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Die Passdaten von Tausenden Schweizern und Deutschen wurden gehackt
Aus SRF 4 News aktuell vom 18.09.2020.
abspielen. Laufzeit 04:22 Minuten.
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Hackerangriff in Argentinien Passdaten von 11'000 Schweizern veröffentlicht

Nach einer erfolglosen Erpressung der argentinischen Behörden wurden Zehntausende Passdaten publiziert. Betroffen sind Tausende Schweizer und Deutsche.

Nach einer Cyberattacke haben unbekannte Hacker interne Dateien aus der argentinischen Einwanderungsbehörde ins Netz gestellt. Nach Informationen des Bayrischen Rundfunks (BR) sind darunter auch die Passinformationen von mehr als 11'000 Schweizer Bürgerinnen und Bürgern, die zwischen Januar und Mitte März in Argentinien waren.

Daten ermöglichen Identitätsdiebstahl

Die Daten enthalten unter anderem Namen, Geburtsdaten, Passnummern und das Reiseziel der Betroffenen. Dazu gehören auch rund 12'000 deutsche Staatsbürger sowie Diplomaten und möglicherweise Bürger Israels und Frankreichs.

Das deutsche Innenministerium rät Betroffenen, besonders wachsam zu sein, da Kriminelle versuchen könnten, Identitätsdiebstahl zu begehen. Es sei aber nicht nötig, deshalb einen neuen Reisepass zu beantragen.

Datenmissbrauch möglich

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Mit den Passangaben könnten Kriminelle beispielsweise Bankkonten bei Internetbanken unter fremdem Namen eröffnen, so der BR-Datenjournalist Maximilian Zierer. Die Konten könnten womöglich für illegale Geschäfte benutzt werden. «So kann man schnell Teil eines Ermittlungsverfahrens werden, ohne jemals eine Straftat begangen zu haben.»

Vom Schweizer Aussendepartement EDA hiess es, man habe Kenntnis von dem Angriff und stehe mit den lokalen Behörden in Argentinien in Kontakt, wie der BR-Journalist Maximilian Zierer sagt.

Erfolgloser Erpressungsversuch von Hackern

«Es geht dabei um einen Erpressungsversuch, es geht um Geld», so der Datenjournalist weiter. Zierer war an der Recherche beteiligt.

Es stecke eine Hackergruppe hinter dem sogenannten «Ransom-Angriff» auf die argentinische Einwanderungsbehörde. Laut der BR-Recherche drangen die Täter ins argentinische Computersystem ein, verschlüsselten die Daten und verlangten vier Millionen Dollar, damit die Daten wieder entschlüsselt und nicht im Internet veröffentlicht werden.

Offenbar wurde das Geld nicht bezahlt, deshalb stellten die Hacker die Daten ins Darknet – das «versteckte» Internet, das mit entsprechender Software aber jedem zugänglich ist.

SRF 4 News aktuell vom 18.9.2020, 10.00 Uhr;

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18 Kommentare

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  • Kommentar von Mark R. Koller  (Mareko)
    Dieser Vorfall ist schon bedenklich - ich hoffe alle Passinhaber wurden informiert und die Behörden unternehmen das Entsprechende, damit diese Personen auch zukünftig gefahrlos reisen können und nicht plötzlich irgendwo verhaftet werden. Vor geraumer Zeit habe ich mich damit abgefunden, dass es Privatsphäre im Internet-Zeitalter nicht mehr gibt. Egal ob ich selbst, meine Versicherungen, Bank, Arzt, KK usw.- alle Daten laufen über so viele Computer, irgendwo werden diese Daten alle abgefangen.
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  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Ev. wäre es eine Idee, dass jeder Schweizer bereits einen zweiten, als solchen deklarieren Notfallpass hätte, damit man den Alten sofort international sperren könnte, ohne dass Bürger stranden oder mit dem Pass verknüpfte Services inaktiviert werden. Mit dem Notfallpass könnte man auch ruckzuck (online) einen neuen erstellen.
    Nur mal so eine Idee...
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  • Kommentar von Alois Keller  (eyko)
    Vielleicht sollten alle Betroffen sofort das Bankkonto wechsel oder sogar die Bank um ihr Geld in Sicherheit zu wissen. Kriminelle könnten die Daten für einen Identitätsdiebstahl nutzen und im Namen der Geschädigten zum Beispiel Konten bei Onlinebanken zu eröffnen. Dabei könnten grosse Schadenssummen zusammenkommen. Insofern stellt sich schon die Frage, ob die Betroffenen hier nicht zeitnah informiert werden müssen, um sich gegen eventuelle kriminelle Akte mit ihren Daten zu schützen.
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