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«Timmy» Experte: Wal kann sich aus eigener Kraft nicht freischwimmen

  • Der an der Ostseeküste vor Wismar gestrandete Buckelwal wird sich Expertinnen und Experten zufolge nicht aus eigener Kraft befreien können.
  • Am Dienstag war ein Expertenteam mit einem Schlauchboot beim Wal und hat ihn untersucht.
  • Am Nachmittag sagten Behörden und Experten vor den Medien, dass die Aussichten für den Wal schlecht sind.
  • Seit rund einer Woche liegt der gestrandete Buckelwal im flachen Ostseewasser vor Wismar.

Der Wasserstand liege aktuell bei 1.40 Meter, sagte der Direktor des Deutschen Meeresmuseums, Burkard Baschek, bei einer Pressekonferenz auf der Insel Poel. Das Tier liege «in einer Mulde im sehr weichen Sediment von etwa 30 Zentimetern», der Rücken rage rund 40 Zentimeter aus dem Wasser. «Wenn es sich aus eigener Kraft freischwimmen wollte, bräuchte es einen Wasserstand, der um etwa 60 Zentimeter höher ist als heute.»

Dunkler Gegenstand im glitzernden Wasser eines Flusses.
Legende: Der Buckelwal liegt noch immer auf einer Sandbank vor der Insel Poel. (6.4.2026) KEYSTONE / DPA / Marcus Golejewski

Diese Hoffnung gebe es aber nicht. «Die Prognose gibt das nicht her für die nächsten vier Tage. Da ist eher ein leicht sinkender Wasserstand vorhergesagt», sagte Baschek. «Darüber hinaus sind die Gesamtkonstitution und Kraft schlichtweg nicht da.» Die Situation sei für alle unbefriedigend und es sei nicht schön, das Tier dort draussen so zu sehen. «Das ist für uns alle sehr bitter.»

Hautkrankheit und Organschäden

Laut Stephanie Gross vom Institut für terrestrische und aquatische Wildtierforschung (ITAW) hat sich der Gesundheitszustand des Buckelwales weiter verschlechtert. So weise etwa die Haut grosse Veränderungen auf und reisse teilweise ein. Ausserdem vermutet die Expertin Schäden an den Organen, weil der Wal lange auf Grund gelegen ist.

«Das Tier ist in einem schwierigen Zustand», sagte Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus. Dass Menschen den Wal erlösen könnten, schliesst er jedoch kategorisch aus. Zuvor wurden Harpunieren, Vergiftung oder Sprengung als Vorschläge herumgereicht. «Diese Massnahmen sind nicht zu akzeptieren», sagte Backhaus.

Derweil bereiten sich die Behörden auf die Bergung des Kadavers nach dem Verenden des Buckelwales vor. Laut dem Umweltminister ist dafür bereits ein Konzept ausgearbeitet worden. Ausserdem sei ein Unternehmen unter Vertrag genommen worden.

Der Kadaver soll mit Schiffen so schonend wie möglich geborgen werden, sagte Backhaus. Weitere Details nannte er nicht. Im Anschluss soll eine unabhängige Obduktion Aufschluss über die Todesursache geben.

Wie viel Zeit dem Buckelwal noch bleibt, ist unklar. Laut Baschek dürften noch einige Tage vergehen, bis er stirbt. Die Überreste des Wals sowie das Skelett sollen am Ende der Forschung zur Verfügung gestellt werden.


10vor10, 2.4.2026, 21:50 Uhr ; 

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