Japans Ministerpräsident provoziert China

Mit einem Besuch des umstrittenen Yasukuni-Schreins brüskiert Japans Ministerpräsident Shinzo Abe Peking. Dabei waren die Beziehungen zwischen beiden Ländern bereits sehr angespannt.

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Japan provoziert

1:37 min, aus Tagesschau vom 26.12.2013

Der rechtskonservative japanische Ministerpräsident Shinzo Abe hat den umstrittenen Yasukuni-Schrein für die Kriegstoten besucht. Er löste damit grossen Protest in China aus.

Abe beim Besuch des Yasukuni-Schreins. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Abe: «Ich will damit nicht die Gefühle des chinesischen Volkes verletzen.» Keystone

Ehrung von Kriegsverbrechern

In dem Heiligtum unweit des Kaiserpalastes in Tokio werden auch verurteilte Kriegsverbrecher geehrt. Abe ist der erste japanische Ministerpräsident, der seit 2006 dort gebetet hat. Sein Besuch im Yasukuni-Schrein fällt in eine Phase erhöhter Spannungen zwischen Tokio und Peking wegen des Streits um eine Inselgruppe im Ostchinesischen Meer.

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«Der Besuch schadet»

Ausser China hat auch Südkorea den Besuch scharf verurteilt. Es sei eine ungeheuerliche und anachronistische Geste, kritisierte Südkoreas Kulturminister. «Der Besuch schadet der Stabilität und der Zusammenarbeit im Nordostasien grundlegend.»

Der Sprecher von Chinas Aussenministerium sagte: «Wir protestieren und verurteilen das Vorgehen der japanischen Führung.» Der Besuch führe zu grossen Problemen für die Beziehungen zwischen beiden Ländern. Das chinesische Aussenministerium nannte das Vorgehen von Abe «absolut inakzeptabel für die chinesische Bevölkerung».

Abe erklärte zu seinem Besuch, er wolle damit nicht Gefühle des chinesischen und des südkoreanischen Volkes verletzen. Er hoffe, er werde die Gelegenheit dazu haben, China und Südkorea dies zu erklären. «Japans Beziehungen zu China und Südkorea sind wichtig. Ich glaube, die Beziehung unerschütterlich zu machen, wäre im nationalen Interesse», sagte Abe.