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Gewalttat in Bulgarien EU fordert rasche Aufklärung von Mord an Journalistin

  • Nach dem brutalen Mord an einer TV-Journalistin in Bulgarien hat die EU-Kommission «rasche und gründliche Ermittlungen» gefordert.
  • Die Täter müssten vor Gericht gebracht werden, sagte ein EU-Kommissionssprecher.
  • Insbesondere müsse geklärt werden, ob eine Verbindung zwischen der Gewalttat und der Arbeit der Journalistin bestehe.
  • Die EU-Kommission habe «mit grosser Traurigkeit» von dem Mord an Viktoria Marinowa erfahren.
Legende: Video Menschen gedenken der Journalistin abspielen. Laufzeit 01:11 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 09.10.2018.

Es müsse sichergestellt sein, dass Journalisten in der EU sicher seien. Der Sprecher zitierte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, der in seiner Rede im September gefordert hatte, dass Europa immer ein Platz sei, in dem die Pressefreiheit sakrosankt sein müsse.

EU-Vize-Kommissionspräsident Frans Timmermans zeigte sich in einem Tweet schockiert und forderte: «Die Verantwortlichen sollten sofort von den bulgarischen Behörden vor Gericht gestellt werden.»

Die Leiche der TV-Reporterin war am Samstag in einem Park nahe der Donau in ihrer Heimatstadt Ruse gefunden worden. Die Frau war vergewaltigt, geschlagen und dann erstickt worden.

Zusammenhänge noch unklar

In ihrer Fernsehsendung hatte die 30-Jährige am 30. September zwei Journalisten vorgestellt, die rund um einen mutmasslichen Korruptionsfall recherchierten, in dem es um Missbrauch von EU-Mitteln gehen soll. Marinowa versprach, an dem Fall dranzubleiben.

Nach Angaben des bulgarischen Innenministers Mladen Marinow gibt es bislang keine Hinweise auf einen möglichen Zusammenhang zwischen der Gewalttat und der Arbeit der Journalistin.

Blik auf Kamera.
Legende: Steht die Tat im Zusammenhang mit der Arbeit der Journalistin? Colourbox/Symbolbild

Weitere Journalistenmorde in der EU

Auch die Organisation «Reporter ohne Grenzen» sprach von einem Schock und verlangte Polizeischutz für Kollegen von Marinow. In den vergangenen zwölf Monaten wurden bereits zwei weitere Journalisten in der EU ermordet: Maltas bekannteste investigative Reporterin, Daphne Caruana Galizia, wurde im Oktober mit einer Bombe getötet. Der slowakische Journalist Jan Kuciak wurde im Februar erschossen.

Im diesjährigen Pressefreiheit-Index von Reporter ohne Grenzen lag Bulgarien auf Rang 111 von 180 Ländern. Das ist niedriger als jeder andere EU-Staat.

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9 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Imber (Wasserfall)
    Es ist ein ganz grosses Alarmzeichen für Demokratien in Europa, wenn immer mehr Journalisten, die den betroffenen Regierungen oder anderen Interessensgruppen unangenehme Faelle verfolgen und aufdecken, beseitigt werden. Man denke nur an den Fall auf Malta, wo die Regierung scheinbar gar kein Interesse daran hat, dass aufgedeckt wird, wer hinter dem Mord an der Journalistin vor einem Jahr stand. Wir wollen doch sicherlich nicht Zustände wie z. B. In Mexiko oder in gewissen Staaten in Südamerika!
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  • Kommentar von Hanspeter Flueckiger (Hpf)
    Schlage den EU-Strategen vor, vor der eigenen Türe zu wischen
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Anscheinend ist zu manchen Leuten immer noch nicht durchgedrungen, dass besagtes Land Bulgarien der EU einschließlich deren Regelwerkes, das auch uneingeschränkte Pressefreiheit beinhaltet, beigetreten ist und die EU natürlich tätig werden muss, um den unterirdischen Pressefreiheit Index Bulgariens zu verbessern. Nicht sehr konstruktiv, blindlings auf die EU einzudreschen
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    2. Antwort von L. Leuenberger (L.L.)
      @Flückiger. Richtig. Leider sind es EU-Länder, die sich seit 10-15 Jahren zu einem immer zentralistischeren, unkontrollierbareren Geflecht mit Sitz in Brüssel zusammengetan haben. Die Beschlüsse sind meistens den Bürgern nicht bekannt, eine normale Kontrolle ist unmöglich. Viele EU-Parlamentarier kritisieren das seit Jahren.Die Regierungschefs beschäftigen sich mit allgemeinen unnötigen EU-Veränderungen und verloren den Kontakt zum Bürger im Land. EU-Parlamentarier werden nicht vom Volk gewählt.
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    3. Antwort von Peter Imber (Wasserfall)
      Herr Flurckiger: Verstehe nicht, was jetzt die geforderte rasche Aufklärung dieses Mordes an einer Journaistin mit den Leuten in Brüssel zu tun haben soll. Oder soll Ihrer Meinungnach der Mord wie in den Fällen in Malta und in der Slowakei langsam oder gar nicht aufgeklärt werden? Man kann natürlich bei jeder Sache immer auf der EU rumhacken. Bringen tun allerdings solche Verhaltensweisen rein gar nichts.
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  • Kommentar von L. Leuenberger (L.L.)
    Ist es nicht ein Paradox, dass während zB die Sozialistische Partei in Bulgarien gegen Einmischungen Brüssels in allen Belangen kämpft und sogar den Austritt aus der EU immer wieder thematisiert, unsere SP lieber gestern statt morgen CH direkt in die EU führen würde? Mit Schönrederei und unter dem Tisch den Dreck wischen ist nichts getan. SRF sollte viel mehr über die andauernden Probleme in den Neuen EU-Ländern berichten und über die Korruptionsskandale und den Missbrauch von EU-Mitteln.
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