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International Iran will sein Raketenprogramm vorantreiben

Der Iran hat im Oktober eine Mittelstreckenrakete getestet. Die USA sprechen nun von einer Verletzung einer Resolution des UNO-Sicherheitsrats und erwägen darum neue Sanktionen. Teheran droht im Gegenzug mit einer Ausweitung seines Raketenprogramms.

Die startende Qiam-1 Rakete.
Legende: Der Iran hat im Sommer eine Qiam-1 Flüssigtreibstoff-Rakete mit verbessertem Steuerungssystem getestet. Keystone Archivbild 20.08.15

Erstmals seit dem historischen Atomabkommen mit dem Iran bereiten die USA offenbar neue Sanktionen gegen das Land vor. Die Strafmassnahmen richten sich gegen Firmen und Einzelpersonen im Iran, in Hongkong und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Darüber berichten CNN und das «Wall Street Journal» unter Berufung auf die US-Regierung. Ein US-Regierungsvertreter bestätigte die Berichte der Deutschen Presse-Agentur dpa. Grund der Massnahmen sei die mutmassliche Mithilfe bei der Entwicklung des iranischen Raketenprogramms.

Teheran bezeichnete die geplanten Sanktionen als illegal. «Der Iran hat ein legitimes Recht, sein Verteidigungspotenzial für die innere Sicherheit zu erhöhen», sagte der iranische Aussenamtssprecher Dschaber Ansari.

Die Massnahmen der Amerikaner würden den Iran nicht an diesem Recht hindern. Dies habe Teheran den USA bereits mitgeteilt, fügte der Sprecher hinzu.

Härtetest für Atomvereinbarung

Neue Sanktionen könnten die im Juli geschlossene Atomvereinbarung auf eine harte Probe stellen. Während die iranische Führung den Schritt als Bruch des Abkommens betrachten könnte, behält Washington sich das Recht auf Sanktionen im Zusammenhang mit dem Raketenprogramm, der Finanzierung von Terrorismus sowie Menschenrechtsverstössen vor.

Die iranische Führung könnte das Vorgehen als Bruch des Abkommens betrachten. Andererseits hat sich die USA das Recht auf Sanktionen vorbehalten im Zusammenhang mit dem Raketenprogramm Irans, der Finanzierung von Terrorismus sowie Menschenrechtsverstössen.

Im Oktober hatte der Iran eine neue Mittelstreckenrakete erfolgreich getestet, was die USA als Verstoss gegen eine Resolution des UNO-Sicherheitsrats gewertet hatten. Auch Israel fühlt sich vom iranischen Raketenprogramm existenziell bedroht und hat mehrmals indirekt mit Luftschlägen gegen die Anlagen gedroht.

Als Reaktion auf die Drohung aus den USA hat Irans Präsident Hassan Rouhani den Verteidigungsminister Hossein Dehghan schriftlich aufgefordert, das Raketen-Programm auszuweiten. Die iranische Armee benötige rasch eine grössere Waffenkapazität, weil die US-Regierung eine feindselige und illegale Politik verfolge, zitierte die staatlich iranische Agentur Irna aus dem Schreiben.

10 Kommentare

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  • Kommentar von paul waber (sandokan)
    Die Region bleibt ein Brennpunkt mit apokalyptischem Konfrontationspotential. Israels Todfeind Iran unterhält engste Beziehungen zu Russland. Israel selbst steht ohne die USA mit dem Rücken zur Wand und ist seit langem Atommacht ohne grosse andere Optionen. Zudem unterstützt Russland Assad und Erdogans Türkei betreibt ein mieses Doppelspiel....Wenn das nur gut herauskommt....
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    1. Antwort von Bruno Vogt (b.vogt)
      Erkundigen sie sich einmal wieviel Geld das israelische Militär im 2015 von den USA erhalten haben? Jawohl, in einem zweistelligen Milliardenbereich. Israel existiert nur dank den USA und steht sicherlich nicht alleine da. Niemand zwingt Israel Atomwaffen zu haben, auch wenn diese es noch nicht einmal offen zugeben wollen.
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    2. Antwort von u. Felber (Keule)
      Sie haben KSA vergessen, mit enormen zukünftigen (Existenz) Problemen wegen den Öl, mit einem der grössten Militärbudgets der Welt und einer Menschen verachtenden Ideologie. Oben drauf kommen viele lokale klein Konflikte wie jene mit den Kurden oder anderen Stämme sowie der religiösen Zwietracht. Da Chlöpfts bald no mol rechtig.
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    3. Antwort von Erwin Jenni (ej)
      @BV: Sehr eiseitige Sichtweise wie immer wenn sie einem Kommentar zu Israel verfassen. Ich wette sie kennen weder Land noch Leute bzw. die Bedrohungslage des kleinen Landes. Alles was sie zu Israel recherchieren, sind negative Aspekte. Das ist umso verwerflicher, als dass es sich bei ihren Äusserungen immer um Halbwahrheiten handelt. Israel entwickelt die Waffen immer weiter,welche sie von den USA bekommen. Und ja: KSA, Ägypten, Türkei, usw. bekommen auch Waffen aus den USA! Stört sie das nicht?
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    4. Antwort von Erwin Jenni (ej)
      @BV: Die Bezieung Israel - USA ist viel komplexer als ihr schwarz - weiss Schema welches sie hier zum wiederholten Male aufzeichnen, denn Isral liefert den USA grosses Knowhow zum herstellen ihrer Waffen. Dazu kommen Eigenentwicklungen wie der Kampfpaner Merkava und Raktenabwehrsysteme, welche vorwiegend in Israel entwickelt werden. Wäre ratsam für sie, hier nicht immer nur die anti - Israel Sicht zu verbreiten!
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    5. Antwort von Bruno Vogt (b.vogt)
      @Jenni Sie unterstellen mir dauernd die Region nicht zu kennen, nur weil ich die Lage dort anders einschätze als sie, welch Logik! Die USA arbeitet militärisch mit Israel zusammen, aber die US-Armee war früher auch ohne israelische Techn. schlagkräftig! Die Abhängigkeit der USA bei Israel liegt in politischen Sphären und nicht beim Militär. Und natürlich stört es mich, dass KSA oder die TR Waffen erhalten, habe ich auch schon mehrmals so geschrieben. Ich schreibe ja nicht nur über Israel, oder?
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  • Kommentar von Christian Szabo (C. Szabo)
    Der Iran als souveräner Staat hat das Recht, Raketenprogramme zu betreiben. Oder haben das nur Länder, die mächtig genug sind, sich nicht dreinreden zu lassen. Ausserdem ist bekannt und teilweise wird damit geprahlt, dass die führenden Technologiestaaten des Krieges bereits ganz andere Systeme entwickeln. Oder sollen gewisse Staaten gezwungen werden, unterlegen zu bleiben, damit sie zum Spielball der Weltmächte werden. So naiv sind die Perser und andere rohstoffreiche Länder nicht.
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    1. Antwort von paul waber (sandokan)
      Ja, das ist schon so. Die Politik ist nichts anderes als ein Kampf um Macht und Geld. Von Gerechtigkeit hat niemand etwas gesagt....
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    2. Antwort von Erwin Jenni (ej)
      @Szabo: Natürlich hat jeder Staat das Recht sich vor Feinden zu schützen. Nur, der Iran ist nicht "irgend ein Staat", denn er betreibt schon lange eine Strategie der Einschüchterung und des Terrors. Er rangiert ganz weit vorne als Unterstützer und Förderer des weltweiten Terrors. Dazu kommt die direkte Ankündigung einen anderen souveränen Staat vernichten zu wollen. Also ihre Aussage zeugt von wenig bis gar keinem Verständnis der realen Bedrohungslagen und Machtverhätnisse im Nahen Osten.
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    3. Antwort von Christian Szabo (C. Szabo)
      @Jenni: Ihre Fixierung auf den bösen Iran ist bekannt. Dabei übersehen bewusst/unbewusst den grossen Förderer KSA in Nahost. Die allermeisten radikalen Islamisten haben ihren Ursprung dort. Notabene mit ausdrücklicher Unterstützung der USA. Global ist die USA der schlimmste Terrorstaat. Begonnen haben sie in grossen Umfang in Lateinamerika,Länder zu "gestalten". Spätestens Anfang des 20.. JH's haben sie in Zusammenspiel mit der Alten Welt in Asien (JP, CN etc.) ihre Weltordnung verbreitet.
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