Zum Inhalt springen
Inhalt

International IS zieht laut Opposition wieder aus Palmyra ab

Kaum hat die Extremistenmiliz IS Teile der Stadt Palmyra eingenommen, zieht sie wieder ab. Nach Angaben der Regierung in Damaskus kontrolliert die Armee wieder das gesamte Stadtgebiet.

Legende: Video Erneut Kulturerbe durch IS bedroht abspielen. Laufzeit 02:22 Minuten.
Aus Tagesschau vom 17.05.2015.

Kämpfer der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) sind nach Angaben der syrischen Opposition am Sonntag aus den nördlichen Bezirken der historischen Stadt Palmyra abgezogen, die sie erst am Vortag eingenommen hatten.

Allerdings halten sie weiter eine Ortschaft nördlich von Palmyra, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Nach Angaben der Regierung in Damaskus kontrolliert die Armee wieder das gesamte Stadtgebiet. Die Ruinen im Südwesten der Stadt seien unbeschädigt, sagte ein Regierungsvertreter.

Der IS war mit der Eroberung vom Norden Palmyras in die unmittelbare Nähe des berühmten Unesco-Weltkulturerbes gekommen. Die Oasenstadt in der zentralsyrischen Wüste war eines der herausragenden Zentren im Altertum. Die Unesco erklärte die Ruinen der ehemaligen Handelsmetropole der legendären Königin Zenobia 1980 zum Weltkulturerbe.

Karte von Syrien mit Palmyra.
Legende: Die syrische Oasenstadt Palmyra war jahrelang ein Anziehungspunkt für tausende Touristen. SRF

Durch ihre Lage an einer der wichtigsten Handelsrouten zwischen dem Römischen Reich, Persien, Indien und China gewann Palmyra in den ersten Jahrhunderten nach Christus stetig an Bedeutung. Nach ihrer Blütezeit wurde die Stadt im Jahr 272 von den Römern zerstört.

Auch hier droht die Terrormiliz nun, alles «unislamische», jede Reminiszenz an vermeintliche Götzenverehrung, zu tilgen und die Kunstschätze zu verkaufen. In der Vergangenheit hatte der IS bereits andere antike Stätten wie Nimrud und Hatra im Irak zerstört.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

20 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von m.mitulla, wil
    R.Anderegg greift einen wesentlichen Aspekt auf, der in der allg. Berichterstattung fast völlig ausgeklammert wird. Die Hisbolla-Miliz im Libanon, die schlagkräftigste Schiitenmiliz überhaupt, könnte Israel gefährlich werden. Bereits hatt Israel im Süden des Libanon und in Syrien Kriege geführt - und dabei die Golanhöhen (Wasserspeicher) gewonnen. Es soll eine grosse Allianz Hisbollah - Syrien - Iran verhindert werden, denn Israel wäre dadurch bedroht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von R.Anderegg, Zürich
      Nö, der IS und Verbündete sind weitaus gefährlicher für Israel als die Hizbollah. Israel macht einen Fehler, wenn es in Syrien nur die Hizbollah angreift ( z.B deren Waffenlager und Fahrzeugkonvois) was nur dem IS hilft, es müsste auch gegen den IS und Konsorten vorgehen, die allesamt Israel bedrohen. Ein Assad in Damaskus wäre auch das kleinere Übel als al Nusra und IS. So lange auch Hizbollah in Syrien interveniert, wird es auch nicht mehr Israel angreifen, da viel zu beschäftigt in Syrien.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von olga frick, triesen
    Sehr naiv zu denken von Der IS ,dass mann geschicht vernichten kann,in dem man werke zerstört.man kann nach geschichtsbücher gehen und alles wieder aufbauen .ist sicher nicht dass selbe ,aber etwas .
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von R.Anderegg, Zürich
    Ziemlich einseitig wie hier berichtet wird. Der IS wurde angeblich aus Palmyra zurück gedrängt. Allerdings sind die syrischen Regierungstruppen und die mit ihnen verbündeten Hizbollah auch im Antilibanon auf dem Vormarsch, einem Gebirgsstreifen an der Grenze zum Libanon, der für den Schmuggel und damit auch für Waffen von grosser Bedeutung ist, dabei wurde auch der höchste Berg des Landes zurückerobert, was hier alles nicht erwähnt wurde.Tönt eben besser wenn man über antike Ruinen berichtet.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von S.Petrovic, Luzern
      Das Ziel von westlichen Regierungen ist Asad los zu werden, und Medien machen mit
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von m.mitulla, wil
      Das sehe ich genauso, S.Petrovic. Würde der IS mit Vehemenz bekämpft, müsste man gleichzeitig Assad den Rücken stärken - und das will "man" nicht. Viele Verbrechen, welche Assad in die Schuhe geschoben worden sind, konnten ihm nie nachgewiesen werden, vielmehr gehen sie auf das Konto der Islamisten. Der IS wird auch "Rebellen" oder Freiheitskämpfer genannt - und diese Kreise werden gestützt vom "Westen" - und halbherzig bekämpft, denn man kann die Rebellengruppen kaum unterscheiden.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen