Zum Inhalt springen
Inhalt

Assad weist Schuld von sich «Giftgasangriff zu hundert Prozent konstruiert»

Der mutmassliche Chemiewaffenangriff auf Chan Scheichun ist für den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad zu «hundert Prozent konstruiert». Die syrische Armee verfüge über keine Chemiewaffen mehr.

Legende: Video «Giftgasangriff zu hundert Prozent konstruiert» abspielen. Laufzeit 00:42 Minuten.
Aus Tagesschau am Vorabend vom 13.04.2017.
  • Syriens Präsident Baschar al-Assad hat der Nachrichtenagentur AFP das erste interview seit dem US-Angriff auf eine syrische Luftwaffenbasis gegeben.
  • Demnach hat der Westen den mutmassliche Chemiewaffenangriff auf Chan Scheichun als «Vorwand» für einen Luftangriff der USA genutzt.
  • Assad sieht die Schlagkraft der eigenen Armee durch den Angriff in keiner Weise beeinträchtigt.

In seinem am Mittwoch geführten ersten Interview nach dem US-Angriff auf eine syrische Luftwaffenbasis vor einer Woche sagte Assad mit Blick auf den mutmasslichen Chemiewaffenangriff: «Das ist für uns zu hundert Prozent konstruiert.» Der Westen und die USA arbeiteten eng mit den «Terroristen» zusammen, fügte er mit Blick auf seine bewaffneten Gegner in Syrien hinzu.

«Unabhängige» Untersuchung gefordert

Den Vorwurf westlicher Länder, dass die syrische Luftwaffe den Chemiewaffenangriff auf Chan Scheichun durchgeführt habe, wies Assad zurück: «Wir haben keine Chemiewaffen. (...) Vor mehreren Jahren, 2013, haben wir auf unser gesamtes Arsenal verzichtet.» Selbst wenn Damaskus solche Chemiewaffen noch hätte, hätte man diese «nie» eingesetzt.

Der syrische Machthaber machte darüber hinaus deutlich: «Wir können eine Untersuchung nur erlauben, wenn sie unabhängig ist.». Unparteiische Länder müssten Teil einer solchen Untersuchung sein, um sicherzustellen, dass diese nicht für politische Zwecke genutzt werde.

USA greifen nach Giftgasangriff ein

Der Westen wirft der syrischen Luftwaffe vor, am 4. April einen Giftgasangriff auf die Kleinstadt Chan Scheichun im Nordwesten Syriens geflogen zu haben. Dabei waren nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte 87 Zivilisten getötet worden, unter ihnen 31 Kinder.

Ärzte und Aktivisten vor Ort bezeichneten die Symptome der Opfer als typisch für Giftgas. Die Bilder der Toten und der leidenden Menschen hatten weltweit für Entsetzen gesorgt. Moskau und Damaskus hatten jegliche Verantwortung für den Chemiewaffenangriff bestritten und mitgeteilt, bei einem Luftangriff sei ein Giftgaslager der Rebellen getroffen worden.

Am vergangenen Freitag griffen die USA als Vergeltung einen syrischen Luftwaffenstützpunkt mit Marschflugkörpern an. Es war der erste direkte Angriff des US-Militärs auf die syrischen Regierungstruppen.

Schlagkraft nicht beeinträchtigt

Assad sieht seine Armee weiterhin als schlagkräftig an: «Unsere Feuerkraft, unsere Fähigkeit, die Terroristen anzugreifen, ist durch den Angriff nicht beeinträchtigt worden.»

Über die bisherigen Friedensverhandlungen sagte der syrische Machthaber: «Die USA meinen es nicht ernst in ihrem Bemühen um eine politische Lösung. Sie wollen den politischen Prozess nutzen, um die Terroristen zu schützen.»

Legende: Video Assad äussert sich zum Chemiewaffenangriff abspielen. Laufzeit 01:18 Minuten.
Aus News-Clip vom 13.04.2017.

USA beschuldigt

Syrien versucht, den USA die Verantwortung für eine angebliche Freisetzung von giftigen Stoffen im Osten des Landes anzulasten. Das staatliche Fernsehen berichtete, bei einem Angriff der von den USA angeführten Militärkoalition am Mittwoch sei ein Giftgas-Depot des IS getroffen worden. Die US-Koalition wies diese Darstellung umgehend zurück.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

41 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Jana Vilim (Jana Vilim)
    Bis heute gilt es in westlichen Kreisen als erwiesen, dass der Einsatz des Gases am 21. August 2013 in Ghouta auf Befehl von Assad erfolgte. Daran hatte Präsident Obama am 10. September 2013 keinen Zweifel gelassen: “Assads Regierung hat über 1.000 Menschen mit Gas getötet" - woraufhin umgehend ein Militärschlagen erfolgte. Doch die Behauptung war falsch, wie der US-amerikanische Journalist Seymour Hersh schon am 8. Dezember 2013 in seinem Artikel “Wessen Sarin?” nachwies.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christophe Bühler ((Bühli))
    Bei einer Österlichen Interpretation der Schlagzeile und der Bibel, kann man/frau glauben, dass Imperien, Römer oder USA kommen und gehen. Die kommende Endentscheidung und damit verbundene Wahrheitsfindung jedoch werden immer wichtiger, denn Lügen haben kurze Beine. Das gilt sicher auch für US-Cowboys die aus Geldgier (Oel) zuerst vorverurteilen, bombardieren und dann denken.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Offensichtlich ist dieses mörderische Drama um Giftgas auch die Folge der grössten Lüge des 21.Jhdt. als G.W.Bush seine Geheimdienste u. das Militär missbrauchte, um Sadam Hussein wegen des Erdöls loszuwerden. Somit hatte auch der „Weltpolizist Nr.1“ seine Glaubwürdigkeit für immer verspielt. Der „Weltpolizist Nr.2“ Putin nutzt die Gunst der Stunde dieser Lüge um gemeinsam mit den Shiiten u. verwandten Alawiten (Assad-Clan) gegen USA, Sunniten, Saudi Arabien sein Imperium im Orient zu erweitern.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen