Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Die Green Card für die USA soll exklusiver werden abspielen. Laufzeit 03:57 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 13.08.2019.
Inhalt

Höhere Hürden für Green Card «Trump will die Leute für seinen nächsten Wahlkampf aufputschen»

Eine Green Card erlaubt es Menschen, sich dauerhaft legal in den USA niederzulassen. Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump will, dass es künftig schwieriger werden soll, eine solche Erlaubnis zu bekommen. Wenn eine Person in irgendeiner Form vom Staat abhängig ist, kann ihr eine Green Card verweigert werden. Stefan Bierling ist USA-Experte der Universität Regensburg und berichtet über die Hintergründe dieser Entscheidung.

Stephan Bierling

Stephan Bierling

Professor

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Der deutsche Politikwissenschaftler leitet die Professur für Internationale Politik und transatlantische Beziehungen an der Universität Regensburg.

SRF News: Was bedeutet die Verschärfung für Leute, die in die USA einwandern wollen?

Stefan Bierling: Zunächst werden es besser ausgebildete Leute mit Hochschulabschluss leichter haben als bisher, legal in die USA einzuwandern. Bisher wurde die Green Card auch von ärmeren Schichten und aus Lateinamerika und Afrika oft genutzt.

Welches Ziel verfolgt Trump mit diesen Verschärfungen?

Es gibt ein offizielles Ziel: Er will die Qualität der legalen Einwanderung in die USA verstärken. Er will, wie etwa Kanada oder Australien, Hochqualifizierte bei der Einwanderung bevorzugen. Aber es geht – wie bei Trump so oft – noch um etwas Anderes.

Immigration und der Mauerbau waren seine grossen Wahlkampfthemen.

Er benutzt die Verschärfung der Bedingungen der Green Card als Mittel, um seine eigene Wählerklientel zu mobiliseren. Er will die Leute, die ihn ins Weisse Haus gebracht haben, aufputschen. Immigration und der Mauerbau waren sein grossen Wahlkampfthemen. Damit hat er die Präsidentschaft gewonnen und er versucht, das Thema wieder in die Öffentlichkeit zu drängen. Es geht um seine Wiederwahl.

Werden diese Verschärfungen vor Gericht Bestand haben?

Mit den bisher erlassenen Gesetzen und Anordnungen – vor allem mit Einwanderungsverschärfungen – ist Trump nicht weit durchgedrungen. Da gab es immer wieder gegenteilige Gerichtsentscheide. Es wird sich über Monate, vielleicht sogar über Jahre hinwegziehen, bis der Supreme Court definitiv entscheidet.

Doch zunächst bringt es eine grosse Unsicherheit für die legalen Einwanderer. Jene, die die Green Card beantragen wollen, werden sich vielleicht durch diese Unsicherheit abschrecken lassen. Damit hat die Verschärfung – schon bevor sie überhaupt durchgesetzt ist – einen politischen Effekt darauf, wie diese Einwanderung in der Zukunft gehandhabt werden wird.

Ist es mehr als ein Wahlkampfmanöver oder genau das?

Es ist in erster Linie ein Wahlkampfmanöver. Es geht um das Aussenden eines Signals.

Trump will keine multiethnischen USA. Das wird seine Hauptwahlkampfbotschaft sein.

«Ich will mehr Einwanderer aus Norwegen und weniger aus Afrika oder aus Lateinamerika», hat Trump mal direkt formuliert. Damit spielt er schon lange. Er will ein weisses Amerika und er will für seine eigene Wählerklientel etwas tun. Er will keine multiethnische USA. Das wird seine Hauptwahlkampfbotschaft sein. Der Wahlkampf hat im Grunde schon seit einigen Monaten richtig begonnen.

Das Gespräch führte Christina Scheidegger.

Legende: Video Aus dem Archiv: Schon 2017 änderten die Green-Card-Bestimmungen abspielen. Laufzeit 01:24 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.01.2017.
Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

28 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Ilse König  (königin)
    Entschuldigung Herr Trump, wer die Welt kennt, wandert auch freiwillig nicht mehr in die USA aus. Zu viel Armut und Kriminalität. Sorry, wrong place! It's too late dude!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Reto Blatter  (against mainstream)
      Monatlich 100000 an der Südgrenze?!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Marti Müller  (marchman)
      Ich würde sofort gehen!! Ein grossartiges Land und ein großartiger Präsident! Die wirtschaft boomt.
      Mit all den Co2 Abgaben wirds bei uns schnell bergab gehen.. Dann wird die USA zum Zufluchtsort!!
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    3. Antwort von James Klausner  (Harder11)
      @Reto Blatter: Sie haben nun bereits mehrmals in Ihren Beiträgen mit der Zahl von 100'000 Immigranten pro Monat an der US/MEX Grenze paradiert, ohne dies mit Belegen zu untermauern. Ich mache Sie darauf aufmerksam das diese Zahl weder von den offiziellen US Statistiken, noch von Statistiken der Bundesstaaten oder Hilfsorganisationen gestützt wird. Die Gesamtzahl der Immigranten aus Lateinamerika, legale wie illegale zusammen, beträgt p/M. ungefähr 40'000 und ist seit 10 Jahren rückläufig.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    4. Antwort von marc rist  (mcrist)
      @Reto Blatter: Selbst wenn es 100'000 sein sollten, handelt es sich hierbei um Menschen, die die Welt eben NICHT kennen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von S. Borel  (Vidocq)
    Der macht in erster Linie einfach Wahlkampf und will mit dieser Verschärfung nach Möglichkeit nur noch Weisse ins Land lassen. Ich hatte zu diesem Thema hier schon einmal geschrieben, Trump habe öffentlich gesagt, er hätte viel lieber Zuwanderer aus z.B. Norwegen statt Mexico. Und ich bleibe dabei: Norweger wird man auch nach Verschärfung nicht auf Baumwollplantagen rackern sehen...
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Marti Müller  (marchman)
      Haben sie gelesen er hätte lieber Norweger ?? Glauben sie nicht alles! Oder lesen sie auch den Kontext
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von James Klausner  (Harder11)
      Gerne ergänze ich Ihren Bericht um den Fakt, dass die Zahl der jährlich legal mit Visum eingereisten Europäer, die nicht mehr ausreisen und sich Illegal in den USA aufhalten höher ist, als die Zahl der Immigranten aus Lateinamerika. Nachzulesen in einem Bericht des Ministeriums für Inlandsicherheit per 2016. Der von Trump behauptete Notstand an der Südgrenze ist Schmierentheater.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Max Wyss  (Pdfguru)
    Das dumme ist, dass die US-Wirtschaft nicht einmal so stark auf qualifizierte Leute angewiesen ist. Im High-Tech-Bereich (wo ja Qualifikation notwendig ist), hat die Industrie die meisten Jobs schon exportiert, und sie wird diese nicht wieder ins Land hereinholen.

    Was benötigt wird, sind "Chrampfer", welche Arbeiten machen, welche die USAner nicht willens sind zu tun. So gibt es unter den Erntehelfern, welche im Akkord Gemüse oder Früchte ernten kaum US-Bürger.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen