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Huang Weide kämpft um sein Lebenswerk
Aus Tagesschau vom 31.07.2020.
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Hauptstadt des Feuerwerks Wie Fabrikchef Huang Weide für seine Böller kämpft

Der Grossteil von Chinas Feuerwerksindustrie hat seinen Sitz in der südostchinesischen Stadt Liuyang. Doch am heimischen Markt kriselt es.

Schon fast sein ganzes Leben stellt der knapp 70-jährige Huang Weide Feuerwerk her. Er hat sich vom einfachen Arbeiter zum Fabrikbesitzer hochgearbeitet. Heute steht Huang Weide vor seiner grössten Herausforderung: Ausgerechnet in China, dem grössten Markt und Ursprungsland des Feuerwerks, geraten die Raketen und Böller unter Druck.

«Von den 1.4 Milliarden Menschen in China leben mittlerweile 60 Prozent in der Stadt», sagt Huang Weide. «Wenn immer mehr Menschen in die Stadt ziehen, nimmt der Ruf nach Einschränkungen und Verboten von Feuerwerk zu.» In Metropolen wie Shanghai sei das Zünden von Feuerwerk schon länger untersagt, aber immer mehr kleinere Städte ziehen nach. Als Grund geben die Städte Sicherheits-, Umwelt- und Lärmbedenken an.

Mit 14 Jahren Haupternährer der Familie

Huang Weide hat sehr jung in der Feuerwerksindustrie angeheuert. Sein Vater starb, als Huang 14 Jahre alt war – und der Bub wurde plötzlich zum Haupternährer der Familie: «Ich war zu jung und zu schwach, meine Kraft reichte nicht aus, um etwas anderes zu machen.» Hinzu kam, dass seine Familie seit Generationen in der Branche arbeitet.

Riesige Statue eines Mannes.
Legende: In Liyuang wird Li Tian mit einer riesigen Statue gedacht. Er gilt als Erfinder des Feuerwerks. Reuters

Huang Weide stammt aus Liuyang. Die Stadt in der südostchinesischen Provinz Hunan ist Ursprungsort des Feuerwerks. Der Legende nach soll ein Einwohner vor 1400 Jahren mit Schwarzpulver und hohlen Bambusrohren experimentiert haben. Er wollte damit böse Geister vertreiben und erfand dabei den ersten Böller.

Anpassung an die Zukunft

Viele chinesische Feuerwerksmanufakturen haben deshalb ihren Sitz in Liuyan – auch die 1986 von Huang Weide gegründete Qingtai Fireworks mit acht Produktionsstätten. Alle liegen aus Sicherheitsgründen ausserhalb der Stadt. Den ganzen Sommer über steht die Produktion still, denn ab 32 Grad ist das Hantieren mit Schwarzpulver zu gefährlich.

Will Huang Weide sein Imperium bewahren, muss er sich anpassen. Er produziert deshalb seit diesem Jahr ein städtefreundliches Feuerwerk. Es soll sicherer und leiser sein. Der Markt in den Städten sei die Zukunft, so der Fabrikant, den es zu erobern gelte: «In den nächsten zehn Jahren werden nochmals rund zehn Prozent der Bevölkerung in die Städte ziehen.»

Tagesschau vom 31.07.2020, 19.30 Uhr

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15 Kommentare

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  • Kommentar von Ueli Meier  (meimei)
    Der Bericht zeigt, was die Menschen in China beschäftigt, welche Feuerwerk herstellen und ordnet dies emphatisch und unaufgeregt im Kontext ein. Man darf sich zudem freuen, dass die Vulkane und Raketen in Zukunft weniger, dafür kunstvoller, ruhiger und umweltschonender werden.
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  • Kommentar von Harald Buchmann  (Harald_Buchmann)
    Danke an Caudia Stahel. Wenn die Berichterstattung aus China so klingt in Zukunft, dann werde ich auch nicht reklamieren wenn manchmal auch kritische Themen beleuchtet werden. Hier ist ein reales Thema beleuchtet: Stadtleben erfordert mehr Sicherheit und Regulierung, Umweltschutz wird wichtiger, aber anderseits bedroht das Existenzen wie die von Herr Huang. Das zu managen ist Aufgabe der Regierung. Das ist die Herausforderung hinter dem Wirtschaftswunder.
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    1. Antwort von Paul Soltermann  (ps)
      Schliesse mich gerne Ihrem Dank an Caudia Stahel fuer den sachlich informativen Bericht an. So kommt man der Sache bestimmt naeher. Ich selbst bin kein Fan von Feuertwerk, aber das kann man den Chinesen und wohl auch den Schweizern am 1. Aug nicht wegnehmen sicher aber verbessern, wie wir im Bericht erfahren.
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  • Kommentar von Elisabeth STÄHELIN  (eStae)
    Gerade solchen unscheinbare Themen helfen, ohne Ideologieballast auf ein Volk zuzugehen und ohne Scheuklappen andere Menschen und Weltregionen kennenzulernen. Sympathisch.
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