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Proteste gegen Homophobie in Spanien
Aus SRF News vom 06.07.2021.
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In mehreren spanischen Städten Nach tödlicher Attacke: Demonstrationen gegen LGBTQ-Hass

  • Nach dem Tod eines Mannes bei einer mutmasslich schwulenfeindlichen Attacke haben in mehreren Städten Spaniens tausende Menschen gegen Hassverbrechen und für Toleranz demonstriert.
  • Unter anderem in Madrid und Barcelona schwenkten die Menschen Regenbogen-Flaggen.
  • Ebenfalls demonstriert wurde in der nordspanischen Stadt La Coruña, wo sich der Angriff auf den 24-jährigen Krankenpfleger am frühen Samstagmorgen ereignet hatte.
  • Die Polizei ist wegen des Einsatzes von Schlagstöcken gegen die Demo-Teilnehmer in die Kritik geraten.

In La Coruña versammelten sich laut Nachrichtenagenturen 10'000 Menschen, 3000 in Madrid sowie mehrere hundert in Barcelona und Valencia. Auf Plakaten standen Sätze wie «Samuel ist nicht gestorben, er wurde ermordet». Aufgerufen zu den Kundgebungen hatten Vertreter der LGBTQ-Bewegung in Spanien.

Die Demonstranten prangern die gewalttätige Attacke auf einen 24-Jährigen an. In der Nacht von Freitag auf Samstag war dieser auf der Hafenpromenade von La Coruña mit Fremden aneinandergeraten. Laut dem staatlichen Sender RTVE wurde er in der Nähe eines Nachtclubs von mehreren Angreifern verprügelt und homophob beleidigt. Er erlag seinen Verletzungen später im Spital. Die Polizei erklärte, es werde abgeklärt, ob es sich um ein Hassverbrechen handle.

Demonstranten auf der Strasse.
Legende: Auch in Madrid gingen Tausende Anhängerinnen und Anhänger der LGBTQ-Bewegung auf die Strasse. Keystone

In der Kritik steht mittlerweile auch die spanische Polizei. Auf Videobildern ist zu sehen, wie Einsatzpolizisten am Montagabend ohne ersichtlichen Anlass auf friedliche Demonstranten in Madrid einprügelten. Im staatlichen TV-Sender RTVE wird kritisiert, Teile der Polizei seien auf dem rechten Auge blind. Gegen linke Demonstranten werde schnell der Knüppel geschwungen. In der Tat können rechte Gruppen in der Öffentlichkeit den Hitlergruss zeigen, verbotene Lieder singen und Fahnen verfassungsfeindlicher Gruppen mitführen, ohne dass die Polizei einschreitet.

Die Chefin der linken Partei Más Madrid, Mónica García, prangerte auf Twitter die unverhältnismässige Härte des Polizeieinsatzes an. Die Abgeordnete der Partei, die im Regionalparlament genauso viele Sitze wie die in Spanien regierenden Sozialisten hat, forderte eine Erklärung der Polizeiführung und der konservativen Regionalregierung.

Die Polizei begründete ihr Vorgehen damit, sie seien von einigen Teilnehmern der Demo mit Gegenständen beworfen worden und es habe einige Zerstörungen im öffentlichen Raum gegeben. Zu sehen war das auf Videobildern nicht. Die Regionalregierung kündigte eine Untersuchung an.

SRF 4 News, 05.07.2021, 04:00 Uhr;

