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Vor Ostseeküste gestrandet Buckelwal atmet weiter – Behörden prüfen neue Rettungsidee

  • Der Zustand des vor der deutschen Ostseeinsel Insel Poel gestrandeten Buckelwals ist am frühen Ostermontag weiter unverändert. Der Wal atmet Behörden zufolge noch immer regelmässig alle zwei bis vier Minuten.
  • Die Polizei war in der Nacht vor Ort gewesen, um den seit Dienstag festliegenden Meeressäuger zu beobachten.
  • Das Umweltministerium des ostdeutschen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern prüft nun, ob das Tier von einem Katamaran aufgenommen und in tieferes Wasser gebracht werden könnte.

Voraussetzung für den erneuten Rettungsversuch sei ein voraussichtlich am Dienstag vorliegendes gesundheitliches Gutachten zum Wal, ob er überhaupt eine Überlebenschance habe, sagte Umweltminister Till Backhaus am Ostersonntag in einem Interview des Senders News5. Aktuell gehe es ihm «wirklich ganz schlecht».

Dem Minister zufolge leidet der Wal nicht nur unter dem zu geringen Salzgehalt der Ostsee, was unter anderem Folgen für die Haut des Meeressäugers hat. Er weise auch Verletzungen auf, die wahrscheinlich von Schiffsschrauben stammten. Ferner seien Reste von Netzen an seinem Körper gefunden worden.

Buckelwal, daneben Boot mit Mensch
Legende: Der Buckelwal liegt noch immer auf einer Sandbank vor der Insel Poel. Keystone/ MARCUS GOLEJEWSKI

Katamaran könnte den Wal transportieren

Der Katamaran sei in Dänemark verfügbar und könne den zwölf Tonnen schweren Wal aufnehmen, sagte Backhaus weiter. Die Idee: «Es werden 80 Zentimeter bis 1 Meter breite Gurte unter dem Wal durchgespült, ganz vorsichtig, um dem Wal nicht zu schaden», sagte Backhaus. Anschliessend soll das Tier dann ganz vorsichtig hochgehoben und auf ein Netz gelegt werden, «um ihn dann lebend zu transportieren».

Der Buckelwal hatte sich seit Anfang März viermal vor der deutschen Ostseeküste festgesetzt. Dreimal war es ihm gelungen, wieder loszuschwimmen. Den Weg zum Atlantik, was seine wahrscheinliche Rettung bedeutet hätte, fand er nicht. Zunächst war der Meeressäuger im Hafen von Wismar gesichtet worden, später am Timmendorfer Strand im deutschen Land Schleswig-Holstein. Letztendlich war er am Dienstag vor Wismar gestrandet.

Gelingt die Rettung nicht, wird der Meeressäuger wohl in der Bucht sterben. Wie lange der Wal dann noch überlebt, lässt sich nach Einschätzung der Experten nicht vorhersagen. «Bei einem Grosswal kann der Sterbeprozess mehrere Tage dauern, während denen der Druck des eigenen Körpergewichts zunehmend die Organe schädigt», erläuterte die Meeresbiologin Tamara Narganes Homfeldt von der Organisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) der Deutschen Presse-Agentur. Langfristig werde dies zu einem Kreislaufkollaps und Organversagen führen.

Gase und Verwesungsgerüche

Der Wal hat sich rund 50 Zentimeter in den Ostseeboden eingegraben. «Wenn der Buckelwal gestorben ist, wird sich dies durch völlige Regungslosigkeit sowie insbesondere eine fehlende Atmung über einen längeren Zeitraum von etwa einer Stunde bemerkbar machen», erläuterte die Expertin.

Dass der Wal gestorben ist, werde sich zudem wenige Tage später durch Gase zeigen, die den Walkadaver aufblähen und für Verwesungsgerüche sorgen.

10vor10, 2.4.2026, 21:50 Uhr ; 

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