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Heftige Krawalle in Athen Strassenkämpfe am Gedenktag

Legende: Video Strassenschlachten nach Gedenkmarsch abspielen. Laufzeit 00:37 Minuten.
Aus News-Clip vom 18.11.2018.
  • Über 10'000 Menschen haben am Samstag in Athen der blutigen Studentenrevolte gegen die Militärdiktatur 1973 gedacht.
  • Nach der anfänglich friedlichen Kundgebung kam es zu heftigen Strassenschlachten mit Sicherheitskräften, bei denen auch Brandbomben und Tränengas zum Einsatz kam.
  • Die Polizei nahm nach eigenen Angaben Dutzende Demonstranten fest.

Tausende Menschen haben bis in den Samstagabend hinein in Athen der blutigen Unterdrückung der Studentenrevolte am 17. November 1973 durch die damals herrschende Militärdiktatur gedacht. Die anfänglich friedliche Kundgebung wurde später aber von heftigen Krawallen und Zusammenstössen überschattet.

Etwa 12'000 Teilnehmer zählte die Polizei bei der jedes Jahr stattfindenden Demonstration zur Botschaft der USA, die seinerzeit die Obristenherrschaft (1967 bis 1974) in Griechenland unterstützten.

Blutverschmierte griechische Fahne als Symbol

An der Spitze des Marschs wurde traditionell die blutverschmierte griechische Fahne getragen, die in der Nacht des 17. November über der Technischen Hochschule wehte.Damals durchbrach in der Nacht ein Panzer des Militärs das Eisengitter des Gebäudes und gab damit das Startsignal für das spätere Blutbad mit mindestens 24 Toten.

Demonstranten haben eine US-Flagge entzündet
Legende: Eine Flagge der USA brennt in Athen - nicht zuletzt weil Washington die Militärdiktatur 1973 unterstützte. Keystone

Die meisten Banner und Sprechchöre der Demonstranten richteten sich auch in diesem Jahr wieder gegen Kapitalismus, Imperialismus und Faschismus, die Nato und von den USA geführte Kriege weltweit. Polizeifahrzeuge sperrten den zentralen Syntagma-Platz ab – häufig der Schauplatz gewalttätiger Zusammenstösse zwischen Polizei und Protestierenden.

Strassensperren und Brandbomben

Nach dem friedlich verlaufenden Gedenkmarsch kam es massiven Gewaltszenen, bei denen auch Brandbomben geschleudert wurden. Linksextreme lieferten sich in Griechenlands Metropole heftige Strassenschlachten mit der Polizei.

Später errichteten Autonome im studentischen Stadtteil Exarchia Strassensperren, zündeten Mülltonnen an und warfen mit Steinen und Brandsätzen. Fernsehbilder zeigten Vermummte, die Brandsätze von Hausdächern schleuderten.

Regierungschef Tsipras fordert «neue Kämpfe»

Die Polizei ihrerseits setzte Tränengas ein, bereits am frühen Abend gab es mehrere Festnahmen. Insgesamt waren mehr als 5000 Sicherheitskräfte in der Metropole im Einsatz. Auch in Thessaloniki, der zweitgrössten Stadt des Landes, gab es einen Gedenkmarsch, an dem sich rund 7500 Menschen beteiligten.

Der griechische Regierungschef Alexis Tsipras würdigte den Mut der Diktaturgegner in den frühen 1970er-Jahren und forderte zugleich «neue Kämpfe» gegen Faschismus, die extreme Rechte und «neoliberalen Absolutismus».

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Bendicht Häberli (bendicht.haeberli)
    Ja da zeigt sich wieder mal das Gesicht des Homo Sapiens Sapiens: Die Demo durchzuführen ist absolut richtig, das Gedenken an Diktatur und die Getöteten. Aber: JENE, die jetzt Gewalt anwenden als Oppositionnelle, wären sicher nicht besser, sobald sie selber an den Hebeln der Macht wären. Beispiele: Castro, Idi Amin Dada, Gaddafi, Pol Pot, Mao, Franco, Stalin - soll ich noch mehr aufzählen. Leider sind das WIR, die Menschen. Wegen uns wird es nie Frieden geben - höchsten SCHEINFRIEDEN.
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