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International Haft oder Rückkehr: Vorwürfe gegen türkische Flüchtlingspolitik

Amnesty International wirft der Türkei vor, Flüchtlinge nach Syrien und in den Irak zurückzuschicken. Seit September sollen Hunderte Flüchtlinge an der Westgrenze der Türkei festgenommen und inhaftiert worden sein.

Die türkischen Behörden sollen Flüchtlinge ins Bürgerkriegsland Syrien abgeschoben haben. Diesen Vorwurf erhebt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Auch irakische Flüchtlinge seien gezwungen worden, in ihr Heimatland zurückzukehren.

Seit September seien Hunderte Flüchtlinge an
der Westgrenze der Türkei festgenommen und in mehr als 1000 Kilometer entfernte Haftzentren im Süden und Osten des Landes gebracht worden, teilte Amnesty mit. Sie würden vor die Wahl gestellt, auf unbestimmte Zeit in Haft zu bleiben oder in ihre Heimatländer Syrien und Irak zurückzukehren.

Die Türkei weist den Vorwurf zurück. Das Land spielt in der Flüchtlingskrise eine zentrale Rolle, da es zwischen dem Bürgerkriegsland Syrien und dem EU-Mitglied Griechenland liegt. Sowohl die Europäische Union als auch die Schweiz kündigten zuletzt an, die Türkei finanziell zu unterstützen, um die Lebenssituation der Flüchtlingen im Land zu verbessern.

Die von der EU versprochenen drei Milliarden Euro für die Flüchtlingshilfe sollen nach Angaben der Türkei innerhalb eines Jahres ausgezahlt werden. Das Geld solle nur für Syrer verwendet werden, kündigte der Europaminister Volkan Bozkir nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu am Mittwoch in Ankara an.

17 Kommentare

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  • Kommentar von Dölf Meier (Meier Dölf)
    Irre ich mich? Ober bekommt die Türkei von der EU eine Erfolgsprämie von 3 Milliarden Euro?
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Diesem Bericht wäre noch anzufügen, dass Erdogan dies nicht nur mit Wissen der EU tut, sondern die EU finanziert diese Lager sogar.
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    1. Antwort von Christa lohmann (Saleve2)
      Im Grunde genommen zahlt Deutschland dafür. Aber ich nahm aus allen Berichten an, für den Ausbau der vorhandenen Lager, für etwas menschlichere Unterkünfte. Sind diese Ausschaffungslager nicht eher Erdogans Idee? Er nutzt das Geld für seine Interessen und wie er es für richtig befindet. Hoffentlich überlegt sich die Schweiz noch ihre Verhandlungen mit Erdogan für einen Rückschaffungsantrag.
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  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Alle Flüchtlinge müssen wieder in ihrem Heimatland wieder zurückkehren und dort auch ein Einkommen, Auskommen und Fortkommen vorfinden können, sowie einen Frieden und Wiederaufbau. Das ist die einzig denkbare, humane Variante, die übrig bleiben kann und verbleiben darf. - Motto: "Willkommenskultur war gestern, jetzt muss allen Flüchtlingen wirklich geholfen und nicht nur den wenigen, die es bis Europa geschafft haben !"
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