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Grenzkonflikt in Südostasien Thailand und Kambodscha einigen sich auf Waffenruhe

  • Nach wochenlangen Gefechten an der Grenze haben sich Thailand und Kambodscha auf eine sofortige Waffenruhe verständigt.
  • Die Verteidigungsminister der beiden südostasiatischen Länder haben an einem Grenzkontrollpunkt eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

Die Waffenruhe ist um 12 Uhr Ortszeit (6 Uhr MEZ) in Kraft getreten. Die Verteidigungsminister beider Länder teilten in einer gemeinsamen Erklärung mit, man habe sich darauf geeinigt, die derzeitigen Truppenstationierungen beizubehalten und keine weiteren Truppenbewegungen vorzunehmen. Dabei sollen die Frontlinien eingefroren werden und der Zivilbevölkerung wird erlaubt, in ihre Häuser zurückzukehren. Vorgesehen ist auch, dass die thailändische Seite 18 kambodschanische Soldaten freilässt, sollte der Waffenstillstand drei Tage halten.

Die Einigung soll dem wieder aufgeflammten Grenzkonflikt ein Ende setzen. Die Situation hatte sich seit Anfang Dezember dramatisch zugespitzt: Bei Gefechten und Luftangriffen rund um die umstrittenen Gebiete kamen über hundert Menschen ums Leben. Mehrere Hunderttausend Menschen auf beiden Seiten der Grenze mussten ihre Häuser verlassen und sind auf der Flucht.

Das Abkommen sieht eine sofortige Feuerpause vor, um humanitäre Hilfe zu ermöglichen und die Lage zu stabilisieren. Über Weihnachten hatten Beratungen unter hochrangigen Militärvertretern beider Länder stattgefunden. Der Durchbruch wurde nach mehreren Verhandlungstagen erzielt, auch die USA und China hatten sich für eine Waffenruhe starkgemacht.

SRF-Korrespondent: «Es braucht politischen Willen»

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Martin Aldrovandi, SRF-Südostasienkorrespondent:

«Ob die Waffenruhe dieses Mal hält, bleibt offen. Entscheidend wird sein, ob es gelingt, Vertrauen zu schaffen. Langfristig jedoch bleibt der Kern des Problems ungelöst, nämlich die Grenzziehung. Es braucht den politischen Willen, nationale Interessen nicht länger militärisch auszutragen. Sonst wird auch diese Waffenruhe nur eine kurze Atempause in einem jahrzehntelangen Konflikt bleiben.»

Die Hintergründe des Grenzkonflikts reichen über hundert Jahre zurück in die Kolonialzeit. Die von der damaligen Kolonialmacht Frankreich und dem Königreich Siam gezogene Grenze ist unklar und seit Jahrzehnten höchst umstritten. Immer wieder ist es zu Gewaltausbrüchen gekommen. Die jetzt verkündete Waffenruhe ist innert weniger Monate bereits der zweite Versuch, diese Gewalt mit einer Vereinbarung zu beenden.

SRF 4 News, 27.12.2025, 05:00 Uhr ; 

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