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Explosion einer Pipeline in Mexiko
Aus Tagesschau vom 19.01.2019.
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Illegaler Anzapf-Versuch Zahl der Toten nach Pipeline-Detonation steigt weiter

  • Bei der Explosion an einer Benzinleitung in Mexiko am Samstag sind nach jüngsten Angaben bisher93 Menschen ums Leben gekommen – viele wurden verletzt.
  • Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich laut lokalen Medien hunderte Menschen an der Benzin-Pipeline, die versuchten, aus einer leckgeschlagenen Leitung Sprit mit Eimern und Kanistern abzuschöpfen.
  • Das Leck wird auf einen illegalen Anzapf-Versuch zurückgeführt.

Die Zahl der Todesopfer nach der Explosion an einer Benzinleitung in Mexiko ist auf 93 gestiegen. 72 Verletzte wurden in verschiedenen Krankenhäusern behandelt, wie der Gouverneur des Bundesstaats Hidalgo, Omar Fayad, am Samstagabend auf Twitter mitteilte.

Gouverneur: Opferzahl gestiegen

Es gehe derzeit darum, den Gesundheitszustand der Verletzten zu stabilisieren, so Fayad. Das gelang jedoch nur teilweise: Weil es in den Spitälern weitere Tote gab, erhöhte sich in den letzten Tagen die Opferzahl weiter.

Schwierige Identifizierung

54 der Toten seien so schwer verbrannt, dass die Identität der Leichen mittels DNA-Test festgestellt werden müsse, sagte der Generalstaatsanwalt des Bundesstaats Hidalgo. Suchhunde konnten am Unfallort mehrere unversehrte Leichen finden, neun der Toten seien schnell identifiziert worden, erklärte er weiter.

Erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass die Explosion durch die Reibung der Kleidung der Menschen entstanden sein könnte, die sich um das Leck gesammelt hatten. Aus der Leitung sei neben Benzin auch Gas ausgetreten, erklärte Mexikos Generalstaatsanwalt Alejandro Gertz Manero. Durch die Reibung von synthetischen Materialien könne es zu elektrischen Reaktionen kommen, und statisch aufgeladene Kleidung könnte zum Entzünden des Gases geführt haben.

Illegaler Anzapf-Versuch

Auf Videoaufnahmen vom Samstag war zu sehen, wie nach der Explosion Panik am Unfallort herrschte. Menschen liefen schreiend von der Treibstoffleitung weg. An der Pipeline schlugen Flammen in die Höhe. Das Feuer breitete sich an der Unfallstelle aus. Einsatzkräfte sperrten die Zone im Bundesstaat Hidalgo ab.

Am Freitagnachmittag war nach Angaben des Fernsehsenders «Milenio TV» ein Leck an der Leitung gemeldet worden. Der staatliche Mineralölkonzern Pemex erklärte, es habe sich um einen illegalen Anzapf-Versuch an der Pipeline in der Nähe von Tlahuelilpan gehandelt.

Karte von Mexiko.
Legende: Tlahuelilpan, wo sich die Explosion ereignete, liegt rund 85 Kilometer nördlich der Hauptstadt Mexiko-Stadt. SRF

Benzin-Diebstahl ist ein grosses Problem in Mexiko. Nach Pemex-Angaben wurde im vergangenen Jahr alle 30 Minuten versucht, illegal eine der Pipelines anzuzapfen. Hidalgos Gouverneur rief nach dem Unfall die Bevölkerung auf, sich nicht am Benzin-Klau zu beteiligen. Es sei lebensgefährlich, warnte er auf Twitter. «Das ist heute passiert und es darf sich nicht wiederholen.»

Die Regierung geht seit Ende Dezember gegen den Kraftstoff-Diebstahl vor und liess bereits einige Leitungen schliessen. Der Sprit wird nun in bewachten Tanklastern transportiert. An den Tankstellen des lateinamerikanischen Landes führte das in den vergangenen Wochen zu langen Warteschlangen.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von Achim Frill  (Afri)
    Es ist einfach, jetzt wieder die "sälber tschuld" Keule vorzuholen. Aber so einfach ist das nicht. Gerade ungeschulte Menschen sind sich der Gefahr von Benzin und dessen Dämpfen einfach nicht richtig bewusst. Sogar wir selber erschraken im Teenageralter immer wieder über die immense Verbrennungsenergie von Benzin, wenn wir damit leichtsinnig rumspielten. Ich denke, die Gefahrensensibilisierung muss in solchen Ländern bereits in der Schule beginnen, um solche Unfälle zu vermeiden.
    1. Antwort von martin blättler  (bruggegumper)
      Sie meinen also,man sollte die Benzindiebe,die vermutlich organisiert sind,auf Staatskosten im gefahrlosen Stehlen von Benzin und anderen
      in Pipelines transportierten Treibstoffen schulen?
  • Kommentar von Reto Camenisch  (Horatio)
    Tragisch. Nicht nur Pipelines werden abgezapft. Auch Stromleitungen werden gekappt. Dann kommt das Unternehmen und entfernt die illegalen Leitungen. Anderntags sind sie dann wieder ersetzt...
    1. Antwort von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
      Es kommt mehr und mehr auf, sich zu bedienen... wo man kann.. zB Suedafrika, verkommt zu einem riesigen Gefaengnis.. Mein Nachbar und ich, wir sind die Letzten im Tal, ohne Elektro- oder Rasierdraht - Zaun im Thal... Mein Zaun wird gerade installiert und auch mein Nachbar hat begonnen.. wie das Wild den Fluss zum Trinken erreicht in Zukunft...? Immerhin, ich habe Bergseits einen Wassertrog der staendig gefuellt wird installiert.
  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Tragisch, "Aber sie wissen nicht was sie tun"!
    1. Antwort von Hans Haller  (panasawan)
      Also jene die da angezapft haben, wussten sicherlich was sie getan haben. Vielleicht haben sie ja das Risiko bewusst in Kauf genommen. Sich gratis Benzin verschafften ist eine sehr gute Einnahme-Quelle. Nur da ist es nun offensichtlich schief gegangen. "Dumm gelaufen..., das nächste Mal machen die es mit dem Anzapfen vielleicht "besser"...!
    2. Antwort von Franz NANNI  (igwena ndlovu)
      Die wissen sehr wohl was sie tun... man nimmt halt das Risiko...
    3. Antwort von martin blättler  (bruggegumper)
      Doch,sie wissen es,aber sie können es nicht.Zum Glück.