise. Sie kritisierten die Blockaden scharf.

SRF-Korrespondentin: «Grossteil der Proteste war bunt»

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Zu den Protesten und der Gründung der neuen Jugendorganisation in Hessen sagt SRF-Korrespondentin Alexandra Gubser: «In Giessen trifft gerade Versammlungsfreiheit auf Demonstrationsrecht. Letzteres beinhaltet allerdings kein Recht auf Blockaden und Steinewerfen. Das ist nur Wasser auf die Mühlen der AfD, die sich dadurch wieder als Opfer inszenieren kann. Dabei ist der allergrösste Teil der Proteste gegen die neue Jugendorganisation der AfD in Giessen bunt und friedlich. Einmal mehr zeigt eine wehrhafte Demokratie Präsenz.

Auch nach Beginn der Veranstaltung hatten Aktivisten versucht, diese zu stören. Gemäss der deutschen Presse-Agentur hatte eine Gruppe von 30 bis 40 Personen versucht, die Polizeiabsperrungen zu durchbrechen. Die Polizei drängte die Aktivisten unter anderem mit einem Wasserwerfer zurück.

Redner am Pult mit deutschen Flaggen und AfD-Logo.
Legende: Jean-Pascal Hohm wurde zum Chef von Generation Deutschland gewählt. Keystone / AP Photo, Martin Meissner

Polizei mit Grossaufgebot vor Ort

Die Polizei war mit einem Grossaufgebot in Giessen vor Ort und setzte gemäss eigener Aussagen auch Wasserwerfer ein. Die wohl grösste Demo startete nahe der Innenstadt. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte sie mit laut Polizei rund 30'000 erwarteten Teilnehmern angemeldet. Demonstranten kamen mit Schildern wie «Wir sind mehr», «Wir sind euer böses Gewissen» oder «Giessen für eine bunte Zukunft». Die Kundgebung begann mit Redebeiträgen und einem Aufruf, alles möge friedlich bleiben. Im Tagesverlauf wird mit rund 50'000 Demonstranten gerechnet.

Bundeskanzler Merz kritisiert Auseinandersetzungen

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Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Auseinandersetzungen am Rande des Gründungskongresses der neuen AfD-Jugendorganisation in Giessen kritisiert.

«Sie werden heute Abend Fernsehbilder aus der Stadt Giessen sehen, die alles andere als erfreulich sind, eine Auseinandersetzung zwischen ganz links und ganz rechts», sagte Merz beim Landesparteitag der sachsen-anhaltischen CDU in Magdeburg.

«Ich möchte, dass wir in der politischen Mitte unseres Landes zeigen, dass wir Probleme lösen können», sagte Merz. Freiheit und Frieden seien am wichtigsten.

Der Bundeskanzler warnte vor einer Faszination des Autoritären. Einfach mal auf den Tisch hauen – so funktioniere Demokratie nicht, sagte Merz. Man müsse gut diskutieren und notwendigen Streit aushalten. Merz kritisierte in diesem Zusammenhang «Linkspopulismus und vor allem Rechtspopulismus im eigenen Land».

Mehrere Menschen wurden bei den Gegenprotesten leicht verletzt und liessen sich nach Angaben des Uniklinikums ambulant behandeln. Nach Angaben der Polizei waren bis zum frühen Nachmittag auch zehn bis 15 Beamte leicht verletzt worden.

SRF 4 News, 29.11.2025, 10:00 Uhr ; 

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