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Internationaler Frauentag Rund um den Globus fordern heute die Frauen mehr Gerechtigkeit

Von Australien nach Spanien, von Ost nach West, demonstrieren die Frauen zum internationalen Frauentag gegen sexuelle Belästigung und Diskriminierung.

Australien: Hunderte versammelten sich in Sydney vor dem Regierungsgebäude, um Gewalt gegen Frauen zu verurteilen und um mehr Gleichberechtigung am Arbeitsplatz zu fordern – inmitten wachsender Kritik am Umgang mit Frauen durch die australische Politik. Drei Mitarbeiterinnen des Premierministers sagten letzten Monat, sie seien von demselben Mann vergewaltigt worden und auch gegen den Generalstaatsanwalt Christian Porter gibt es Vergewaltigungsvorwürfe. Porter wies letzte Woche die Beschuldigungen zurück.

«Das Patriarchat ist die schlimmste Pandemie» auf einem Tuch in Sydney.
Legende: In Sydney sind heute viele Frauen auf den Strassen – von der Pflegefachfrau, der Lehrerin bis zur Coiffeuse und Verkehrsmitarbeiterinnen. Reuters

Philippinen: Hunderte Frauen versammelten sich in der Hauptstadt Manila und protestierten gegen den philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte wegen angeblichen Rechtsverletzungen gegen Frauen. Seit seinem Amtsantritt verärgert Duterte Frauenorganisationen, die ihn einen Frauenfeind nennen, nachdem er mehrmals Witze über Vergewaltigungen gemacht hat.

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In Manila protestieren die Frauen gegen Präsident Duterte
Aus News-Clip vom 08.03.2021.
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Indien: Tausende Bäuerinnen haben mit Sitz- und Hungerstreiks gegen neue Landwirtschaftsgesetze protestiert. Diese wurden am heutigen Frauentag verabschiedet. Laut der Entwicklungsorganisation Oxfam India sind auf dem Land fast 75 Prozent der Vollzeit arbeitenden Frauen Bäuerinnen. Es wird erwartet, dass diese Zahl noch weiter steigen wird, da immer mehr Männer für Arbeit in die Städte ziehen. Dennoch besitzen weniger als 13 Prozent der Frauen das Land, welches sie bestellen.

Video
Indische Bäuerinnen im Sitzstreik gegen neue Landwirtschaftsgesetze
Aus News-Clip vom 08.03.2021.
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Pakistan: Landesweit sind tausende Demonstrantinnen durch die Strassen gezogen. Die als «Aurat-Marsch» bekannten Veranstaltungen seien in den Metropolen wegen der Corona-Pandemie deutlich kleiner ausgefallen als noch vergangenes Jahr, teilten Behörden mit. Aktivistinnen hatten dieses Jahr auf Missstände für Mitarbeiterinnen im Gesundheitswesen und erneut auf häusliche Gewalt aufmerksam gemacht. Nach Angaben der UNO gehört Pakistan in Bezug auf die Gleichstellung der Geschlechter nach wie vor zu den Schlusslichtern der Welt.

Frauen in Burkas und Niqabs protestieren in Karachi.
Legende: In der pakistanischen Stadt Karachi demonstrierten Musliminnen für stärkere Frauen. Reuters

Türkei: Frauenrechtlerinnen haben der türkischen Regierung anlässlich des Weltfrauentags vorgeworfen, Hass in der Gesellschaft zu schüren. Präsident Recep Tayyip Erdogan und andere Vertreter würden mit LGBTQI+-feindlichen Aussagen dazu beitragen, dass sich viele Menschen nicht sicher fühlen könnten, sagte eine Sprecherin der Organisation «Wir werden Frauenmorde stoppen» der Deutschen Presse-Agentur.

Polen: Auf den Strassen Polens protestierten die Menschen gegen die Verschärfung des Abtreibungsrechts. In Warschau versammelten sich unter dem Motto «Frauentag ohne Kompromisse» mehrere hundert Menschen an einem Verkehrskreisel im Zentrum der Stadt. Sie trugen Plakate mit Slogans wie «Ihr Körper, ihre Wahl». Im Oktober hatte das Verfassungsgericht entschieden, dass Frauen auch dann keine Abtreibung vornehmen dürfen, wenn das ungeborene Kind schwere Fehlbildungen aufweist.

Video
In Polen wird gegen das verschärfte Abtreibungsgesetz demonstriert
Aus News-Clip vom 08.03.2021.
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Spanien: Mit statischen Protesten, Veloausflügen und einer Vielzahl kleinerer Veranstaltungen begehen die Spanierinnen den diesjährigen Frauentag. Mit dieser kreativen Organisation wollen sie verhindern, dass der heutige Tag eine neue Welle an Coronafällen auslösen könnte. In allerletzter Minute lehnte das spanische Verfassungsgericht den Antrag von Gewerkschaften und Frauenrechtsgruppen ab, Strassenproteste in Madrid abzuhalten. Die grösste Versammlung wird später am Tag in Barcelona erwartet.

Frauen mit violetter Kleidung sitzen auf einem Platz.
Legende: Mehr als 100 Demonstrantinnen widersetzten sich in Madrid der richterlichen Anordnung und versammelten sich dem Platz Puerta del Sol. Reuters

SRF 4 News, 8.3.2021, 12 Uhr;

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Richard Meier  (meierschweiz)
    Es ist sehr lobenswert, wie srf das Gleichstellungsthema so prominent behandelt. Von den zahlreichen Frauen in meinem Umfeld im Alter von 17 - 88 Jahren haben nur zwei etwas davon mitbekommen: Eine (17), die am Arbeitsort deswegen eine Blume erhielt. Und die andere (88), weil sie srf hört und sich über die Penetranz ärgert. Die übrigen Frauen, die ich darauf ansprach, reagierten alle nur mit einem müden Lächeln und der Bewertung "ach ja? - Unnötig".
  • Kommentar von Erich Deiss  (Erich Deiss)
    Die Frauen kämpfen um Gleichberechtigung, aber das frauenfeindliche Christentum nehmen sie gelassen hin. Die grösste Landeskirche der Schweiz schliesst Frauen vom Priesteramt aus. In der Bibel (Wort Gottes !) steht zB "der Mann ist Gottes Bild, die Frau des Mannes Abglanz", oder "die Weiber sollen schweigen in der Gemeinde", oder "das Weib ist dem Manne untertan". Und auf den ersten Bibelseiten steht, dass wir wegen Evas Apfelbiss mit Kummer und Elend auf der Erde zurechtkommen müssen, usw....
    1. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      @ Herr Hess: Das Christentum als Ganzes ist genauso wenig frauenfeindlich wie es auch andere Religionen nicht sind. Die grösste Landeskirche, die Katholische, ist nich das Christentum sondern ein Teil davon. Ich bin Reformiert und in meiner Gemeinde haben wir eine Pfarrerin, was sehr gut ist. Auch sonst sind Frauen in höheren Positionen durchaus willkommen. In der Christkatholischen Kirche ist es nicht anders.
    2. Antwort von Erich Deiss  (Erich Deiss)
      @Alex Volkart: Die zitierten Bibelstellen stehen aber auch in der reformierten Zwinglibibel. Und diese Bibel hat durchaus etwas mit dem Christentum zu tun.
    3. Antwort von Alex Volkart  (Lex18)
      @ Herr Deiss: Die Bibel wurde in einer Zeit verfasst die so anders war als unsere, man muss Sie also auch so lesen. Das heisst aber auch dass man ein Buch nicht nur auf gewisse Aussagen reduziert. Es ist ein Buch das als Orientierung dienen kann aber es ist kein Gesetzesbruch.
    4. Antwort von Richard Meier  (meierschweiz)
      "Die Frauen"? Das erlebe ich nicht so. Ich erlebe die immer gleichen Feministinnen die über die immer gleichen Kanäle bekannte oder neue Forderungen stellen. Und ich erlebe im realen Leben selbstbewusste Frauen, die sich weder mit der Kommunikation noch mit den Inhalten der Feministinnen identifizieren. Aber mein Umfeld sind halt weder der Journalismus noch Hochschulen noch Redaktionen.
  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Mir erscheint das Bild aus Pakistan durchaus hinterfragbar, aber weniger wegen den verhüllten Damen, schon eher wegen dem Spruchband! Wenn ich an all die Konflikte in dieser Region denke, kann ich mir nicht vorstellen, dass das wirklich das Ziel eines Frauentages sein sollte....