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Handelsvertrag Mexiko – USA «Mexikos Elite atmet auf»

Legende: Audio Neues Freihandelsabkommen: Mexiko atmet auf abspielen. Laufzeit 02:33 Minuten.
02:33 min, aus HeuteMorgen vom 28.08.2018.

Nach langen Verhandlungen haben sich die USA und Mexiko am Abend auf ein neues bilaterales Handelsabkommen geeinigt. Es soll das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta ablösen. Wie die neuen Bestimmungen in Mexiko beurteilt werden, sagt die Journalistin Sandra Weiss.

Sandra Weiss

Sandra Weiss

Journalistin in Mexiko

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Die gebürtige Deutsche lebt und arbeitet seit 1999 als Journalistin in Lateinamerika. Sie berichtet von dort aus für diverse deutschsprachige Medien.

SRF News: Wie fallen die Reaktionen auf das neue Abkommen in Mexiko aus?

Sandra Weiss: Die Unternehmer haben es begrüsst und als hervorragend bezeichnet. Auch die Börse und die Währung haben an Wert gewonnen. Die Regierung war ebenfalls sehr erfreut. Es schaffe Stabilität und Attraktivität für neue Investitionen, hiess es.

Die Reaktionen der Automobilindustrie waren eher verhalten, weil der Teufel in den Details steckt.

Aber es gibt vereinzelt auch kritische Stimmen von Wirtschaftswissenschaftlern. Sie sagen, das Ganze sei nur Augenwischerei von Trump oder sie kritisieren, Mexiko habe zu viele Zugeständnisse gemacht und werde durch ein bilaterales Abkommen verwundbarer und abhängiger von den USA.

Wie wichtig ist dieses Abkommen für Mexiko?

Mexiko hat in den vergangenen 25 Jahren seine komplette wirtschaftliche Entwicklungsstrategie auf den Freihandel, auf das Nafta-Abkommen, aufgebaut und ausgelegt. Für Mexiko steht das Modell und seine Zukunft auf dem Spiel. Deshalb atmet die Elite in Mexiko jetzt auf.

Für welche Wirtschaftszweige in Mexiko ist dieses Abkommen besonders wichtig?

Der wichtigste Wirtschaftszweig ist mit Abstand ist die Automobilindustrie. Von dort waren die Reaktionen eher verhalten, weil der Teufel in den Details steckt. Die seien noch nicht im Einzelnen bekannt geworden, hiess es vonseiten der Automobilhersteller. Man wolle das erst mal genau prüfen. Aber im Prinzip sei es positiv, dass man jetzt was schwarz auf weiss habe. Das gebe ihnen eine gewisse Planungssicherheit.

Letzlicht ist es rechtlich wohl so, dass Trump nur das Mandat hat, ein trilaterales Abkommen auszuhandeln.

Dieses Abkommen zwischen den USA und Mexiko ersetzt das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta. Kanada ist auch ein Teil davon. Wie wichtig ist es für Mexiko, dass Kanada auch dabei ist?

Mexiko hat mehrfach betont, dass es Kanada unbedingt dabeihaben will. Wirtschaftlich ist es schon so, dass die Bedeutung von Kanada sehr viel geringer ist als die von den USA. Aber letztlich ist es rechtlich wohl so, dass Trump nur das Mandat hat, ein trilaterales Abkommen auszuhandeln. Wenn Kanada nicht dabei ist, bräuchte er ein neues Mandat des US-Kongresses und dann würde sich das Ganze noch ziemlich lange hinziehen. Deswegen ist das Interesse sowohl Mexikos als auch von den USA gross, dass Kanada letztlich doch mit dabei ist.

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11 Kommentare

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  • Kommentar von Bruno Bär (ursinho007)
    Der Beitrag suggeriert, dass ein neues Abkommen zustande gekommen ist. Das muss doch zuerst noch von den Parlamenten der DREI Länder abgesegnet werden. Im Moment ist es also noch null und nichts wert! SRF sollte das jeweils klarer kommunizieren. Danke!
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Das wohl grösste demokratische Potential, im Sinne einer politischen Citoyenneté, wie es sich Rousseau vorgestellt haben könnte , haben die Ordinary People. Darum liebe Ordinary People's mit grossem Potential das Alltägliche so zu ordnen, dass unsere Welt ein Gute für alle wird, En Garde, in welcher Nation es Euch aus einer Laune der Natur gerade verschlagen hat!
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  • Kommentar von Harald Buchmann (Harald_Buchmann)
    Glaubt man CNN, so kann Trump auch gar nicht NAFTA kündigen, ohne Zustimmung des Kongresses. Es handelt sich bei diesem sogenannten Abkommen also um einen Papiertieger.
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