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In Seenot im Mittelmeer Ungewisses Schicksal von 170 Migranten

Seit Freitag sind im Mittelmeer drei Flüchtlingsboote in Seenot geraten. Es wird befürchtet, dass 170 Migrantinnen und Migranten ertrunken sind. Die Boote hatten von Libyen und Marokko aus versucht, Italien beziehungsweise Spanien zu erreichen.

Legende: Audio In Seenot: Viele Bootsmigranten gelten als vermisst abspielen. Laufzeit 01:47 Minuten.
01:47 min, aus HeuteMorgen vom 21.01.2019.

Die Zahl der Opfer lässt sich nur schätzen, weil bisher keine Toten gesichtet und geborgen wurden. Es sind jeweils die Geretteten, die Angaben dazu machen, wie viele Leute mit ihnen auf dem Boot waren und mit grösster Wahrscheinlichkeit ertrunken sind.

Zwei Boote waren in der zu Libyen gehörenden Such- und Rettungszone in Seenot geraten, ohne dass die libysche Küstenwache Hilfe leistete. Auch private Rettungsschiffe sind derzeit nicht vor Libyen präsent. Die meisten NGO haben sich aus dem Mittelmeer zurückgezogen, weil sie kaum mehr ein Land finden, das die Geretteten aufnimmt.

Legende: Video Sea Watch rettet 47 Migranten (unkomm.) abspielen. Laufzeit 00:37 Minuten.
Aus News-Clip vom 21.01.2019.

Über hundert Vermisste

So trieben am Freitag und auch am Sonntag überfüllte Boote stundenlang im Meer, ohne dass Hilfskräfte sie erreichten. Eines dieser Boote lief mit Wasser voll und ging schliesslich unter. Von 120 Passagieren konnten nur drei gerettet werden. Unter den Vermissten befinden sich auch Frauen und Kinder.

Papst Franziskus betete am Sonntag auf dem Petersplatz in Rom für die Opfer, aber auch für jene, die für das Geschehene Verantwortung tragen: «Sie suchten eine Zukunft, Opfer vielleicht von Menschenhändlern. Beten wir für sie und für die, die verantwortlich sind.»

Italiens Regierung forderte die libysche Küstenwache zum Handeln auf, während Innenminister Matteo Salvini einmal mehr betonte, Italiens Häfen blieben geschlossen.

Salvini: «Die Häfen bleiben geschlossen.»

Seit über einem Jahr machen sich deutlich weniger Flüchtlinge und Migranten auf den Weg übers Mittelmeer. Trotzdem bleiben die Opferzahlen hoch. Dies liegt an den Schleppern, die zum Beispiel auch bei schlechtem Wetter Gummiboote losschicken und an der Hilfe, die immer häufiger ausbleibt.

