Jetzt ist Donald Trump offiziell Kandidat

Die Republikanische Partei hat Donald Trump offiziell zum US-Präsidentschaftskandidaten gekürt. Am Parteikongress in Cleveland im Bundesstaat Ohio erreichte der Immobilienunternehmer in der Nacht auf heute die nötige Mehrheit der Delegierten.

Donald Trump hält beide Daumen hoch. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Donald Trump darf sich freuen: Die Delegierten seiner Partei haben ihn offiziell zum Kandidaten gemacht. Keystone

Der Parteikongress der US-Republikaner hat Donald Trump offiziell als Präsidentschaftskandidat nominiert. Nach einem monatelangen, beispiellosen Vorwahlkampf erreichte der politische Quereinsteiger in der Nacht auf heute (Schweizer Zeit) in Cleveland in einer zeremoniellen Abstimmung die nötige Mehrheit der Delegierten.

Bundesstaat für Bundesstaat bestätigte in dem Zeremoniell lautstark, wie viele Delegierte er für Trump in die Waagschale wirft. Trump hatte bereits in den Vorwahlen aller Bundesstaaten die nötige Hürde von 1237 Delegierten genommen.

Donald Trump offiziell nominiert

1:05 min, aus HeuteMorgen vom 20.07.2016

Grosse Mehrheit für Trump

Insgesamt wurden in Cleveland 1725 Delegierte für Trump gezählt – mehr als erwartet. 475 gab es für den texanischen Senator Ted Cruz, 120 für Ohios Gouverneur John Kasich, 114 für Floridas Senator Marco Rubio, sieben für den früheren Kinderchirurgen Ben Carson, drei für Floridas Ex-Gouverneur Jeb Bush und zwei für Kentuckys Senator Rand Paul.

Menschen schauen auf eine Leinwand, auf der Donald Trump zu sehen ist. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Donald Trump sprach per Videobotschaft zum Parteikongress. Keystone

Die formal entscheidenden Stimmen in Cleveland kamen um 19.12 Uhr Ortszeit aus New York, dem Heimatstaat des Immobilienmilliardärs. Trumps Sohn Donald Jr. verkündete sie, die Halle brach in Jubel und Gesänge aus, ein grosser Videowürfel blendete Feuerwerk ein. Einige Delegierte machten jedoch die Faust im Sack. All ihre Versuche, den politischen Quereinsteiger doch noch zu verhindern, waren gescheitert.

Pence als Vizepräsidentschaftskandidat

Per Akklamation nominierte der Konvent kurz darauf Mike Pence, Gouverneur von Indiana, als Kandidat für das Amt des Vizepräsidenten. Sein formales Ja zur Nominierung wird in seiner Rede am Mittwochabend (Ortszeit) erwartet.

Trump muss die Nominierung am Donnerstag noch annehmen, eine Formsache. In einer Videobotschaft bedankte sich Trump beim Parteikongress. «Ich bin so stolz, der Nominierte zu sein», sagte er. Für die Präsidentenwahl am 8. November zeigte er sich zuversichtlich.

Aufruf zur Einigkeit

Der Vorsitzende des Abgeordnetenhauses, Paul Ryan, der Trump lange nicht unterstützen mochte, rief die Partei zur Einigkeit auf. «Stehen wir zusammen, bleiben wir zusammen», rief er. «Einigkeit ist alles.»

Trump tritt voraussichtlich gegen die frühere First Lady und Aussenministerin Hillary Clinton an. Clintons Nominierung beim Parteitag der Demokraten wird in der nächsten Woche erwartet.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Cleveland – wo die Gräben der USA aufgehen

    Aus 10vor10 vom 19.7.2016

    Die USA sind gespalten wie seit Jahrzehnten nicht mehr: Rassismus, Polizistenmorde und Terrorismus polarisieren. Exemplarisch zeigt sich die Zerrissenheit in Cleveland, wo die politischen Lager scheinbar unvereinbar aufeinander prallen – und ausgerechnet Trump soll dieses Land einen?

  • Trump fehlt eine seriöse Kampagne

    Aus Echo der Zeit vom 21.6.2016

    Donald Trump hat bis jetzt alle gängigen Regeln gebrochen, die im US-Wahlkampf gelten, und sich damit die republikanische Nomination so gut wie gesichert. Doch jetzt, im Duell mit Hillary Clinton, spürt Trump Gegenwind. Das hat Trump gemerkt und seinen Wahlkampfmanager entlassen.

    Beat Soltermann