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Neue Wikileaks-Enthüllungen «Jetzt haben auch Kriminelle Zugang zu den Abhörmethoden»

Wikileaks hat mehr als 8000 CIA-Dokumente veröffentlicht. Guido Berger, Leiter von SRF Digital, nimmt Stellung.

Legende: Audio Guido Berger zu den Abhörmethoden des CIA abspielen. Laufzeit 02:47 Minuten.
02:47 min, aus HeuteMorgen vom 08.03.2017.

SRF: Welche Methoden soll die CIA konkret angewandt haben?

Guido Berger: Eine Methode beschreibt, wie die CIA Betriebssysteme von Smartphones angreifen kann – also IOS und Android – um dann zum Beispiel an einem Chatverlauf mitzuschreiben. Eine andere Methode beschreibt, wie die CIA einen Smart-TV zu einer Abhörstation im Wohnzimmer umwandelt.

Wie überraschend sind diese Enthüllungen?

Im Moment sind alle damit beschäftigt, diese 8000 Dokumente durchzusehen. Eine richtige Bombe ist aus meiner Sicht noch nicht geplatzt. Man konnte davon ausgehen, dass die Geheimdienste und Gruppierungen des organisierten Verbrechens diese Fähigkeiten haben.

Wenn ein Geheimdienst beschliesst, mich abzuhören, dann wird er das schaffen.

Es scheint eine Art CIA-interne Tipp- und Trick-Austauschplattform zu sein, die jetzt geleakt wurde. Das ist nicht überraschend, aber es ist schädlich, weil jetzt natürlich auch Kriminelle Zugang zu den CIA-Abhörmethoden haben. Sie sagen sich: Welche Fähigkeiten haben wir noch nicht und können wir vielleicht übernehmen. Oder umgekehrt, wie können wir uns vor solchen Fähigkeiten schützen.

Es klingt für mich als Privatperson bedrohlich, dass ein Geheimdienst in unserem Wohnzimmer mithört. Kann ich meine Privatsphäre überhaupt schützen?

Da gibt es nur eine ehrliche Antwort: Nein. Wenn ein Geheimdienst beschliesst, mich abzuhören, dann wird er das schaffen. Egal was ich mache, weil einfach die Fähigkeiten und die Ressourcen völlig im Ungleichgewicht sind.

Legende: Video Wikileaks veröffentlicht Tausende CIA-Dokumente abspielen. Laufzeit 01:40 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 08.03.2017.

Das war schon immer so. Neu ist, dass womöglich jemand innerhalb des Geheimdienstes diese Daten zur Verfügung gestellt hat. Das zeigt diese schwierige politische Diskussion exemplarisch: Was darf ein Geheimdienst tun? Welche Schranken soll man einem Geheimdienst setzen? Welche Ressourcen soll ein Geheimdienst haben? Und wie kontrolliert man, ob der Geheimdienst das tut, was er soll.

Das Gespräch führte Claudia Weber.

Die Vorgeschichte

  • Die Enthüllungsplattform Wikileaks beschuldigt den US-Geheimdienst CIA, über ein massives Hacking-Arsenal zu verfügen.
  • Wikileaks veröffentlichte am Dienstag mehr als 8000 Dokumente, die von der CIA stammen und neue Methoden der Online-Kriegsführung enthüllen sollen.
  • In den Dokumenten werden Schwachstellen von Smartphones, Computern und Elektronikgeräten beschrieben sowie Hacker-Werkzeuge vorgestellt.
  • Die CIA kommentierte den Vorgang nicht.

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34 Kommentare

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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Solange wie unsere politische Schweizer Führungselite nicht den Riegel schiebt -solange wird im Lande eines EX Mathematikers von Weltrang, das ausspionieren der Schweiz und aller Privatleute weiter gehen . Es gibt nur einen sicheren Weg - im eigenen Land, geschlossene Systeme zu errichten, die sämtliche politischen, wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und kriminellen Daten sicher horten und verwalten können. Sämtliche Elektronisch. Geräte selbst zusammenbauen um Wanzenfreiheit zu garantieren.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Die Strafrechtlich interessanten und gefährlichen Kriminellen gehen doch nicht so doof in diese Schrottnetze der Internetfritzen und Abzocker - dort tummelt sich nur das Fussvolk - das arglos ihre Daten und Meinungen preisgibt, damit sie dann auf einer Roten Liste landen die überwacht wird ob etwas vorliegt dass dann irgend wie verfolgt werden kann -Beschäftigungstherapie ohne Ende . Für mich ist das Internet eine reine Unterhaltungs-Plattform, wobei ich mich oft schüttel vor Lachen :-)
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    1. Antwort von Kim Hansson (Freddy Tobler)
      Das müssten diejenigen endlich begreifen welch mit dem Argumenten kommen wer nichts zu verbergen hat.... aber eben.... leider lässt angst (vor Terrorismus u.a.) das eigenständige denken kaum zu.
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  • Kommentar von Olivier Wetli ("nicht von dieser Welt")
    Als taktische Abwehr doch einfach bei Abwesenheit im Wohnzimmer Heino oder Stiller Has endlos laufen lassen, wirkt garantiert.
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