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Unerwarteter Überschuss Griechenland legt Rentnern Geld unter den Weihnachtsbaum

Rentner demonstrieren in Athen gegen den harten Sparkurs der Regierung.
Legende: Demonstranten machen ihrem Ärger ob dem harten Sparkurs der Regierung Tsipras Luft. Reuters

Das Wichtigste in Kürze

  • Griechenland zahlt ärmeren Rentnern ein Weihnachtsgeld.
  • Demnach sollen Ruheständler, die weniger als 850 Euro monatlich erhalten, dieses Jahr eine dreizehnte Rente erhalten.
  • Unter dem Strich würden somit 617 Millionen Euro an gut 1,6 Millionen Rentner ausgeschüttet. Das kündigte der griechische Regierungschef Alexis Tsipras während einer TV-Ansprache an.
  • Zudem soll die Mehrwertsteuer für die Inseln der Ostägäis vorerst nicht, wie bisher mit den Gläubigern vereinbart, von 16 auf 24 Prozent erhöht werden. Der Mehrwertsteuersatz bleibe unverändert, solange die Bevölkerung dieser Inseln die Last des Flüchtlingszustroms tragen müsste.

Die soziale Politik ist laut Tsipras möglich geworden, weil Griechenland dieses Jahr mehr primären Überschuss – also ohne Schuldendienst – erreichen konnte. Die erwirtschafteten 1,9 Milliarden Euro sind eine Milliarde höher als ursprünglich von den Geldgebern als Ziel gesetzt worden war. Die Zielsetzung lag bei 0,9 Milliarden Euro.

Reaktion auf Umfragetief

Dennoch ist Athen nach wie vor im Verzug bei den Reformmassnahmen. Europäer und der Internationale Währungsfonds (IWF) streiten derzeit über weitere Schuldenerleichterungen für Griechenland.

Politexperten sehen im Vorgehen derweil eine Reaktion auf die schlechten Umfragewerte, mit welchen sich Tsipras konfrontiert sieht. Demoskopen messen demnach seit Monaten in der Gunst der Wähler die oppositionellen Konservativen der Nea Dimokratia (ND) mit einem Vorsprung von 8 bis 15 Prozentpunkten vor der sozialistischen Partei Syriza unter der Führung des Premiers Alexis Tsipras.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Brosamenverteilung zu Weihnachten oder so was...?
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  • Kommentar von rené studer (rené studer)
    „GRIECHEN WERDEN ZWANGSENTEIGNET“. arbeitsl. der 15 - 24 j. beträgt 55 %, trotzdem 1.9 mia. € ÜBERSCHUSS !? im jahresvergl. mit DE ergeben sich Rückgänge, export 4.1 %, import 2.2 % was zu einem aussenhandelsüberschuss von 19,3 mia.€ führt, 2015 21,7 mia. und alles mit total gegensätzlichen voraussetzungen. das klare minus zeigt die wirtschaftlichen probleme in der eu auf und angesichts der DE dominanz im europäischen wirtschaftsraum ein deutlicher indikator für stockende wirtschaft in europa
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  • Kommentar von L. Leuenberger (L.L.)
    2001 erfolgte der Beitritt zur Eurozone bei einer Staatsverschuldung von 104,4 % des BIP. Während der weltweiten Finanzkrise 2007 stieg die griechische Staatsverschuldung auf 130 %. Die Expansion der EU-Politik und die fatale Einmischung Brüsseler Komissionen haben die Wirtschaft und Landwirtschaft des Landes unwiderruflich zerstört. GR hat kapituliert und wird an internationale Profiteure verscherbelt. Globalisierung und diktatorische EU-Einmischung haben das Opfer GR geschaffen. Ζήτω η Ελλάδα!
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    1. Antwort von Marcel Chauvet (xyzz)
      Immer wieder die gleichen unverschämten Unterstellungen. Schuld sind immer andere, wobei die EU als ständiger Sündenbock herhalten muss. Tatsache ist, dass sich die Nationalstaaten selbst an der Nase fassen müssen. Notwendige Reformen werden nicht in Angriff genommen, verlotterte Verwaltung, fehlende Rechtssicherheit, kulturell bedingte Phänomene etc. Bei diesen chaotischen Zuständen kann ein Land nicht auf die Füße kommen. Wobei allerdings das BIP Griechenlands weit über dem von RUS liegt.
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    2. Antwort von Hans Haller (panasawan)
      Herr Chauvet, wer genau hat den EURO unbedingt einführen wollen und damit das Verhängnis erst mal möglich gemacht. Wer genau hat als erster diese EURO-Kriterien gebrochen? Wer wohl, wer wohl Herr Chauvet ???
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