Zum Inhalt springen

Header

Inhalt

Jacinda Ardern Neuseeländische Premierministerin – und bald Mama

  • Die 37-Jährige Jacinda Ardern erwartet im Juni ihr erstes Kind.
  • «Ich werde Premierministerin und Mama sein», schrieb die neuseeländische Politikerin auf Twitter.
  • Die Reaktionen im Land sind durchaus positiv

Jacinda Ardern hatte ihr Amt als Parteichefin der neuseeländischen Labour Partei gerade angetreten, als sie im August gefragt wurde: «Planen Sie, Kinder zu haben?». Das sei keine Frage, die man heutzutage einer Frau am Arbeitsplatz stellen sollte, antwortete Ardern.

Seit Oktober ist Ardern auch Premierministerin – und erwartet jetzt ihr erstes Kind. In der Zeit ihres sechswöchigen Mutterschaftsurlaubs soll Vize-Premier Winston Peters sie vertreten. Er ist Vorsitzender ihres Koalitionspartners New Zealand First. Zuhause soll sich die meiste Zeit dann Arderns Lebensgefährte Clarke Gayford ums Kind kümmern. Er ist Journalist und hat eine eigene Angel-Sendung.

SRF-Mitarbeiter Urs Wälterlin zu den Reaktionen:

Medien und Politiker in Neuseeland reagieren positiv auf die Ankündigung Arderns und ihres Partners. Gratulationen kamen selbst vom australischen Premier Malcolm Turnbull. Niemand hat bislang Kritik geäussert, dass die Premierministerin bald Mutter wird. Das würde in Neuseeland wohl auch nicht gut ankommen. Ardern hat bei der Ankündigung der frohen Botschaft im TV gesagt, das ganze Land werde ihr beim Aufziehen des Kindes helfen. Sie schuf so sehr geschickt eine emotionale Beziehung zu den Bürgerinnen und Bürgern: Wer kann es schon ablehnen, für das Schicksal eines Babys mitverantwortlich zu sein?

Hinzu kommt: Premierministerin Ardern ist beliebt und ein Vorbild für die Frauen in Neuseeland. Sie hat es geschafft, in einem traditionell konservativen Umfeld ganz an die Spitze zu kommen. Mit ihrer ehrlichen Art kommt sie im Volk gut an. Sie tut, was sie sagt und woran sie glaubt. Einerseits hat sie als Labour-Politikern eine sehr soziale Ader und setzt sich für Randgruppen ein. Andererseits will aber auch die Zuwanderung beschränken – nicht aus Fremdenfeindlichkeit, sondern weil es in Neuseeland dramatisch an Wohnraum fehlt.

In der internationalen Politik gab es schon längerer Zeit keine schwangere Premierministerin mehr. Ardern ist aber nicht die erste Regierungschefin, die im Amt ein Kind bekommt. So wurde Pakistans damalige Premierministerin Benazir Bhutto 1989 zum zweiten Mal Mutter.

Jacinda Ardern und Clarke Gayford, beide lachen.
Legende: Jacinda Ardern und ihr Lebensgefährte Clarke Gayford verkünden die frohe Botschaft. Keystone

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

11 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von László Schink  (Schink)
    Mutter werden und gleichzeitig eine ganze Nation zu führen passt irgendwie aus Zeitgründen nicht zusammen, um beiden Aufgaben vollends gerecht zu werden.
  • Kommentar von Silvan Zellberger  (vorwärtsstattstillstand)
    Toll, da bleibt uns doch nur, dieser Frau zum Nachwuchs zu gratulieren! Ist doch schön, auch einmal eine positive Meldung zu lesen,die wirklich allen Freude bereiten sollte, oder?
  • Kommentar von Andrea Esslinger  (weiterdenken)
    Wäre sie ein Mann und Premierminister und würde Vater, wär's garantiert keine Meldung wert. Auch SRF ist noch frauendiskriminierend und hängt längst vergangenen Geschlechterrollenbilder an.