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Genugtuung für Opfer Tötungen in Nordirland: Untersuchung belastet britische Armee

  • Rund 50 Jahre nach einer blutigen Militäroperation im Nordirland-Konflikt wirft eine Untersuchung der britischen Armee «unangemessene» Gewalt vor.
  • Bei der Aktion im Jahr 1971 in Belfast seien neun von zehn der damals getöteten Zivilpersonen durch Kugeln der Armee gestorben, heisst es im Schlussbericht einer Untersuchung durch eine Gerichtskommission.
  • Alle Getöteten seien vollkommen unschuldig gewesen, sagte die vorsitzende Richterin Siobhan Keegan im nordirischen Belfast.

Die Gewaltanwendung bezeichnete sie als «unangemessen». Strafrechtliche Folgen hat das jedoch vorerst nicht. Einzelne Verantwortliche konnten nicht identifiziert werden.

Heikles Thema

Die Vorfälle ereigneten sich über mehrere Tage während einer Militäroperation gegen Paramilitärs in dem als Ballymurphy bekannten Bezirk von Belfast. Eine erste Untersuchung im Jahr 1972 war ohne eindeutiges Ergebnis zu Ende gegangen. Die Fälle wurden erst im Jahr 2018 neu aufgerollt.

Der Umgang mit mutmasslichen Verbrechen durch britische Militärangehörige ist eines der heikelsten Themen des nordirischen Friedensprozesses.

30 Jahre Bürgerkrieg

Bei dem Konflikt, der von Ende 1968 bis zum Karfreitags-Friedensabkommen 1998 andauerte, standen sich überwiegend protestantische Anhänger der Union mit Grossbritannien und mehrheitlich katholische Befürworter einer Vereinigung der beiden Teile Irlands gegenüber. Auch die Polizei und das britische Militär waren an den Auseinandersetzungen beteiligt.

Personen mit Plakaten und Jubelgesten.
Legende: Angehörige der Opfer der damaligen Ereignisse von 1971 jubeln vor dem Gericht in Ballymurphy, Belfast. Keystone

Tief ins Bewusstsein der nordirischen Katholiken brannte sich vor allem der «Bloody Sunday» ein. Britische Fallschirmjäger töteten am 30. Januar 1972 in Derry/Londonderry 13 unbewaffnete katholische Demonstranten. Ein weiterer starb Monate später an seinen Verletzungen. Nur bei einem der Soldaten kam es zu einer Anklage.

SRF 4 News, 12.05.21, 01:00 Uhr;

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