- Der Buckelwal liegt noch immer in flachem Wasser, wie ein Sprecher der Wasserschutzpolizei sagte.
- Zwei Polizisten waren demnach am Mittwochmorgen zum Wal gefahren, um zu überprüfen, wie es ihm geht.
- Das Tier liege derzeit in der Kirchsee, einem Teil der Bucht der Stadt Wismar.
In der Nacht ist der Wal laut dem Sprecher «sehr aktiv» gewesen. Einzelheiten konnte er dazu nicht nennen. Der Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack sagte, man wolle sich mit weiteren Fachleuten einen Überblick verschaffen, wie es dem Wal gehe.
Um 8 Uhr war eine Fahrt zum Tier geplant. Der Wal solle nicht animiert werden, in tieferes Wasser zu schwimmen. Greenpeace werde über das Ergebnis am Vormittag informieren.
Lage bleibt kritisch
Am Dienstagabend hatte sich der Buckelwal erneut im flachen Wasser vor der Insel Poel festgeschwommen. Die Lage bleibe kritisch, hiess es in einer Mitteilung des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern.
Trotz schlechter Prognosen wollen Expertinnen und Experten die Hoffnung nicht aufgeben. «Es hat sich gezeigt, dass es sich lohnen kann, dem Tier Ruhe zu gönnen. Diese Ruhe werden wir ihm nun geben», heisst es in der Erklärung von Umweltminister Till Backhaus, Umweltschutzorganisationen Greenpeace und Sea Shepherd sowie dem Deutschen Meeresmuseum und dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung Itaw.
Die Liegeposition des Wals sei ungünstig, da das Wasser in der Umgebung sehr flach sei, und daran werde sich nur wenig ändern. Dazu sei die Bucht sehr verwinkelt. «Die Gesamtprognose für das Tier ist nicht gut. Dennoch geben wir die Hoffnung nicht auf, dass der Wal sich aus eigenem Antrieb wieder in Bewegung setzt.»
Wal-Drama an der Ostsee
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Bild 1 von 13. Am Dienstagnachmittag befindet sich der Buckelwal im flachen Wasser vor der Insel Poel. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Stefan Sauer.
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Bild 2 von 13. Der Buckelwal von Wismar wird am Montagnachmittag noch einmal zum Wegschwimmen animiert. Bildquelle: APA / Greenpeace Germany / Daniel Müller.
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Bild 3 von 13. Dem erneut gestrandeten Wal geht es nach wie vor nicht gut. Einer Meeresschutz-Expertin von Greenpeace zufolge liegt das Tier unverändert in der Bucht. (Bild vom 29.3.2026). Bildquelle: Keystone/Daniel Müller/DPA Greenpeace Germany.
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Bild 4 von 13. Ein Schlauchboot der Polizei fährt in die Nähe des Wals. Bildquelle: Keystone/ PHILIP DULIAN.
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Bild 5 von 13. Der Buckelwal konnte sich mit steigendem Wasserstand von der Sandbank retten. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Philip Dulian.
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Bild 6 von 13. Das erschöpfte Tier schwimmt in der Lübecker Bucht, nah an den Küsten der Ostsee. Bildquelle: Keystone/Marcus Brandt.
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Bild 7 von 13. Der Wal schwimmt nun wieder in der Ostsee und wird von Küstenwachschiffen und Polizeibooten begleitet. Bildquelle: Keystone/Marcus Brandt.
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Bild 8 von 13. Wal in Sicht! Am Donnerstagmorgen schwimmt das Tier in der Lübecker Bucht. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Marcus Brandt.
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Bild 9 von 13. Am Montag war der Buckelwal in der Lübecker Bucht aufgefunden worden. Nun scheint der Meeressäuger sich befreit zu haben. Bildquelle: IMAGO/Susanne Hübner.
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Bild 10 von 13. Gemäss dem Meeresbiologen Robert Marc Lehmann befindet sich der Meeressäuger in keinem guten Zustand. Die Haut sehe schlecht aus und er habe lange nichts mehr gegessen, sagte er der «Bild»-Zeitung. Bildquelle: IMAGO/Susanne Hübner.
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Bild 11 von 13. Mit einem Bagger hoben Retter am Donnerstag eine Rinne für den Wal aus. Bildquelle: IMAGO/Susanne Hübner.
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Bild 12 von 13. Voller Einsatz für den gestrandeten Buckelwal – auch in der Nacht. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Ulrich Perrey.
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Bild 13 von 13. Das Medieninteresse am gestrandeten Tier war gross. Bildquelle: KEYSTONE/DPA/Marcus Brandt.
Wichtig dabei sei, ihn ungestört zu lassen und sich nicht unbefugt mit Wasserfahrzeugen zu nähern. Sollte sich der Wal heute Donnerstag noch an seinem derzeitigen Liegeplatz befinden, werden die Fachleute ihn in Augenschein nehmen, heisst es in der Mitteilung.
Wal seit Anfang März in Küstennähe in der Ostsee
Der Buckelwal lag seit mindestens Samstag in der Bucht vor Wismar in flachem Wasser und wurde vor Schaulustigen abgeschirmt. Der Buckelwal war zunächst in der Nacht zum 23. März auf einer Sandbank vor Timmendorfer Strand (Schleswig-Holstein) gestrandet.
In der Nacht zum Freitag gelang es dem Tier, das flache Wasser zu verlassen, nachdem Helfer eine Rinne ausgehoben hatten. Am Samstag wurde es dann vor Wismar in flachem Wasser gesichtet.
Nach Angaben des Umweltministeriums von Mecklenburg-Vorpommern war der Wal seit dem 3. März im küstennahen Bereich der Ostsee unterwegs.