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International Hinrichtung von Kims Onkel: «Nichts als ein Machtkampf»

Der junge Diktator von Nordkorea, Kim Jong Un, hat offenbar genug Macht, um seinen einstigen Mentor hinrichten zu lassen. Was dies für das Land bedeutet, erklärt SRF-Ostasienkorrespondent Urs Morf.

Korrupt soll Chang Song Thaek gewesen sein und einen Putsch soll er vorbereitet haben: Diese Vorwürfe seien weder zu widerlegen noch zu beweisen, sagt Urs Morf, SRF- Ostasienkorrespondent. «Chang war sicher der Mann, der einen Putsch hätte organisieren können, denn er war lange im Zentrum der Macht.»

Su Sang-Ki, Vorsitzender des Nordkoreanischen Parlaments,
Legende: Su Sang-Ki, Vorsitzender des Nordkoreanischen Parlaments, zeigt Bilder der Hinrichtung von Kims Onkel. Er sei ein Verräter gewesen, sagt er Medienschaffenden. Keystone

Die Leute, die ihm in einer Funktion als Nummer zwei im Staat nahe standen, sieht der Korrespondent nun als gefährdet an. Dem Vernehmen nach seien einige schon hingerichtet worden, andere sollen auf der Flucht nach Südkorea sein, sagt Morf. «Diejenigen, die dort bleiben, werden sich einer sehr, sehr harten Gewissensprüfung unterziehen müssen», vermutet Morf. Es seien sehr viele, denn Chang hat viele Bekannte gehabt.

Nicht nur Freunde, auch Feinde

Chang hat zwar viele Günstlinge gehabt, aber auch Feinde. Die Tante von Kim, die Frau von Chang, hat ebenfalls den Rang eines Generals im Politbüro inne. Die Seitensprünge ihres Mannes hätten sie sehr erbittert, sagt Morf. «Es gehen Gerüchte um, dass sie sogar den jungen Kim dazu angestiftet haben soll, den Onkel wegzusäubern.»

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Was sagt China, der halbe Freund?

Bisher reagiert das offizielle China mit extremer Zurückhaltung. Das staatliche Fernsehen und die chinesische staatliche Nachrichtenagentur haben nur eine direkte Übersetzung von dem geliefert, was die nordkoreanische Agentur über die Ereignisse berichtet hatte. Ein Kommentar sei nicht abgegeben worden, sagt Morf. «Das offizielle China hält sich zurück, weil es weiss, dass es mit Chang einen seiner wichtigsten Brückenpfeiler in Nordkorea verloren hat.» China sei fast gezwungen, das Gebaren des Diktators zu akzeptieren, denn es wolle seinen Einfluss nicht ganz verlieren.

Spekulationen im Internet

«Doch das inoffizielle China, die chinesische Internetgemeinde, ist schon den ganzen Tag daran, die Ereignisse zu interpretieren.» Es kursieren die exotischsten Geschichten um diese Hinrichtung. Diese drehen sich laut Morf um Frauengeschichten, Korruption und Geldwäscherei.

Doch SRF-Korrespondent Urs Morf relativiert: «Ich denke, es hat sich um einen Machtkampf gehandelt. Kim wollte seinen Mentor einfach loswerden.»

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