Horn von Afrika: Piraten streichen die Segel

Die Welt war alarmiert. Die Piraterie im Golf von Aden nahm seuchenhafte Ausmasse an. 151 Angriffe allein im Jahr 2010. Nun hat der multinationale Marine-Einsatz Früchte getragen. Die Angriffe gingen massiv zurück.

Blick an Bord der Marine-Fregatte Brandenburg. Im Vordergrund weht eine Piratenflagge. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Dem Einsatz von Fregatten wie der deutschen Brandenburg ist der Rückgang der Angriffe im Golf von Aden zu verdanken. Keystone / archiv

Man kann den Rückgang der Überfälle auf den wichtigen Seehandelsrouten am Horn von Afrika getrost drastisch nennen. 2012 brachten Piraten nur noch fünf Schiffe in ihre Gewalt. Im Jahr davor waren es noch 25.

Stacheldraht und Wasserkanonen

Die Zahl der versuchten Angriffe sei auf 30 von zuvor 151 gesunken. Eine Trendwende scheine erreicht, erklärte das deutsche Verteidigungsministerium in Berlin.

Massnahmen gegen Piraten zeigen Wirkung.

6:03 min, aus SRF 4 News aktuell vom 08.01.2013

Eine Ursache für diesen Umschwung sei sicherlich der multinationale Marine-Einsatz in der Region, so der Korrespondent von «SRF 4 News» Fredy Gsteiger. Aber auch der bessere Selbstschutz der Handelsschiffe zeige Wirkung.

Die Reedereien rüsteten ihre Schiffe mittlerweile professionell auf: mit bewaffneten Sicherheitsleuten, Stacheldraht an der Reling, Wasserkanonen und Schutzräumen.

Gemeinsamer Kampf

Im Rekordjahr 2010 waren in der Region noch 47 Schiffe entführt worden. Durch das Seegebiet vor Somalia und den Golf von Aden führt die wichtigste Handelsroute zwischen Europa, der arabischen Halbinsel und Asien. 2008 startete die EU die multinationale Marineoperation «Atalanta» zum Schutz der Seefahrt in der Region.