Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Das Ende der Restaurantkette ist nicht das Ende von Jamie Oliver abspielen. Laufzeit 05:57 Minuten.
Aus SRF 4 News aktuell vom 22.05.2019.
Inhalt

«Jamie's Italian» ist pleite «Die Briten betrübt die Insolvenz wenig»

Die Restaurantkette «Jamie's Italian» des britischen Starkochs Jamie Oliver hat Insolvenz angemeldet. Das Ende kommt nicht wirklich überraschend: Schon seit längerem kämpften Olivers Restaurants mit Schwierigkeiten, wie der Journalist Peter Stäuber in London weiss.

Peter Stäuber

Peter Stäuber

Journalist

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Peter Stäuber, Link öffnet in einem neuen Fenster lebt seit Jahren in London und berichtet von dort unter anderem für die WOZ oder Zeitonline.

SRF News: Wie konnte es zu der Pleite der italienische Restaurantkette von Starkoch Jamie Oliver kommen?

Peter Stäuber: Die Schwierigkeiten sind nicht neu. Schon vor einigen Jahren stand die Kette kurz vor der Insolvenz. Jamie Oliver musste tief in die eigene Tasche greifen, um sie zu retten. Er schoss damals fast 13 Millionen Pfund seines eigenen Geldes ein.

Jamie Oliver hat zu viele Restaurants eröffnet.

Verschiedene Ursachen wie steigende Mieten und Lohnkosten sowie zunehmende Konkurrenz sind einige der Gründe für die Schwierigkeiten. Ausserdem hat Oliver einen Fehler begangen, den auch andere Restaurantketten gemacht haben: Er hat zu viele Restaurants eröffnet. Das war auf die Dauer nicht mehr rentabel.

Hat der Name Jamie Oliver die Leute zuletzt zu wenig angezogen?

Der Neuheits-Faktor hat mit den Jahren sicher abgenommen. Zu Beginn vor rund zehn Jahren präsentierte Oliver ein attraktives Angebot: Gutes, rustikal-italienisches Essen aus guten Zutaten zu Preisen, die sich auch Normalbürger leisten konnten. Doch je länger desto öfter wurde moniert, die Qualität in den Restaurants entspreche nicht mehr den Erwartungen, die mit dem Starkoch assoziiert werden.

Oliver träufelt Olivenöl über einen angerichteten Teller mit Essen.
Legende: Jamie Oliver ist weiterhin erfolgreich mit seinen TV-Sendungen und Büchern. Keystone

Wie reagiert man in Grossbritannien auf die Pleite von «Jamie's Italian»?

Man ist ob der Insolvenz kaum überrascht, die Briten scheinen darüber wenig betrübt zu sein. Viele Leute haben den Eindruck, dass sich Oliver mit der rapiden Expansion der vergangenen zehn Jahre übernommen hat. Oliver hatte diesen Fehler in der Vergangenheit auch eingeräumt, entsprechend denken viele, dass er an der Pleite auch ein bisschen selbst schuld ist.

Auch andere bekannte Restaurantketten in Grossbritannien haben in letzter Zeit dicht gemacht. Ist die britische Gastroindustrie generell in einer Krise?

Das ist tatsächlich so. Nach dem Boom von ähnlichen Restaurantketten im mittleren Preissegment vor rund zehn Jahren ist Ernüchterung eingekehrt. Es gab auf einmal in jeder Stadt einen Ableger dieser Ketten – insgesamt viel zu viele Restaurants, um rentabel zu sein. Auch nahm die Qualität mit der steigenden Zahl an Restaurants tendenziell ab. Hinzu kommen die allgemeinen Probleme, die der Gastronomie in Grossbritannien zugesetzt haben sowie das schwache Pfund, das die Importe verteuert.

Jamie Olivers Lebenswerk geht weit über seine Restaurants hinaus.

Ist das Ende von «Jamie's Italian» auch das abrupte Ende von Olivers Lebenswerk?

Nein. Jamie Oliver feiert weiterhin – auch kommerziell – grosse Erfolge mit seinen Fernsehsendungen und Kochbüchern. Die Restaurantkette war bloss ein Teil seines Engagements; sein Lebenswerk geht weit darüber hinaus. So hat er in den vergangenen 20 Jahren sehr viel für die britische Küche getan: Durch ihn verbesserte sich ihr Ruf im Ausland massiv, auch hat er den Britinnen und Briten vorgemacht, wie man aus erschwinglichen Zutaten gut kochen kann. Zudem zog er einige Kampagnen auf, die im ganzen Land Wellen geschlagen haben. So etwa sein Engagement für gesundes Essen in Schulkantinen, das sehr viel bewirkt hat. Auch sind die Olivers Restaurants ausserhalb Grossbritanniens von der Insolvenz nicht betroffen.

Das Gespräch führte Barbara Büttner.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Philipp Moreno  (HOC)
    Zitat, "Er schoss damals fast 13 Millionen Pfund seines eigenen Geldes ein." Nun ja er hat ein Vielfaches davon damit verdient, er ist ein schwer reicher Mann, da sollte seine soziale Verantwortung und sein soziales Gewissen schon so etwas gebieten. Leider stehen nun durch sein Versagen knapp 2000 Menschen auf der Strasse und das zu einem Zeitpunkt wo vieles leichter ist als in Grossbritannien arbeit für die Unter- und die MIttelschicht zu finden....
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Oskar Schneider  (Oski2)
    Die Medien haben Ihn zu einem Star-Koch erhoben, nie die Qualität seiner Küche oder seines könnens. Das hat die Schul-Kantine Sendung in San Francisco die er umkrempeln wollte schon bewiesen und sein eigenes Aussehen sieht auch nicht gerade sehr gesund aus.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Olaf Schulenburg  (freier Schweizer)
      Wieso sind es immer die Medien? Die Medien liefern das, was die Leute wünschen. Wie bei den Grosshändler. Würde niemand Erdbeeren aus Spanien kaufen, würden sie nicht mehr angeboten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Ueli Lang  (Wochenaufenthalter)
    Mal ehrlich, das ist doch keine Meldung für das INTERNATIONALE. Mr. Oliver und sein Scheitern sind schlicht bezüglich internationale Politik und Wirtschaft irrelevant! Sowas gehört in Glanz&Gloria/Panorame, aber doch nicht hierhin.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen