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International Griechenland zeigt sich überfordert mit Flüchtlingen

1200 Flüchtlinge innerhalb 48 Stunden – die griechischen Behörden stossen bei der Unterbringung an ihre Grenzen. Ihr Vorschlag: Die Flüchtlinge sollen auf alle EU-Staaten verteilt werden.

Eine lange Menschenkolonne marschiert auf einer Strasse. Es sind vorwiegend Männer.
Legende: Hunderte Neuankömmlinge auf dem Weg zu einem temporären Auffangzelt. Reuters

Chaotische Zustände zeigen sich in Griechenland. Innerhalb von nur zwei Tagen hat die griechische Küstenwache mehr als 1200 Flüchtlinge aufgegriffen. Allein auf der Insel Lesbos kamen nach offiziellen Angaben mehr als 600 Menschen an.

Migranten erreichten auch die Inseln Farmakonisi, Agathonisi, Samos, Kos, Kastellorizo und Chios, wie die Küstenwache mitteilte. Behörden und humanitäre Organisationen seien mit der Lage inzwischen restlos überfordert, berichtete das Staatsfernsehen.

Besonders dramatisch sei die Lage auf Lesbos. Hunderte Migranten verbringen dort die Nacht im Freien und harren tagsüber unter der sengenden Sonne aus, weil alle Aufnahmelager restlos überfüllt seien, berichtete das griechische Fernsehen. Durch die Ägäis führen Routen, über die Schleuserbanden Migranten nach Europa bringen.

Legende: Video Ramspeck zum Flüchtlings-Verteilschlüssel der EU abspielen. Laufzeit 01:53 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 27.05.2015.

Keine Mehrheit für Verteilung der Flüchtlinge

Die griechische Regierung informierte nun den für Migration zuständigen EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos über den Stand der Dinge. Der griechische EU-Kommissar wird am Mittwoch in Brüssel einen detaillierten Vorschlag zur Verteilung von Flüchtlingen auf alle EU-Staaten vorschlagen. Bislang hat diese Idee aber keine Mehrheit unter den Staaten.

Nach dem Willen der EU-Kommission sollen Flüchtlinge künftig per Quote auf die Staaten verteilt werden - vorerst aber nur in Notlagen wie bei einem grossen Flüchtlingsstrom. Basis soll ein Schlüssel sein aus der Wirtschaftsleistung, der Bevölkerungszahl, der Arbeitslosenquote und der Zahl der bereits aufgenommenen Flüchtlinge.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von P.Fetz, Zürich
    Wisst ihr Griechen immer noch nicht warum ihr trotz minus in der Kasse in die EU durften! Ihr seit das Flüchtlingslager in Europa und der Puffer Richtung Osten! Seit ihr in der EU sind kann Deutschland, Frankreich und Co lachen, weil jetzt fast keine Flüchtlinge mehr zu ihnen kommen!
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  • Kommentar von Christa Wüstner, Reinach
    Und ich finde, man sollte nicht die griechische Tragödie (da schliesse ich mich den Meinungen aller an) mit dem Flüchtlingsproblem in einen Topf werfen. Sie kämpfen doch selbst ums Überleben, das können sie einfach nicht bewältigen. Und die Flüchtlinge ziehen ja schon nach Norden weiter, sicher völlig unkontrolliert den Schlepperbanden preisgegeben. Die nächsten Länder werden es richten.
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  • Kommentar von Max Müller, Wangen
    Liebes Griechenland, die EU setzt sich für das Schengen Dublin Abkommen genau so stark ein, wie Ihr euch für die Zahlung eurer Schulden einsetzt.
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