Mister Trump geht vielleicht nach Washington

Er wird belächelt und gefürchtet. Und trotzdem: Donald Trump klopft tatsächlich an die Tür des Weissen Hauses. Für den Erbauer und Bewohner von Wolkenkratzern wäre das wohl eher ein bescheidenes Heim. Der Werdegang eines ungewöhnlichen Politikers.

Steckbrief Donald Trump

Name: Donald John Trump
Geburtsdatum: 14. Juni 1946
Geburtsort: New York City, New York
Ehefrau Melania Trump (geb. Knauss, dritte Ehefrau)
Kinder: Ivanka, Tiffany, Barron, Eric, Donald Jr.
Religion: Presbyterianische Kirche (Reformierte Kirche des Protestantismus)
Studium: Bachelor in Wirtschaftswissenschaften
Beruf: Immobilienmakler

Herkunft

Donald John Trump wird am 14. Juni 1946 in New York City geboren. Reichtum und die Neigung zum Immobiliengeschäft wurde ihm quasi in die Wiege gelegt, denn sein Vater war der Immobilien-Tycoon Frederick Trump Jr.

Studium

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Hintergrund zu den US-Wahlen

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Nach der High School studierte Donald Trump Wirtschaftswissenschaften in New York und Philadelphia. Einem Einsatz im Vietnamkrieg konnte er entgehen, weil er begründen konnte, unternehmerisch tätig zu sein. Mit Startkapital seines Vaters ausgerüstet, hat sich Trump bereits zu Studienzeiten selbstständig gemacht. Er sanierte marode Immobilien, um sie dann teuer weiterzuverkaufen.

Immobilien

Seine Geburtsstadt New York City ist die Basis von Trumps Karriere als Unternehmer. 1974 übernimmt er das Immobiliengeschäft seines Vaters und nutzt die schlechte Wirtschaftslage der Stadt, um in Manhattan zahlreiche Immobilien zu bauen. Die Stadt gewährt ihm dafür diverse Steuererleichterungen. Zahlreiche Wolkenkratzer von Trump prägen die Skyline Manhattans: Etwa der Trump Tower, das Trump Building und der Trump World Tower. Der Trump Tower an der Fifth Avenue dient heute als Wohnsitz des 70-Jährigen. Trump International Hotel and Tower gibt es inzwischen in vielen weiteren Städten wie Chicago, Las Vegas und im kanadischen Toronto.

Weitere Tätigkeiten

Der Name Trump prangt längst nicht nur auf Gebäudefassaden, sondern auch auf Parfüm, Textilien und manchmal auch auf Models. Donald Trump nennt eine Modelagentur sein eigen. Auch die Organisation der Miss-Universe- und Miss-USA-Wahlen liegt in den Händen des Immobilien-Moguls.

Trump war auch Besitzer der Fluggesellschaft Trump Shuttle (1992 eingestellt) und Betreiber verschiedener Spielcasinos. Er besass ein American-Football-Team, organisierte ein Profi-Radrennen (die «Tour de Trump») und schrieb als Autor diverse Ratgeber, die meist von wirtschaftlichem Erfolg handeln.

Popstar Trump

Auch in der Popkultur hat Donald Trump Spuren hinterlassen. In zahlreichen Filmen wie «Zoolander» und «Kevin – Allein in New York» hatte er kleine Auftritte. Selbst im Radio brachte er es dank einer eigenen Kommentarsendung zu Popularität.

Sein grösster Erfolg hingegen war die TV-Sendung «The Apprentice» (Der Lehrling), in der er von 2003 bis 2015 als Firmenchef geeignete Kandidaten für sein Unternehmen sucht und feuert. Die Präsidentschaftskandidatur war für Trump dann gleichbedeutend mit dem Ausstieg aus der Serie. All dies hat ihm einen Stern auf dem Walk of Fame in Hollywood eingebracht.

Das Lasterleben eines Filmstars hat Donald Trump übrigens nie geführt. Nach eigenen Angaben konsumiert er weder Alkohol noch Zigaretten. Vermutlich auch, weil sein älterer Bruder Fred 1981 an Alkoholismus starb.

