Der einstige polnische Arbeiterführer Lech Walesa sieht keinen Grund, sich für seine abfälligen Bemerkungen über Homosexuelle zu entschuldigen. Er verteidigte seine kritisierte Interview-Äusserung, homosexuelle Abgeordnete im Parlament sollten in die letzte Reihe und hinter eine Mauer verbannt werden.
«Ich habe nur gesagt, sie sollen den Platz haben, der ihnen nach ihrem Anteil (an der Bevölkerung) zukommt», sagte er laut der polnischen Nachrichtenagentur PAP.
Zum geplanten Partnerschaftsgesetz für homosexuelle Paare, das nach Umfragen von 75 Prozent der Polen befürwortet wird, sagte der Friedensnobelpreisträger: «Wir können keine Lösungen anstreben, die die Geburt von Kindern ausschliessen. Das ist nicht das Modell, dass der Herrgott geschaffen hat.»
Selbst aus der eigenen Familie schlägt Walesa Widerstand entgegen. «Ich habe mir an den Kopf gelangt, als ich hörte, was mein Vater über Homosexuelle sagte», erklärte der liberalkonservative Europaabgeordnete Jaroslaw Walesa.
Er wolle seinem Vater klar machen, dass «wir heute in einer anderen Welt leben». So wie Lech Walesa einst um Freiheit gekämpft habe, kämpften Jaroslaw Walesa und seine Mitstreiter heute um Gleichberechtigung.