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International Griechenland will Asylsuchende gleichmässiger verteilen

Direkt nach dem Antritt der EU-Ratspräsidentschaft hat Griechenlands Regierung eine Reform des europäischen Asylsystems und mehr Solidarität mit den Südländern angemahnt. Sie fordert, dass Asylbewerber gleichmässiger auf die Mitgliedstaaten aufgeteilt werden sollten.

Zwei Hände sind durch ein rostiges Gitter sichtbar.
Legende: In der Europäischen Union gilt die Regel: Ein Asylsuchender bleibt in dem Land, in dem er erstmals EU-Boden betrat. Reuters

Südländer wie Griechenland, Italien und Zypern sind aufgrund ihrer exponierten geographischen Lage naheliegende Anlaufstellen für Einwanderer. Die Länder fühlen sich mit dem Problem aber überfordert und verlangen daher eine Reform des jetzigen Mechanismus.

Der griechische Minister Nikos Dendias.
Legende: Der griechische Minister Nikos Dendias fordert eine Umverteilung der Flüchtlinge. Reuters

Der für öffentliche Ordnung zuständige Minister Nikos Dendias fordert deshalb eine «Umverteilungsklausel». Diese könne mehrere Faktoren wie «Wirtschaftsleistung, Fläche oder Bevölkerungsgrösse der Länder» berücksichtigen und auch deren allgemeine «Kapazität, Einwanderer aufzunehmen».

Seit 2003 gilt in der Europäischen Union die Regel, dass sich Asylsuchende nur in dem Mitgliedstaat aufhalten dürfen, in dem sie erstmals EU-Boden betreten haben. Gleiches gilt für die Bearbeitung ihrer Anträge und die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber, die ebenfalls vom jeweiligen Mitgliedsland organisiert werden muss.

Dendias mahnt auch Drittstaaten

Trotz der unterschiedlichen Interessen warnte Dendias davor, die Debatte über das europäische Asylsystem allein auf eine Konfrontation zwischen Nord- und Südstaaten zu verengen. «Es geht nicht um einen Wettbewerb, wer die meisten Migranten aufnimmt», sagte er.

Auch Drittstaaten wie die Türkei müssten «noch sehr viel tun», um den Ansprüchen an sie gerecht zu werden: «Momentan kann jeder ohne Visum in Istanbul landen – und steht dann plötzlich nur noch wenige Kilometer von der EU-Aussengrenze entfernt.»

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Marlene Zelger, 6370 Stans
    Eines wurde hier nicht erwähnt. Doch im den Morgennews auf SRF 1 war zu vernehmen, dass Griechenland wünscht, dass die Asylbewerber gleichmässig, ilm Verhältnis der Bevölkerungszahl Asylanten aufnehmen soll, d. h. je mehr Einwohner, desto mehr Asylanten. Die Schweiz ist auch ein Schengenstaat und aufgrund ihrer übermässigen Bevölkerungsdichte müsste sie unverhältnismässig viel Asylanten aufnehmen. ein Verhältnisblödsinn der besonderen Art!!!!!
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    1. Antwort von Hans Meier, Zürich
      Du hast keine Ahnung was in Griechenland und Italien abgeht.....Typisch für Euch Schweizer.....Ihr meined dwält bestaht nur us dem chilene Land wie dschwiiz....Erweitere zuerst mal deinen Horizont bevor du nächstes mal was schreiben willst.
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  • Kommentar von Samuel Bendicht, Bern
    Das Bild sagt einfach alles über die Asylpolitik! Da kommen verfolgte Menschen, in Griechenland übrigens hauptsächlich weisse Syrer und nicht Schwarze, wie auf dem Foto, die uns um Hilfe ansuchen und wir fettgefressenen Europäer und Schweizer sehen in ihnen Kriminelle, welche weggesperrt werden müssen, weil uns die paranoide Angst eingeimpft wurde, dass diese armen Menschen uns etwas wegnehmen könnten. Eine widerwärtige Einstellung, welche dieses einfache Bild wunderbar verdeutlicht!
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    1. Antwort von A.Käser, Zürich
      Sollen die Folgen eines hirnlosen Vermehrungswahns,von haltlosen Ausbeutungs- und Unterdrückungs-Systeme sowie eines geradezu kindlich ergebenen Glauben an religiösen Dogmatismus,einfach exportiert werden können?Wie steht es mit der Eigenverantwortung aus?Nicht nur den Frauen und Kindern gegenüber,sondern auch der eigenen Nation(und damit schlussendlich auch der Welt)?Einfach drauflos"wursteln"?Der Rest regelt sich von selbst."Andere"schauen dann schon dazu.Politik(Krieg)findet immer statt.
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