Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Wenn die Geliebte auspackt abspielen. Laufzeit 03:39 Minuten.
Aus Echo der Zeit vom 21.01.2019.
Inhalt

In Moskau verhaftet Eine Warnung an mögliche Mitwisser

Auf dem Moskauer Flughafen wurde die Ex-Geliebte eines Oligarchen verhaftet. Die Frau behauptet, etwas zu wissen, das die Amerikaner interessieren könnte.

Das Handy-Video ist verwackelt. Aber man erkennt deutlich, wie mehrere Männer eine junge Frau gewaltsam in einen Rollstuhl drücken. Sie wehrt sich verzweifelt. Aber die Männer sind stärker und führen sie schliesslich ab.

Durch die Passkontrolle gezerrt und verhaftet

Das Video zeigt die Festnahme von Anastasia Waschukewitsch auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo. Ihr Anwalt sagt, die Weissrussin sei eigentlich im Transitbereich und bloss auf Durchreise gewesen. Sie sei dann gegen ihren Willen durch die Passkontrolle gezerrt und schliesslich auf russischem Territorium festgenommen worden.

Den russischen Sicherheitsbehörden scheint sehr wichtig gewesen zu sein, Waschukewitsch in die Finger zu bekommen. Offiziell wird ihr Anstiftung zur Prostitution vorgeworfen. Doch das scheint vorgeschoben. Prostitution ist in Russland zwar verboten, aber dennoch weit verbreitet. Warum also soll ausgerechnet Waschukewitsch deswegen belangt werden? Ihre Festnahme hat wohl eher damit zu tun, dass sie sehr mächtige Feinde hat.

Die jüngste Entwicklung in dem Fall:

Das weissrussische Model Anastasia Waschukewitsch ist in der Zwischenzeit aus der Untersuchungshaft in Moskau entlassen worden. Gegen die Frau werde jedoch weiter wegen Anstiftung zur Prostitution ermittelt, sagte die Richterin laut russischen Medien.

Zu viele Bilder der Lustreisen mit dem Oligarchen?

Die gebürtige Weissrussin hatte nach eigenen Angaben eine Liebesbeziehung mit dem schwerreichen Geschäftsmann Oleg Deripaska, 51. Sie hat darüber sogar ein Buch geschrieben: «Wie man einen Oligarchen verführt», lautet der Titel. Darin berichtet sie unter anderem von Ferien auf der Yacht von Deripaska.

In sozialen Netzwerken veröffentlichte sie zudem Fotos und Videos von diesen Lustreisen. Auf einem dieser Bilder ist auch Sergej Prichodko zu sehen. Der 62-Jährige war russischer Vizepremierminister und ist heute noch hoher Beamter im Machtapparat.

Waschukewitsch blickt durch eine Scheibe und spricht mit einem Mann.
Legende: Anastasia Waschukewitsch vor Gericht: Der jungen Weissrussin drohen sechs Jahre Haft. Reuters

Mit anderen Worten: Waschukewitsch hat Dinge ausgeplaudert, die andere Leute lieber im Verborgenen gehalten hätten. Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny jedenfalls nutzte die Offenherzigkeit der jungen Frau: vor einem Jahr veröffentlichte er ein Video, in dem er die Frage aufwarf, was Politiker Prichodko auf der Yacht des Oligarchen Deripaska mache – und das erst noch in Begleitung ziemlich junger Frauen.

In Thailand festgenommen

Waschukewitsch, die in der Öffentlichkeit unter dem Künstlernamen Nasty Rybka auftritt, setzte sich darauf nach Thailand ab, wo sie unter anderem Sex-Kurse gab. Dort wurde sie im März 2018 verhaftet, mehrere Monate lang sass sie in Haft. Aus dem thailändischen Gefängnis – und das war vielleicht ihr grösster Fehler – bat sie die USA um Hilfe.

Im Austausch für politisches Asyl würde sie Informationen über die russische Einmischung in die US-Wahlen von 2016 preisgeben, erklärte sie. Das tönte nach einem spektakulären Angebot, zumal Oligarch Deripaska wegen seiner Nähe zum Kreml unter amerikanischen Sanktionen steht. Auf einem von Waschukewitschs Videos ist zudem zu hören, wie der Oligarch mit einem Spitzenpolitiker Prichodko das amerikanisch-russische Verhältnis diskutierte.

Es drohen sechs Jahre Haft

Wie viel weiss also die Ex-Geliebte des Oligarchen? Das ist unklar. Die Amerikaner interessierten sich jedenfalls nicht für sie. Und die Thailänder auch nicht. Sie wollten Waschukewitsch Ende vergangener Woche in ihre weissrussische Heimat abschieben. Bei der Zwischenlandung in Moskau wurde sie schliesslich verhaftet.

In Russland scheint es Leute zu geben, die an der jungen Frau ein sehr grosses Interesse haben. Oder auch einfach daran, dass sie und andere Geliebte mächtiger Männer zukünftig nichts mehr ausplaudern. Bei einer Verurteilung drohen Anastasia Waschukewitsch sechs Jahre Haft.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

13 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Daniel Schmidlin  (Queren life)
    Wer seine besten Freunde in Syrien und in dem Iran suchen muss und eine Krim erobern muss weil er Dialogunfähig ist verkommt bei mir zu einer Lachnummer. Das Tragische dabei ist, dass er damit sein ganzes Land in die Tiefe zieht. Das Aktuelle ist da nur ein Tropfen auf den heissen Stein.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Jana Vilim  (Jana Vilim)
    17. Januar: Die letzten noch in Thailand verbliebenen Verurteilten würden das Land bis zum Abend verlassen, sagte der Chef der thailändischen Einwanderungsbehörde, Surachate Hakparn. Das wegen eines "Sex-Training-Kurses" in Thailand verurteilte weißrussische Model Anastasia Waschukewitsch, ist nach Russland abgeschoben worden. Waschukewitsch bestieg nach Regierungsangaben zusammen mit weiteren Verurteilten am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) einen Flieger nach Moskau.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von M. Kaiser  (Klarsicht)
    Diese junge Schönheit hat sich mit dem Teufel eingelassen, nun leidet sie nicht ganz unschuldig an dem System, das Schweigen Gold ist und Reden Gefängnis .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen