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International Italien bittet Europa um Hilfe mit Flüchtlingen

Jeden Monat fliehen zehntausende Menschen vor Armut und Konflikten über das Mittelmeer nach Europa. Viele von ihnen kommen auf überladenen Booten an Italiens Küsten an. Das Land fordert von Europa mehr Solidarität. Doch die EU-Staaten sind uneins.

Bootsflüchtlinge
Legende: Tausende Bootsflüchtlinge riskieren bei der gefährlichen Überfahrt nach Europa ihr Leben. Keystone

Europa bleibt beim Umgang mit Mittelmeer-Flüchtlingen uneins. «Wir müssen uns hinsetzen und diskutieren, wie wir Verantwortung und Solidarität in konkrete Taten umsetzen wollen», fasste EU-Innenkommissarin Cecilia Malmström eine Diskussion der EU-Innenminister in Mailand zusammen.

«Wir können mit diesem Problem nicht alleine fertig werden», betonte auch Italiens Innenminister Angelino Alfano. Italien fordert von Europa mehr Solidarität bei der Aufnahme von Flüchtlingen.

Asylanträge überprüfen

«Natürlich reden wir alle über Solidarität in Europa», sagte der deutsche Innenminister Thomas de Maizière. «Aber viele meinen etwas anderes darunter.»

Gleichzeitig mahnte er Italien, Flüchtlinge nicht einfach nach Deutschland und in andere Staaten weiterziehen zu lassen. Laut EU-Recht ist das Land, in dem jemand ankommt, für die Prüfung eines Asylantrags zuständig.

Der schwedische Einwanderungsminister Tobias Billström pflichtete de Maizière bei. «Obwohl Italien grossartige Arbeit macht bei der Rettung von Leben im Mittelmeer, enden viele Menschen, die an italienischen Küsten ankommen, in Ländern wie Schweden und Deutschland.»

So hätten die beiden Länder zwei Drittel aller Asylbewerber aus Syrien aufgenommen, obwohl viele von ihnen über das Mittelmeer nach Europa gelangt seien.

Mehr Ressourcen für Frontex

Italien verlangt auch mehr Hilfe bei der Seenotrettung. Das italienische Programm «Mare Nostrum» (Unser Meer) solle nach und nach die EU-Grenzagentur Frontex übernehmen. In diesem Jahr haben nach offiziellen Angaben bereits etwa 70'000 Flüchtlinge die Küsten Italiens erreicht.

De Maizière räumte zwar ein: «Es kann nicht dauerhaft Aufgabe der italienischen Marine sein, Flüchtlinge aufzunehmen.» Doch Frontex mit seinen «bescheidenen Mitteln» könne nicht die Aufgaben der italienischen Marine übernehmen. Alfano forderte, die EU-Staaten müssten mehr Ressourcen für Frontex bereitstellen.

Schweiz sagt Hilfe zu

Die Schweiz sei bereit, Italien gemeinsam mit anderen Staaten zu unterstützen – etwa beim Empfang und bei der Registrierung ankommender Flüchtlingen. Dies hatte Bundesrätin Simonetta Sommaruga auch dem italienischen Innenminister Angelino Alfano versichert. Als Schengen-Mitglied nimmt die Schweiz an informellen EU-Innenministertreffen teil.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von F.Riedo, Bern
    Italien müsste endlich reagieren und die Flüchtlingsströme auf internationalem Gewässer Richtung Nordafrika abdrängen. Es kann nicht sein, dass jeder unzufriedene Bürger Afrikas und aus dem nahen Osten Zuflucht in Europa sucht. Sollen die meist muslimischen Flüchtlinge Zuflucht in reichen Staaten wie Katar, den Emiraten und Saudi-Arabien suchen. Die Mentalität und Lebensführung sind ähnlicher und der Fluchtweg viel kürzer.
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  • Kommentar von Eric Boule, Amsterdam
    Ursache der Odyssee v Fluechtlingen sind Natolaender die m ihren Kriegen 20mio Opfer verursacht haben im NahOst.Auch Hunger=ein wichtiger Grund,BioOel+landwirtschaftliche EUPolitik haben eine Milliarde v Menschen inden Hunger getrieben.Das EU sich so abschottet v dem Elend das v ihr verursacht wurde=sehr heuchlerisch+wurde auch v PapstFranziskus als niedriger Moral angemahnt
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  • Kommentar von Esther Weber, Bern
    Das ist eine schwierige Situation. Alle Länder müssen gemeinsam nach Lösungen suchen...
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    1. Antwort von J.Sand, Zürich
      Es gibt nur eine Lösung wenn alle betroffenen Länder erkennen, dass dies eine Völkerwanderung ist. Ausgelöst durch Überbevölkerung und Misswirtschaft, sowie aus irrwitzigen Träumen von Millionen falsch Informierter. Es wird keine Lösung geben, wenn man hier weiter schläft und die bisher so bequeme Rolle des satten, wei(s)sen Humanisten spielen will.
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