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Zwei zerstrittene Nationen suchen ein neues Vertrauensverhältnis
Aus SRF 4 News aktuell vom 15.05.2019.
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Gespräche USA-Russland «Es gibt durchaus gemeinsame Interessen»

US-Aussenminister Mike Pompeo hat sich in Sotschi mit dem russischen Aussenminister Sergei Lawrow getroffen. Die Gespräche sollten die Beziehungen zwischen den beiden Ländern verbessern. Zu grosser Einigkeit ist es aber nicht gekommen, wie SRF-Russlandkorrespondent David Nauer sagt.

David Nauer

David Nauer

Russland-Korrespondent, SRF

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David Nauer ist Korrespondent von Radio SRF in Russland. Von 2006 bis 2009 hatte Nauer für den «Tages-Anzeiger» aus Moskau berichtet, anschliessend aus Berlin.

SRF News: Was hat das Treffen zwischen dem russischen Aussenminister Lawrow und seinem Amtskollegen Pompeo aus den USA gebracht?

David Nauer: Lawrow und Pompeo haben in keinem der vielen Streitpunkte einen relevanten Fortschritt erzielen können. Aber immerhin haben beide versichert, dass es weitere Gespräche geben soll, auch zu den schwierigen Themen.

Im Anschluss kam Pompeo auch noch mit Russlands Präsident Putin zusammen. War das mehr als ein Fototermin?

Ja. Pompeo und Putin haben eineinhalb Stunden miteinander gesprochen und dabei praktisch alle Konfliktthemen angesprochen, sprich Syrien, Venezuela, die Abrüstungsverträge und so weiter. Man muss wissen, dass Aussenpolitik in Russland Chefsache ist. Putin fällt die wichtigen Entscheide.

Eine Kommission – bestehend aus US-Experten und Experten aus Russland – soll neue Vorschläge entwickeln, wie das gegenseitige Misstrauen abgebaut werden kann.

Aussenminister Lawrow ist eher ein Verhandler, ein Bote. Insofern kann man den Umstand, dass Putin den US-Aussenminister empfangen hat, auch als Hinweis dafür sehen, dass die Russen wirklich daran interessiert sind, die Probleme nun anzupacken.

Sehen Sie Möglichkeiten, dass man sich wenigstens ansatzweise einig wird, etwa bei Themen wie Iran, Venezuela oder im Ukraine-Konflikt?

Es kann sein, dass die Parteien für gewisse Probleme Lösungen finden. Es gibt durchaus gemeinsame Interessen, was zum Beispiel den Kampf gegen den Terrorismus betrifft. Und weder die Russen noch die Amerikaner wollen zum Beispiel, dass Nordkorea sein Atomprogramm weiterentwickelt. Grundsätzlich aber scheint mir, brauche es erst mal eine Art vertrauensbildende Grundlagenarbeit.

Mike Pompeo, US-Aussenminister, begrüsst Sergei Lawrow, den russischen Aussenminister.
Legende: Zeit zum Scherzen: Mike Pompeo, US-Aussenminister, begrüsst Sergei Lawrow, den russischen Aussenminister. Keystone

Minister Lawrow hat gestern davon gesprochen, dass die Amerikaner und die Russen die Idee haben, eine Kommission mit russischen und amerikanischen Experten zu gründen. Diese Kommission soll neue Vorschläge entwickeln, wie das gegenseitige Misstrauen abgebaut werden kann. Wenn das Misstrauen etwas abgebaut ist, sollen weitere Probleme angepackt werden.

Das Gespräch führte Roger Aebli.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von M. Roe  (M. Roe)
    Die beiden machen das sehr gut! Man muss ja nicht gleich aufeinander los gehen, wenn man nicht der gleichen Meinung ist. Aber beide werden das tun, was sie für richtig halten!
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  • Kommentar von Jean-Philippe Ducrey  (Jean-Philippe Ducrey)
    Grundsätzlich ist es immer gut, wenn man miteinander spricht. Dass es beiden Staaten dienlicher wäre, wenn sie keinen Streit miteinander hätten, haben wohl beide gemerkt. Insofern müssen jetzt die Differenzen ausgeräumt werden. Auch das ginge relativ einfach: Freihandelsabkommen, Doppelbesteuerungsabkommen, Krim- und Abchasien Anerkennung und im Gegenzug die Anerkennung des Kosovo etc., eine gemeinsame Lösung in Venezuela und in Syrien. Leittragende wären Deutschland und China....
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  • Kommentar von Peter Mueller  (Elbrus)
    Nauer hat sich wieder mal selbst übertroffen. Den wichtigsten Aussenminister der letzten 2 Jahrzehnte (Lavrow) als Boten zu bezeichnen ist nicht nur dumm sondern auch beleidigend. Pompeo hat sich selbst eingeladen bei Putin. Das wird auch deutlich, dass er bis 21.30 warten musste. Da Putin noch in Astrakhan (Regionalentwicklung) sowie Chechov Festival (Theater) und Flugzeugwerke (Kasan) besichtigen musst. Dass FSB Head Narschikin eingeladen war - zeigt, dass kein Vertrauen vorhanden ist.
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