Islamistischer Gouverneur von Luxor: Rücktritt wegen «Medien»

Der Islamist Adel al-Chajat hat nach Protesten sein Amt als Gouverneur der ägyptischen Provinz Luxor niedergelegt. Er war Mitglied der Terrorgruppe, welche das Attentat 1997 verantwortete. Er selbst sieht sich als Opfer.

Adel al-Chajat reagierte auf Proteste von Tourismusunternehmern. Diese hatten erklärt, ein Mitglied der früheren Terrororganisation Gamaa Islamija dürfe nicht Gouverneur einer Provinz sein, die hauptsächlich vom Tourismus lebt.

Neue konservative Gouverneure

Al-Chajat sagte vor der Presse, er habe sich zum Rücktritt entschlossen, um Gewalt auf den Strassen zu verhindern. Er bezeichnete sich als Opfer einer «Kampagne der Medien».

Särge in Hangar 1997. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: 36 Särge mussten in Zürich in Empfang genommen werden. Keystone

Die Gamaa Islamija ist für das Massaker von Luxor im Jahr 1997 verantwortlich. Damals starben 58 Touristen – die meisten aus der Schweiz und Deutschland. Die Reaktionen der ägyptischen Bevölkerung auf das Blutbad hatten damals zu einem Umdenken in der Bewegung geführt, die später der Gewalt abschwor.

Präsident Mohammed Musi hatte vor einer Woche zehn neue Gouverneure ernannt. Darunter waren neben Al-Chajat auch sieben Mitglieder der Muslimbruderschaft.