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Aus dem Archiv: Modische Kleider, miserable Löhne
Aus Kassensturz vom 04.11.2014.
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Hungerlöhne in Äthiopien Nähen für 26 Dollar im Monat

Äthiopien hat weltweit die tiefsten Löhne in der Kleiderherstellung. Bekannte Marken werden so nach Afrika gelockt.

Die äthiopische Regierung hat die Löhne tief angesetzt, damit grosse Kleidermarken Fabriken bauen, so ein Bericht der New York University. Nirgendwo auf der Welt ist der Mindestlohn für Fabrikangestellte der Kleidungsindustrie niedriger. 26 Dollar pro Monat verdient eine Arbeiterin oder ein Arbeiter durchschnittlich umgerechnet in einer Kleidungsfabrik in Äthiopien. Einen gesetzlichen Mindestlohn gibt es nicht.

Der Regierungsanreiz zeigt Wirkung: Marken wie H&M, Gap oder der Bekleidungskonzern PVH (Calvin Klein, Tommy Hilfiger) haben Teile ihrer Produktion bereits nach Äthiopien ausgelagert. Zudem steigen die Löhne in Asien. In Bangladesch und Burma zum Beispiel verdienen die Fabrikangestellten fast viermal so viel.

Legende:
Mindestlöhne in der Kleidungsproduktion Monatlicher Mindestlohn in Dollar in ausgewählten Ländern. In Äthiopien gibt es keinen gesetzlichen Mindestlohn. NYU Stern Center Research

Die Regierung hat es sich als Ziel gesetzt, Äthiopien zur führenden Kleidungsproduktionsstätte Afrikas zu machen. Bis 2025 sollen die Exporte auf rund 30 Milliarden Dollar wachsen, sagt Arkebe Oqubay, Sonderberater des äthiopischen Premierministers Abiy Ahmed. Um dieses Ziel zu erreichen, wurden grosse Industrieparks angelegt. Im grössten Industriepark arbeiten bereits heute 25'000 Angestellte, mehrere Zehntausend sind in weiteren Fabrikkomplexen untergebracht.

Die Leidtragenden des Lohndumpings sind die Angestellten, allen voran junge Arbeiterinnen. Viele der Arbeitskräfte stammen aus armen Bauernfamilien. Mit dem Hungerlohn könne weder genug zu Essen, Transport noch eine humane Unterbringung gesichert werden.

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50 Kommentare

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  • Kommentar von werner zuercher  (Werner Zuercher)
    Sollten sich die Globalisierer, Multikulti-Fanatiker und Klimahysteriker hinter die Ohren schreiben. Wir lassen Menschen in der Dritten Welt für uns billigst arbeiten, zu Tode arbeiten. Für möglichst billige, aber mit viel Grauenergie behaftete Ware und hohe Konzern und Aktiengewinne! Während diesen Ländern nichts bleibt als Umweltverschmutzung, Elend, dazu als Migrationswaffe missbraucht. Wären UNO, Weltbank, IWF einen Pfifferling wert, würde dagegen etwas getan! Landflucht ist keine Lösung.
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    1. Antwort von Peter Singer  (P.S.)
      Diese Länder profitieren ja enorm von der Globalisierung. Ohne Näharbeit hätten diese Frauen gar nichts und würden vermutlich hungern. Schon viele Länder, allen voran China, haben es dank Globalisierung aus der Armut heraus geschafft.
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  • Kommentar von Benedikt Walchli  (Baenzi)
    Die wichtigste Frage ist, kann man mit diesen 26$ dort leben? Ich lebe hier in den Philippinen, da sind dies etwa 120$/Monat. Mit dem kann man hier leben. Natürlich scheint dies aus dem Hoechst-Lohn-Land Schweiz unmöglich.
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  • Kommentar von Denise Casagrande  (begulide)
    Was für eine Wahnsinns-Welt der "homo sapien" (Menschen)! Die einen Menschen, erhalten effektive Hungerlöhnchen für ihre Arbeit, währenddessen andere noch Staatsgelder für die "Pro-Kind-Produktion" erhalten.....
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