Vorwahlen der Sozialisten Hamons umstrittene Schwerpunkte

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Bildlegende: Umringt von Journalisten: Überraschungssieger Benoît Hamon. Keystone

Frankreichs Sozialisten sind nach fünf Jahren an der Macht verschlissen und zerstritten. Der 49-jährige Ex-Erziehungsminister Benoît Hamon wirbt in dieser desolaten Lage für einen radikalen Neuanfang – und vertritt dabei auch explizit «grüne» Positionen. «Das Herz Frankreichs schlagen lassen», so lautet sein Wahlkampfmotto.

Der Überraschungssieger der ersten Vorwahlrunde der Sozialisten und ihrer Verbündeten macht mit Forderungen Furore, die von politischen Kommentatoren in Frankreich als utopisch bezeichnet werden.

Bedingungsloses Grundeinkommen: Höchst umstritten ist Hamons wichtigste Forderung fürs Inland. So will er auf längere Sicht jedem Franzosen ein Grundeinkommen von 750 Euro pro Monat zusichern. Dabei soll es keine Rolle spielen, ob der Empfänger arbeitet oder nicht. Jährliche Kosten des Geldsegens: 300 Milliarden Euro. Das bringt Hamon viel Kritik ein.

Massive Investitionen in Europa: Auf europäischer Ebene ist Hamon für massive Investitionen. Für den Euro-Stabilitätspakt mit der Drei-Prozent-Defizit-Grenze hat er nichts übrig – und fordert für den Pakt ein Moratorium. Ausserdem brachte er im Wahlkampf die Vergemeinschaftung europäischer Schulden ins Spiel, ein Tabuthema für deutsche Stabilititätspolitiker.