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Homophobie strafbar Bolsonaro kritisiert oberstes Gericht

  • Der brasilianische Staatschef Jair Bolsonaro hat das Oberste Gericht des Landes gerügt – weil dieses Homophobie als Verbrechen eingestuft hat.
  • Die Richter sprachen sich dafür aus, Anfeindungen gegenüber Homo- und Transsexuellen künftig als Straftat zu werten.
  • Bolsonaro hatte sich in der Vergangenheit mehrfach abfällig über Homosexuelle geäussert.
Video
Aus dem Archiv: Die mutigen Queeren und der homophobe Kandidat
Aus 10vor10 vom 26.10.2018.
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Der Gerichtsentscheid könne Homosexuellen «wehtun». so Bolsonaro: Denn: Unternehmen dürften es sich aus Angst, der Homophobie beschuldigt zu werden, «zweimal überlegen», Homosexuelle einzustellen. Zudem argumentierte der Staatschef, das Gericht habe «komplett Unrecht», weil es sich in die Gesetzgebung eingemischt habe.

Das Oberste Gericht Brasiliens hatte Homophobie am Donnerstag offiziell als Verbrechen eingestuft. Acht von elf Richtern sprachen sich dafür aus, Anfeindungen gegenüber Homo- und Transsexuellen analog zu rassistischen Verbrechen künftig als Straftat zu werten. Rassistische Straftaten können in Brasilien mit Haftstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen bestraft werden.

Deutlich mehr Anfeindungen

Bolsonaro hat in der Vergangenheit mehrfach mit homophoben Aussagen Aufsehen erregt. Unter anderem hatte er erklärt, es wäre ihm lieber, sein Sohn wäre tot als schwul.

In Brasilien hatten Anfeindungen gegen Schwule, Lesben und Transsexuelle in den vergangenen Jahren zugenommen. Nach Angaben der Organisation Grupo Gay de Bahia, die seit vier Jahrzehnten Statistiken erstellt, gab es in Brasilien allein im Jahr 2017 bei 387 Tötungsdelikten und 58 Suiziden einen homophoben Hintergrund. Das war ein Anstieg um 30 Prozent im Vergleich zu 2016.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von Werner Gerber  (Emmentaler1)
    herr peter amthauer. ich bin überzeugt davon, dass das oberste gericht brasiliens das gesetz aus dem ff kennt. und weiss, was es entscheiden kann. wie unser bundesgericht auch
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  • Kommentar von Jacopo Contin  (Spitfire)
    Bolsonaro ist ein evangelikaler Christ.....auch hier wieder: Religion ist ein Hindernis für Menschlichkeit und Empathie.
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    1. Antwort von Roger Gasser  (allesrotscher)
      Religion ist ein "Werte"-Vermittler für den einzelnen Menschen als auch ein Regel-Werk für das Zusammenleben in der Gesellschaft. Daraus entsteht Menschlickeit und Empathie. Wenn sich gewisse Menschen dieser Werte nicht bewusst sind bzw. diese nicht Leben so ist das nicht der Fehler der Religion sondern des betreffenden Menschen. Es betrübt mich zu sehen dass Ihr kurzsichtiges Vorurteil so viele Befürworter findet.
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    2. Antwort von Jacopo Contin  (Spitfire)
      Herr Gasser! Was an meinem Urteil ist kurzsichtig bitte???!! Erklären Sie es mir bitte? Was waren denn die Hexenverbrennungen? Was waren die permanenten Angriffe der Kirchen gegen Demokratie und Menschenrechte? Was waren die Judenverfolgungen? Die Kriege im Namen Christi oder Mohameds? Die ewigen Anklagen gegen Frauenemanzipation? Noch heute sind Religionen Bremser bei einer wahren Umgestaltung der Gesellschaft Richtung Menschlichkeit und Akzeptanz....bitte bringen Sie Argumente....
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    3. Antwort von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
      Nein JC, IGNORANZ ist ein Hindernis für Menschlichkeit und Empathie. Wer Sinn und Zweck von Religion versteht, statt sie durch den Dreck zu ziehn, lebt und reagiert anders als Bolsonaro und all die fanatisierten Fehlgeleiteten.
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    4. Antwort von Beni Fuchs  (Beni Fuchs)
      Warum misst man Religion immer an denen, die sie verraten und missbrauchen?
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    5. Antwort von Jacopo Contin  (Spitfire)
      An Herrn Fuchs: Weil es für ethisches, menschenfreundliches Handeln weder Glauben noch Religion noch irgendwelche Pfarrer, Priester oder Mullahs braucht......deshalb.
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    6. Antwort von Jacopo Contin  (Spitfire)
      Ignoranz bringt die Leute zu den Religionen. Denn wenn ich kein Wissen habe, dann "rette" ich mich zum Glauben.
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    7. Antwort von Peter Binetsch  (PeBi)
      Das Problem von Religion ist, dass sie Anspruch auf Wahrheit hat, sonst wäre es keine Religion. Und der Anspruch auf Wahrheit grenzt andere Wahrheiten aus. Homosexualität ist eine Wahrheit, weder richtig noch falsch. Die Frage ist, wie eine Gesellschaft damit umgeht. Markante Sprüche und Ausgrenzung sind da wenig förderlich.
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  • Kommentar von Peter Hirschi  (phirschi)
    Rassismus gegen Farbige und Homosexuelle ist hier in Brasilien leider sehr verbreitet. Die wenigsten davon würden es auch öffentlich zugeben, aber Bolsonaro wurde unter anderem auch genau wegen solchen Aussagen gewählt. Bolsonaro weiss das und reagiert nun auch dem entsprechend. Und dass er selber ein Rassist ist hat er selbst schon genügend bekräftigt. Es ist schön zu hören, dass es doch noch den einen oder anderen Gegenpol gibt. Ob dies jedoch genügt wage ich zu bezweifeln.
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    1. Antwort von Christian Szabo  (C. Szabo)
      Die ganze Neue Welt leidet darunter, dass sich die "Eroberer" aus der Alten Welt Europa nach wie vor als etwas Besseres halten als alle anderen Ethnien auf diesem Planeten.
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