Zum Inhalt springen

Header

Video
Jahresbericht von Amnesty International
Aus Tagesschau vom 22.02.2018.
abspielen
Inhalt

Jahresbericht veröffentlicht Amnesty International kritisiert Trumps «Präzedenzfall»

Erstmals veröffentlichte die Menschenrechtsorganisation ihren Bericht in den USA. Dort sei er besonders nötig.

Im Kapitol in Washington, dort, wo die Gesetze der USA entstehen, hat Amnesty International ihren neusten Jahresbericht zur Lage der Menschenrechte veröffentlicht. Erstmals überhaupt publizierte die Menschenrechts-Organisation ihren Report in den USA – denn dort, verschuldet die Regierung von Präsident Donald Trump laut Amnesty ganz besonders gefährliche Rückschläge.

Trump, der einen Einreisestopp für Menschen aus muslimisch geprägten Ländern verfügte und Folter lobte, könne mit seinen Aussagen die Tonlage auch für andere Regierungen setzen, schreibt Amnesty. «Seine Rückschritte in Menschenrechtsfragen sind ein gefährlicher Präzedenzfall», sagt Amnesty Generalsekretär Salil Shetty.

Die konkreten Auswirkungen

Der US-Präsident wird dabei in einem Atemzug mit den Staatschefs Ägyptens, Venezuelas, den Philippinen, Russlands und Chinas genannt. Sie alle sorgen laut Amnesty International für eine Politik, die Massendiskriminierung von Minderheiten zum Normalzustand mache.

2018 brauchen wir Führungspersonen, die keine Angst davor haben, Menschenrechte, Menschenwürde und Gleichheit zu verteidigen.
Autor: Salil ShettyGeneralsekretär von Amnesty International

Die Folgen solcher Dämonisierungen hätten sich im letzten Jahr ganz besonders in der Vertreibung von 700'000 muslimischen Rohingya aus Myanmar gezeigt. Auf die Stigmatisierung der Minderheit sei dort das gewaltsame Vorgehen des Militärs gefolgt.

Die internationale Gemeinschaft schaut weg

Auch der Kampf für Menschenrechte sei gefährlicher geworden. Es gebe immer mehr Gewalt gegen Journalisten, Gewerkschafter und Anwältinnen. Hoffen lasse allerdings, dass auch die Proteste der Zivilgesellschaft gegen Ausgrenzungstendenzen zunehmen würden – etwa, in Iran, Russland und auch in den USA.

Die internationale Staatengemeinschaft aber schaue zu oft weg, kritisierte Shetty: «2018 brauchen wir Führungspersonen, die keine Angst davor haben, Menschenrechte, Menschenwürde und Gleichheit zu verteidigen», so sein Appell.

Denise Graf, Amnesty-Juristin:

Box aufklappenBox zuklappen

Der Diskurs hat sich allgemein verhärtet. Jeder ist gegen jeden, nur noch wenige Länder setzen sich für die Menschenrechte ein. Fortschritte beim Menschenrechtsschutz, die während Jahrzehnten mühsam erarbeitet wurden, werden zunichte gemacht. Jeder Einzelne von uns muss sich überlegen, ob wir künftig in einer Gesellschaft des Hasses oder des Respekts leben wollen. Diese Frage sollte unser Verhalten beeinflussen. Entsprechend sollten wir auch unsere politischen Vertreter wählen.

Audio
Amnesty-Juristin Denise Graf: «Jeder Einzelne ist gefordert»
04:14 min, aus SRF 4 News aktuell vom 22.02.2018.
abspielen. Laufzeit 04:14 Minuten.

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

12 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Aktuell sind keine Kommentare unter diesem Artikel mehr möglich.

  • Kommentar von Michael Räumelt  (Monte Verita)
    Nicht nur in den USA nötig...Amnesty International hat im vergangenen Jahr Menschenrechtsverletzungen in 159 Ländern verzeichnet. Auch in Deutschland kritisiert die Organisation Verstöße gegen die Menschenrechte z. die Flüchtlingspolitik wurde scharf kritisiert sowie die Netzzensur (Meinungsfreiheit).
  • Kommentar von D. Schmidlin  (Querenlife)
    Wenn man Führer von demokratischen Staaten unter parlamentarischer Kontrolle in den gleichen Topf wirft wie die Führer von Diktaturen hat man entweder nichts begriffen oder man handelt rein politisch.
    1. Antwort von Tobi Hartmann  (Tobias Hartmann)
      Mit diesen "demokratischen" Staate ist es nicht mehr weit her. Selbst bei uns ist die gesamte Regierung unterwandert von der Wirtschaft. Wirtschaftsinteressen stehen fast überall über den Interessen des Volkes. Und schon allein das Wort "Arbeitsplätze" bringt jeden Vorstoss zu Fall.
  • Kommentar von D. Schmidlin  (Querenlife)
    Amnesty verdankt seine Existenz den demokratischen Staaten auf dieser Welt. Das politische Wirken dieser Organisation interessiert mich nicht.