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Serbien nutzt Pandemie zur Machtdemonstration gegen Kosovo
Aus Tagesschau vom 28.02.2021.
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Impfstreit mit Kosovo Impfdosen dienen Serbien als diplomatisches Druckmittel

  • Serbien hat wie kein anderes Land in Europa einen so grossen Teil seiner Einwohnerinnen und Einwohner bereits geimpft. Dies dank Impfstoffen aus Russland und China.
  • Im Kosovo hingegen gibt es noch gar keinen Impfstoff.
  • Jetzt betreibt Serbien mit seinen Impfstoff-Vorräten eine eigentliche Impf-Diplomatie.

Erst verschenkte Serbien Impfstoff an Spitäler im Kosovo. Aber dort nur im von Serben bewohnten Teil. Kosovo protestierte, weil der Impfstoff noch nicht zugelassen ist. Jetzt offeriert Serbien die Fahrt mit Bussen zum Impfen im eigenen Land. Allerdings nur für Personen mit serbischem Pass oder Identitätskarte. Das sorgt für Ärger.

Hunderte Impftouristen

«Wenn es hier im Kosovo einen Impfstoff gäbe, hätten wir uns hier geimpft. Ich bin ein wenig verzweifelt, warum es hier nicht für alle Menschen Impfstoff gibt. Sowohl für uns Serben als auch für die andern, die Albaner», sagt zum Beispiel Dobrila Kostic, welche die Reise nach Serbien auf sich nimmt, um sich impfen zu lassen.

So sieht es auch Sinisa Zivic, auch sie eine Impftouristin: «Wir sollten nicht nach Serbien gehen müssen. Wir sollten den Impfstoff hier im Kosovo bekommen. Aber was sollen wir machen?»

Ein Plakat zeigt den Händedruck von Vucic und Xi
Legende: Dank russischer und chinesischer Hilfe werden Impfdosen zum diplomatischen Druckmittel. Keystone

Und so fahren sie derzeit zu Hunderten über die Grenze nach Serbien, um sich russischen oder chinesischen Impfstoff spritzen zu lassen. In den letzten Wochen liess Serbien auch im Kosovo nicht zugelassenen russischen Impfstoff an ethnische Serben verimpfen.

Zum Ärger der Behörden im Kosovo. «Serbien versucht sich in unsere internen Angelegenheiten einzumischen, um unser Land zu destabilisieren», sagt Vjosa Osmani, die Präsidentin Kosovos. «Sie werden jede Gelegenheit nutzen, um uns zu destabilisieren. Auch diese Impfung. Und das könnte unsere Sicherheit gefährden.»

Kosovo ist machtlos

In Serbien betrachtet man Kosovo als einen Teil des Landes. Man will weiterhin Bürgerinnen und Bürger aus dem Kosovo impfen. Auch gegen den Willen der kosovarischen Regierung.

So sagt Vladimir Petkotiv, der serbische Impfkoordinator für Zentralkosovo: «Alle, die die erste Dosis erhalten haben, bekommen zum geplanten Zeitpunkt die zweite Dosis des Impfstoffs. Das Interesse ist enorm.»

Der Kosovo ist machtlos. Serbien nutzt Pandemie und Impfung zur Demonstration seiner Stärke.

Tagesschau, 28.02.2021: 19:30 Uhr;

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4 Kommentare

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  • Kommentar von Florian Kleffel  (Hell Flodo)
    Vor über 20 Jahren - im Gymnasium - dachte ich noch, angesichts der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts sei es eigentlich unmöglich, die Schädlichkeit des Nationalismus nicht zu erkennen. Zumal gerade damals die Schweiz von Flüchtlingen aus dem nationalistisch geprägten Balkan-Krieg überschwemmt wurde (Willkommen, danke für eure Mitarbeitet hier). Heute befürchte ich, dass ich den Tag nicht mehr erlebe, an dem Nationalismus nur noch eine schädliche Ideologie aus der Vergangenheit ist.
  • Kommentar von Markus Ruediger  (Mr1982)
    Wieder mal ein falscher Titel. Druckmittel? Wo ist denn hier ein Druckmittel? Fehlt nur noch à la Blick mit Skandal oder Tragik aufzuheizen.

    Serbien hatte dem Kosovo Impfdosen gespendet sofern die Spitäler mit dem Gesundheitsamt von Serbien zusammenarbeiten. Zusätzlich geben sie die Möglichkeit ALLEN Bewohnern im Kosovo in Serbien impfen zu gehen, natürlich nur für Inländer, deswegen auch nur mit ID Karte, was auch alle Kosovoalbaner besitzen oder bekommen würden.
    1. Antwort von Vesna Arnold  (PRADA123)
      Kosovo bekommen von USA impfdosen sie habe sie zuerst Anerkannt. Was für ein Titel SRF als diplomatisches Druckmittel.
  • Kommentar von Ben Utzer  (smi)
    Kosovo wird von den meisten Staaten als Teil von Serbien angesehen. Serbien würde seinen Anspruch aufgeben, wenn es sich nicht so verhalten würde.
    Schlussendlich geht's um Gebietsansprüche, nicht ums impfen. Das gleiche Spiel könnte man auf der Krim, in Palästina, Kaschmir etc. spielen.