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66 Kommentare

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  • Kommentar von Josephk Ernstk (Joseph ernst)
    Solange die äusserst likrativen Aktivitäten der kriminellen Schlepperbanden nicht unterbunden werden, wird sich nichts ändern ! NGO arbeiten vielfach mit diesen Banden zusammen. Das ist höchst unverantwortlich und deshalb sind auch diese Aktionen strikte zu verbieten !
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Trotz seit Jahren wiederholter Behauptung, die NGOs würden mit den Schleppern zusammenarbeiten und entsprechenden Juristischen Abklärungen ist noch nie ein Beweis gefunden worden. Es gibt keine Anklagen, keine Verurteilungen diesbezüglich. Warum verbreiten Sie solche fake news?
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  • Kommentar von Steff Stemmer (Steff)
    Herrgott nochmal, hier tummeln sich aber ganz schön viele Kommentarschreiber die das Gefühl haben, dank ihrer Herkunft und Leistung darf man über Leben und Tod entscheiden. Dabei ist es absoluter Zufall hier als Schweizer geboren zu sein! Oder was ist es, dass sehr viele so Hartherzig sind? Angst, dass sie etwas abgeben müssten? Oder das Gefühl, von Gott gegeben etwas besseres zu sein? Oder ist das ein Ventil um den eigenen Frust los zu werden?
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    1. Antwort von Fabienne Uhlmann (Cueni)
      Beruhigen Sie sich, Hr. Steffen. Keinem Kommentar entnehme ich den Sinn Ihrer ungeheuerliche Behauptung, über Leben oder Tod entscheiden zu wollen, denn NIEMAND will die Menschen ertrinken lassen. Es geht darum, die Migranten daran zu hindern, diese Reise anzutreten. Die Frage ist berechtigt, weshalb all diese Energie, Entbehrungen, das Geld statt für die Flucht, nicht in der Heimat dieser Migranten (da, wo kein Krieg herrscht) für bessere Bedingungen angewendet wird, statt davon zu laufen.
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    2. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Frau Uhlmann: Wenn jemand in einem untauglichen Boot sitzt auf hoher See, ist es gesunder Menschenverstand, dass dieser Mensch stirbt, wenn er nicht aus dem Wasser gezogen wird. Die Wahrscheinlichkeit, dass per Zufall ein anderes Schiff vorbeifährt und den Mensch im Wasser sieht ist sehr klein. Wenn man öffentlich fordert, dass solche Rettungen nicht stattfinden dürfen ist es deshalb klar, dass man fordert dass dieser Mensch stirbt. Alles Andere sind Ausreden. Oder wie würden Sie das nennen?
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    3. Antwort von Fabienne Uhlmann (Cueni)
      Hr. Müller. Wenn jemand in einem untauglichen Boot in dieser Jahreszeit (!) übers Mittelmeer will, handelt er fahrlässig einerseits, rechnet andererseits aber auf Hilfe. Klar müssen diese Menschen gerettet werden, aber in den nächsten sicheren Hafen, von wo sie in ihre Heimat zurück müssen, sofern dort kein Krieg herrscht. Die Migranten tragen auch eine Eigenverantwortung und wissen vor ihrer Flucht z.B. über die Zustände in Lybien. Den Vergleich mit der Rega können Sie sich ersparen......
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    4. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      Frau Uhlmann, wer bei hoher Lawinengefahr neben den Pisten fährt handelt auch fahrlässig (darum werden dann auch die Leistungen der Unfallversicherung gekürzt) und rechnet auch damit, gerettet zu werden. Warum soll also der Vergleich mit der Rega nicht möglich sein?
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  • Kommentar von Werner Christmann (chrischi1)
    Auch wenn es manche hier nicht hören wollen: Kein einziger Migrant wurde gezwungen sich auf den Hochrisikoweg nach Europa aufzumachen. Die Europäer haben offensichtlich genug von dieser erzwungenen, illegalen Migration. Spätestens wenn sich Smartphone sei Dank in Afrika herumgesprochen hat, dass es mit Gummibooten keine Überfahrt mehr gibt hört dieser Spuk auf.
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    1. Antwort von Hanspeter Müller (HPMüller)
      "Spätestens wenn sich Smartphone sei Dank in Afrika herumgesprochen hat, dass es mit Gummibooten keine Überfahrt mehr gibt hört dieser Spuk auf" Das haben uns die Rechtspopulisten schon vor Jahren versprochen. Trotz Tausenden ertrunkenen Menschen seither kommen immer noch Menschen. Diese Politik der Massentötungen hat versagt. Es ist längst belegt, dass diese Menschen nicht kommen, weil sieangelockt werden durch irgend etwas, sondern weil sie es zu Hause nicht mehr aushalten.
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    2. Antwort von Werner Christmann (chrischi1)
      "Diese Politik der Massentötungen hat versagt". Ich glaube ich lese nicht richtig HPM, dies ist eine unstatthafte äusserst polemische Falschaussage.
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    3. Antwort von Steff Stemmer (Steff)
      @Christmann, was anderes als ein nasses Massengrab ist den das Mittelmeer? Und was anderes als bedenkliches, um nicht zu sagen faschistisches, Gehabe ist das benehmen, handeln und reden von Salvini?
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