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Grosse Mordserie Ex-Pfleger gesteht, 100 Patienten ermordet zu haben

Legende: Video Die wohl grösste Mordserie der deutschen Nachkriegsgeschichte abspielen. Laufzeit 01:08 Minuten.
Aus Tagesschau vom 30.10.2018.
  • Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ex-Pfleger vor, von 2000 bis 2005 immer wieder Patienten an den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst zu Tode gespritzt zu haben.
  • Er handelte offenbar aus Langeweile und Geltungssucht.
  • Wegen sechs Taten sitzt er bereits lebenslang in Haft.

Der Täter habe aus niedrigen Beweggründen und heimtückisch gehandelt, sagte Oberstaatsanwältin Daniela Schiereck-Bohlmann in der Anklageverlesung. Er soll Patienten nicht verordnete Medikamente gespritzt haben, die tödliche Komplikationen verursachten. Anschliessend versuchte er, seine Opfer wiederzubeleben – was in vielen Fällen misslang. Das Motiv: Langeweile und Geltungssucht vor den Kollegen.

Viele Stühle blieben leer

Wegen der vielen Nebenkläger und des grossen Medienandrangs hat das Gericht die Verhandlung in eine Kongresshalle verlegt. Erschienen sind jedoch nicht alle der mehr als 120 Nebenkläger.

In den reservierten Platzreihen blieben viele Stühle leer. Der Prozess ist komplex und aufwendig. Die Staatsanwaltschaft benannte 23 Zeugen und 11 toxikologische und rechtsmedizinische Sachverständige.

Vor Beginn des Prozesses bat der Vorsitzende Richter alle Anwesenden, zu einer Schweigeminute aufzustehen. «Alle ihre Angehörigen haben es verdient, dass man ihnen in Ehren gedenkt», sagte er. Dies sei unabhängig davon, ob der Angeklagte etwas mit deren Tod zu tun habe oder nicht. «Wir werden uns bemühen und mit allen Kräften nach der Wahrheit suchen», versprach Bührmann.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Patrik Müller (P.Müller)
    Aus Langeweile? Ich habe geglaubt im Gesundheitswesen komme man mit der Arbeit kaum nach und es fehle an Personal allüberall? Es ist zum verrücktwerden: Hat Personal viel Entscheidungsspielraum und Verantwortung im Job kann es gefährlich werden, und wenn jede Handreichung mit tausend Vormularen über 7 Instanzen zuerest bewilligt werden muss ist das Personal bevormundet und frustriert.
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  • Kommentar von D. Becker (Die andere Sicht der Dinge)
    Oder, M. Kaiser, Teil eines komplett überlasteten Systems sein... Dies nur als Erklärung, nicht als Entschuldigung. Aber wie krank muss eine Gesellschaft sein, wenn man denjenigen, die auf unser Geld aufpassen, mehr Lohn bezahlt, als denjenigen, die sich um unsere Kinder und Alten kümmern!!!
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    1. Antwort von M. Kaiser (Klarsicht)
      @ D. Becker, Auch ihre Erklärung der Überlastung spielt sicher eine gewichtige Rolle - es ist die Respektlosigkeit an vielen Orten, gegenüber Pflegebedürftige - denn die sind ja nur noch Kostenfaktoren und deren Tod ( heimlich ) nicht sehr bedauert, anders kann ich mir einen derartigen Massenmord nicht erklären . Wer weiss wie viele Fälle noch im Dunkeln liegen. Es muss Angst machen, sich in fremde Hände zu begeben . Wir alle müssen besser hinsehen .
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Eigentlich hätte dieser Mann schon lange gefasst werden können, die Beflissenheit dieses Machtgierigen Mörders, hätte hier und dort Misstrauen erzeugen müssen, bei den Mitpflegern oder der Spitalaufsicht - Wer innerhalb von 5 Jahren 100 Morde ohne Auffälligkeiten durchführen konnte, muss sehr viel freie Hand gehabt haben und so eine Unheimlichkeit wirft kein gutes Licht auf die Verantwortlichen .
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    1. Antwort von Benjamin Roth (benjamin)
      Im nachhinein ist man immer schläuer...
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    2. Antwort von M. Kaiser (Klarsicht)
      Diese Antwort Herr Roth kann man haben -wenn wir jedoch unsere Pflicht erfüllen wollen , müssen wir vorgehend in der Lage sein, innerhalb von 5 Jahren zu ahnen, was da abgeht . Zudem haben Angehörige von Pflegeopfern diesen Massenmord aufgedeckt , das ist das Verwerfliche an diesem grauenhaften Fall !
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