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11 Kommentare

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  • Kommentar von eneas Stoppa  (Enton)
    @Baron Wieso? Wegen Wissen um die Geschichte und Identität von Samuel (siehe und lese Kommentar von Enton).
    Sie berufen sich auf ‘Unschuld in Bezug auf homophobe Tat bevor das Gegenteil bewiesen ist’? Wenn sie das wollen...
    Wird ein homosexueller Mensch zu Tode geprügelt, ist es nicht schlimmer, als wenn das einem heterosexuellen wiederfährt. Aber wir können davon ausgehen, dass es ein homophobes Motiv gab, bis das Gegenteil bewiesen ist. Es ist wichtig, Hass gegen Minderheiten zu benennen.
  • Kommentar von eneas Stoppa  (Enton)
    @Walter & @Baron Grundsätzlich können wir ‚rein logisch‘ davon ausgehen, dass Samuel in einem sozialen Netzwerk eingebunden war, Freund*innen und Familie hat, die wissen, dass er sich keiner heteronormativen sexuellen Identität zugehörig fühlte und auch keine solche sexuelle Orientierung verfolgte.
    Wenn er* dann vorm Nachtclub, wo Zugehörigkeit zur LGBTQI-Community durch Stilmittel wie Kleidung,Schminke ua üblich ist, er homophob beleidigt und zu Tode geprügelt wird, können wir davon ausgehen.
    1. Antwort von René Baron  (René Baron)
      Wieso kann man davon ausgehen? Ueberall auf Pausenplätzen, an Sportveranstaltungen, etc. werden homophobe Beleidigungen ausgesprochen. Das hat aber weniger mit Homophobie zu tun, sondern mit einem allgemein kleinen Wortschatz der zwar Stereotypen abruft aber diese i.d.R. nicht so meint. Nicht dass das in Ordnung wäre, aber Homophie und jemanden Jugendsprachlich "schwul" nennen sind dann doch noch zwei paar verschiedene Schuhe.
    2. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      @Baron, wie meinen sie es dann?
      Das mit dem 'meinen' ist eine faule Ausrede. Wieso muss man bei Beleidigungen sofort davon ausgehen, dass man diese nicht so meint. Wieso kann man denn nicht so beleidigen wie man es meint? In allen anderen Situat. spricht man auch so wie man es meint, ausser bei Beleidigungen, da meint man plötzlich etwas anderes als man sagt. Der Beleidigungsenpfänger soll dann auch noch selber umformulieren, damit er versteht was gemeint ist, nicht was gesagt wird?
    3. Antwort von Michael Heutschi  (=)
      @Odermatt, unsere Sprache ist und bleibt zwischen unserem Gehirn UND unseren Lippen. Damit ist sie jederzeit interpretationsfähig/-dürftig. Jedes gesprochene Wort ist ein Abtasten zwischen Absender*** und Empfänger***.

      Am deutlichsten sehen wir das an Ihrem Kommentar... Sie werben dafuer unsere Sprache so zu nehmen wie sie gesprochen wird, dann bitte ich Sie mir zu erklären was eine "faule Ausrede" ist.
      (Aufgepasst: Ich verstehe was Sie meinen, nicht aber was Sie sagen...)
    4. Antwort von Thomas Meyer  (ThomasMeyer)
      Herr Odermatt, leider scheint mir das ‚ist nicht so gemeint‘ sehr konsequent vor allem da zu gelten wo Männer abfällig als schwul bezeichnet werden.
      Darin ist einer der Gründe des Problems an sich.
    5. Antwort von Thomas Meyer  (ThomasMeyer)
      Herr Baron, niemand wird umgangssprachlich abfällig als schwul tituliert ohne dass es homophob ist.
    6. Antwort von Pascal Odermatt  (PDOdermatt)
      Herr Heutschi, man kann sich durchaus bemühen Präzision in der Sprache anzuwenden und Wörter so wählen, dass der Interpretationsspielraum minimiert wird. 'Faule Ausrede' ist unpräzise, da haben Sie natürlich recht.
      Es stellt sich die Frage, ist entscheidender wie es der Sender denn meint, oder wie es der Empfänger aufnimmt. Wenn ich jemandem aus versehen einen Stein auf den Kopf fallen lasse, meine ich das nicht bösartig, der Schmerz ist aber dergleiche.
  • Kommentar von René Baron  (René Baron)
    Abgeklärt ist noch gar nicht, aber man geht schon mal mit Vorurteil auf die Straße. Wie absurd das - rein logisch betrachtet - eigentlich ist, dringt schon gar nicht mehr durch unseren medien-konditionierten AssoziationsKontext.
    1. Antwort von Jakob Meier  (Astronautovic77)
      @Rene Baron
      Also genau wie die Anti-LGBQT Bewegungen, welche blind alles ablehnen.
    2. Antwort von Thomas Meyer  (ThomasMeyer)
      Herr Baron, ist es nur dann zulässig gegen homophobe Gewalt zu demonstrieren, wenn der Beweis erbracht wurde, dass der Mann wegen eines homophoben Hassverbrechens zu Tode gekommen ist? Gehen Sie den Demonstranten für Black Lives Matter auch erklären, dass sie nur solange demonstrieren dürfen wie nachweislich rassistisch motivierten Hassverbrechen Menschen zum Opfer gefallen sind?