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Zyperngespräche in Genf
Aus Tagesschau vom 27.04.2021.
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Geteilte Mittelmeerinsel UNO unternimmt neuen Versuch zur Wiedervereinigung Zyperns

  • Die UNO startet in Genf einen neuen Versuch zur Wiedervereinigung Zyperns.
  • Es sind die ersten Gespräche zur Zypernfrage seit vier Jahren. Doch die Fronten sind verhärtet.
  • Die Mittelmeerinsel Zypern ist seit 1974 de facto zweigeteilt: Eine Demarkationslinie der UNO trennt die international anerkannte Republik Zypern im Süden von der Türkischen Republik Nordzypern, die nur von der Türkei anerkannt wird.

Bereits zum Auftakt der Zypern-Gespräche sind die Positionen so gegensätzlich, dass UNO-Generalsekretär António Guterres damit gedroht haben soll, seine Vermittlerrolle bei den Gesprächen niederzulegen. Dies erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen der Regierung in Nikosia, die die griechischen Zyprer vertritt.

Dass die Verhandlungen sehr schwierig seien, sickerte auch aus Quellen der türkisch-zyprischen Delegation an die Presse durch. Der Vermittlungsversuch des UN-Generalsekretärs zur Lösung der Zypernfrage hatte am Dienstag in Genf begonnen.

Geringe Erwartungen an Gespräche

Guterres will die Möglichkeiten einer neuen Zypernkonferenz zur Überwindung der Teilung der Insel ausloten. Bislang besteht die türkisch-zyprische Seite auf einer Zwei-Staaten-Lösung. Die zwei souveränen Staaten – der türkisch-zyprische im Norden und der griechisch-zyprische im Süden – könnten dann künftig in manchen Bereichen kooperieren. Das Argument: Alle anderen Varianten und Gespräche in den letzten Jahrzehnten seien gescheitert.

Die griechischen Zyprer hingegen stellen sich eine Föderation zweier Bundesstaaten als einzige Möglichkeit zur Überwindung der Teilung vor. Auch alle betreffenden UN-Resolutionen fordern die Bildung solch einer Föderation zweier Teilstaaten mit einer Zentralregierung.

Am UNO-Sitz in Genf sind die Erwartungen an die Gespräche dem Anschein nach nicht gerade gross. Am Mittwochmorgen kamen alle am Zypernkonflikt beteiligten Seiten in Genf erneut zusammen. Neben den Präsidenten beider Zypern nehmen auch Vertreterinnen und Vertreter Griechenlands, der Türkei und Grossbritanniens an den Gesprächen teil. Drei Tage lang will man sich in Genf austauschen – von Verhandeln ist noch gar nicht erst die Rede.

Karte von Zypern.
Legende: Seit 1974 ist die Mittelmeer-Insel Zypern zweigeteilt Eine Demarkationslinie der UNO trennt die international anerkannte Republik Zypern im Süden von der Türkischen Republik Nordzypern, die nur von der Türkei anerkannt wird. Die Briten sind mit zwei Militärbasen auf der Insel präsent. SRF

Zypern war bis 1960 britische Kolonie. Seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention im Jahr 1974 ist die Insel in einen griechisch-zyprischen Teil im Süden und einen kleineren türkisch-zyprischen Teil im Norden geteilt. Nordzypern wird als Staat nur von der Türkei anerkannt. Die EU hingegen nahm ganz Zypern 2004 als Mitglied auf. Das EU-Recht und Regelwerk gilt aber – solange es keine einvernehmliche Lösung gibt – nur im Süden.

Nach unzähligen erfolglosen Verhandlungen seit der Teilung der Mittelmeerinsel sind die aktuellen Gespräche ein neuer Versuch, eine dauerhafte Lösung zu finden.

Tagesschau, 27.4.2021, 19:30 Uhr;

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12 Kommentare

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  • Kommentar von Franz Peter Lehmann  (nashorn19)
    Für einen tragfähigen Kompromiss braucht es beide, man sollte die Flexibilität der Türkei nicht unterschätzen zur Bildung eines Bundesstaates beizutragen und die beiden lächerlichen englischen Stützpunkte mit etwas EU-Geld loszuwerden. Auch die beiden Gemeinschaften sind nicht nur Emotionslastig, wenn die Kasse und die Zukunftsaussichten für eine vernünftige Lösung stimmen.
    1. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Nashorn19 da sehen Sie das Problem aber nicht so genau. Ich war in den Neunzigerjahre einmal in Zypern in den Ferien. Da hat man sehr viel Hass gegen den Norden gespürt. Nicht vergessen, es wurden viele Zyprioten vertrieben und deren Häuser durch Türken übernommen. Die englischen Stützpunkte spielen da aus meiner Sicht keine Rolle, obschon ich sie nicht als lächerlich sehe. Das Problem sehe ich grösstenteils bei der Türkei, so leid es mich für Sie tut.
  • Kommentar von Berti Krämer  (BertiK)
    Mir gefällt die Naivität der UNO. Erdogan ist ja bekannt für seine Toleranz, Einsicht und Kompromissfähigkeit. Die UNO vermittelt mir immer wieder das Gefühl absichtlich nichts tun zu wollen.
    1. Antwort von Krebs Alfred  (A.Santiago)
      Bertik, ja Erdogan ist sehr bekannt, dass er ein lieber und ein guter Mensch ist. Schon lange nicht mehr so etwas gehört.
  • Kommentar von Katharina Kauz  (Katharina Kauz)
    Ich persöndlich rechne nicht mit einer Lösung des Konfiktes. Denn erst vor kurzen hat Nordzypern die einseite Öffung der Geisterstadt Varosha einen tiefe Wunde neu aufgebrochen. Für viele grichische Zyprioten ist Varosha/Famagusta das Sinnbild für den Konfilkt auf Zypern. Kurz nach dieser ankündigun gab es Unruhen an den Grenzübergängen zum Norden. Für mich ist klar, die Zypernfrage kann nur gelösst werden, wenn Famagusta/Varosha vollständig geöffnet wird!