Familie

Donald Trump hat dreimal geheiratet. Von 1977 bis 1992 war er mit der Tschechin Ivana Zelníčková verheiratet. 1993 folgte die zweite Ehe mit der Schauspielerin Marla Maples. 1999 kam es zur Scheidung. Die dritte Ehefrau an seiner Seite ist seit 2005 die Slowenin Melania Knauss.

Trump ist fünffacher Vater. Aus seiner ersten Ehe stammen die Söhne Donald Jr. und Eric sowie seine Tochter Ivanka. Seine zweite Tochter Tiffany stammt aus seiner zweiten Ehe. Mit Ehefrau Melania hat er den gemeinsamen Sohn Barron William.

Politik

Donald Trump polarisiert im aktuellen US-Wahlkampf mit populistischen Parolen. Daraus zu schliessen, er habe schon immer weit rechts gestanden, ist falsch. Sein politischer Werdegang zeigt vielmehr seine politische Vielfalt. Seit 1987 macht Trump politisch von sich reden. Dabei wechselte er mehrfach das politische Lager. Zunächst wurde er Mitglied der Republikanischen Partei. 1999 wechselte er zur Independence Party. Zwei Jahre später liesse er sich bei der Demokratischen Partei registrieren, bis er 2009 bislang endgültig wieder zu den Republikanern wechselte. Mehrmals kokettierte er öffentlich, für das Präsidentenamt kandidieren zu wollen, aber wirklich ernst machte er erst 2015.

Präsidentschaftskandidatur

«Make America great again»: Mit diesem Ausspruch von Ronald Reagan kündigte Donald Trump im Juni 2015 seine Kandidatur für den republikanischen Präsidentschaftswahlkampf an.

Der Wahlkampf ist von Anfang an gekennzeichnet durch Polarisierung. Dabei brüskiert er nicht nur das liberale Amerika, auch seine eigene Partei liegt häufig über Kreuz mit ihm.

Seinen Vorwahlsiege haben jedoch unterstrichen, dass er bei grossen Teilen der republikanischen Wähler den richtigen Nerv getroffen hat. Nach und nach warf er die hochgehandelten Kandidaten Jeb Bush, Ted Cruz und Marco Rubio aus dem Rennen und sicherte sich die Mehrzahl der Delegiertenstimmen.

Die Partei konnte das Votum der Delegierten schlussendlich nicht mehr ignorieren, obwohl die Umfragewerte Trumps vor der Convention immer schlechter wurden. Und so strebt Donald Trump seinen Wolkenkratzern nach – immer höher. Ob er jedoch ganz oben ankommen wird, hängt nicht zuletzt von Hillary Clinton ab. Ganz nebenbei müsste er sich von seinem geliebten Trump Tower verabschiedenn und mit einem «kleinen» Weissen Haus Vorlieb nehmen.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Republikanische Partei gespalten

    Aus Tagesschau vom 19.7.2016

    Am Parteitag der Republikaner kam es zudem zu Aufruhr innerhalb der Partei. Eine Gruppe von Delegierten verlangte eine offene Abstimmung, um ihrer Opposition gegen Trump Ausdruck zu verleihen. Doch der Parteivorsitz blockte diese ab.

  • Parteitag der Republikaner in Cleveland

    Aus Tagesschau vom 18.7.2016

    Der Parteitag der Republikaner ist dieses Jahr kein Riesenfest von Einigkeit, denn Donald Trump spaltet die Geister. Viele der Republikaner-Schwergewichte bleiben der Veranstaltung fern. Einschätzungen dazu von SRF-Korrespondent Peter Düggeli in Washington.

  • Fokus: Sanders und Trump profitieren vom Wählerfrust

    Aus 10vor10 vom 8.6.2016

    Nun lässt sich Bilanz ziehen über die Vorwahlen zu den US-Präsidentschaftswahlen. Da dominierte in erster Linie der Wählerfrust. Donald Trump und Bernie Sanders wurden getragen von einer breiten Unzufriedenheit mit dem Status quo. USA-Korrespondent Peter Düggeli analysiert die Lage.