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Gipfelwoche in New York Berset, Cassis und Leuthard bei der UNO

Gleich drei Bundesräte reisen diese Woche zu den Vereinten Nationen nach New York.

Legende: Audio Der Bundespräsident und zwei Bundesräte an der UNO-Gipfelwoche abspielen. Laufzeit 01:39 Minuten.
01:39 min, aus HeuteMorgen vom 24.09.2018.

Gleich drei Bundesräte in New York: Bundespräsident Alain Berset, Aussenminister Ignazio Cassis Umweltministerin Doris Leuthard sind am UNO-Hauptsitz für die jährliche Gipfelwoche, an der diesmal mehr als 130 Länder mit ihren Präsidenten oder Regierungschefs teilnehmen werden.

Die Hauptrolle spielt Bundespräsident Alain Berset. Er ist schon am Montagabend am traditionellen Empfang des amerikanischen Präsidenten anwesend. Sein wichtigster Auftritt ist aber am Dienstag in der UNO-Generalversammlung, schon am ersten Tag der jährlichen, einwöchigen Generaldebatte.

Cassis, der UNO-Neuling

Aussenminister Ignazio Cassis, am UNO-Sitz noch ein Novize, nimmt sich Zeit, die Equipe der stattlichen Schweizer UNO-Mission in New York kennenzulernen und plant eine Serie bilateraler Treffen. Das heikelste dürfte – angesichts des Konflikts um russische Spione – jenes mit seinem Moskauer Amtskollegen Sergej Lawrow sein. Für Cassis ist die UNO-Gipfelwoche die Gelegenheit, sich ein weltweites Kontaktnetz aufzubauen.

Leuthard in einem Panel

Bundesrätin Doris Leuthard schliesslich wurde von UNO-Generalsekretär Antonio Guterres in ein hochrangiges Panel über digitale Kooperation berufen, das nun erstmals tagt. Geleitet wird es von Melinda Gates, der Gattin von Microsoft-Gründer Bill Gates, und Alibaba-Gründer Jack Ma. Bereits nächstes Jahr soll die Gruppe einen Schlussbericht vorlegen, welcher der UNO und ihren Unterorganisationen als Arbeitsgrundlage dient.

Die gleich dreifache Bundesratspräsenz in New York ist nicht selbstverständlich. Nachdem das Schweizer UNO-Engagement jahrelang kaum umstritten war, melden sich wieder verstärkt UNO-Kritiker zu Wort: Etwa wenn es um die geplante Schweizer Mitgliedschaft im Sicherheitsrat geht, um das UNO-Atombombenverbot, um das Palästina-Flüchtlingshilfswerk oder um die Unterzeichnung des soeben – unter Schweizer Co-Präsidentschaft – ausgehandelten ersten UNO-Migrationspaktes.

Schweiz ist auf die UNO angewiesen

Gerade in Zeiten, in denen der Nationalismus vielerorts neu aufflammt und in denen grosse Mächte rücksichtslos versuchen, über Machtpolitik ihre Interessen durchzusetzen, sind Kleinstaaten wie die Schweiz auf die UNO und den Multilateralismus angewiesen. Mangels Macht brauchen sie Lösungen, die auf Regeln und auf Recht beruhen. Der Bundesrat setzt dafür in New York ein Zeichen, auch gegenüber dem Heimpublikum.

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23 Kommentare

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  • Kommentar von D. Zeller (jaro)
    In der UNO geht es wohl um Macht und leider nicht nur um Recht und Gerechtigkeit, wie dies schön wäre und oft gerne so dargestellt wird. Zum Glück hat die UNO nicht zu viel Macht. Nationalstaaten sind nicht grunsätzlich schlech, wie sie dauernd so dargestellt werden. Es gibt schwierige Staatschefs, aber sich der UNO bedingungslos zu unterwerfen ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Viele Journalisten neigen oft zu gewissen einseitigen Idealisierungen.
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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Wer keine Nuklearwaffen besitzt,hat in der UNO kein Gewicht und kann zuhause bleiben. Solange es Vetomächte gibt,wird sich daran nichts ändern.
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  • Kommentar von Susanna Beerli (S. Beerli)
    Der Bundesrat setzt dafür in New York ein Zeichen, auch gegenüber dem Heimpublikum. Diesen Satz muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Klingt beinahe wie eine Drohung.
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    1. Antwort von Margrit Holzhammer (Margrit Holzhammer)
      @Susanna Beerli: UNO-Neuling Ignazio Cassis, nimmt sich Zeit, die Equipe der stattlichen Schweizer UNO-Mission in New York kennenzulernen und plant eine Serie bilateraler Treffen...... Auch diesen Satz gilt es zu überdenken. Hr. Cassis plant weitere Ferienreisli auf unsere Kosten!
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    2. Antwort von David Arnold (darnold)
      MH, bei allem Respekt.. Von jedem Chef wird erwarted, dass er/sie Zeit für die Mitarbeitenden aufbringt und sich ein Bild von der jeweiligen Arbeitssituation macht. Das ist beim neuen Aussenminister nicht anders& daran wird die Schweiz auch nicht verarmen. Und alle, die schon mal selbst irgendwas gemärtet oder verhandelt haben, wissen, dass es nicht zuletzt auf das Verhältnis ankommt; der Ton macht die Musik. Bei aller gerechtfertigten Kritik am BR, das ist Stimmungsmache& faktisch falsch
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