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Trump kündigt Klimaabkommen Kann China sich nun als Saubermann aufspielen?

Legende: Audio Was bedeutet der US-Ausstieg für China? abspielen. Laufzeit 4:01 Minuten.
4:01 min, aus SRF 4 News aktuell vom 02.06.2017.

Wenn China heute Bedauern über die Kündigung des Klimaabkommens durch die USA äussert, ist das für den früheren SRF-Ostasien-Korrespondenten Urs Morf nur teilweise ehrlich gemeint. Denn insgeheim habe das Land schon fast gehofft, dass Donald Trump diesen Schritt vollziehe: «Das gibt den Chinesen eine gute Gelegenheit, sich als Staat zu profilieren, der seine Verantwortung eben wahrnimmt», sagt Morf.

Selbst schon einiges gemacht

Es werde aber sehr schwierig für das Land, dieser Rolle auch wirklich gerecht zu werden, so Morf weiter. Trotzdem sei zu konstatieren, dass China in den letzten zwei, drei Jahren bei der Umstellung auf saubere Energien und der Reduktion der Klimaschadstoffe tatsächlich grosse Fortschritte gemacht habe. Viel grössere, als Experten je erwartet hätten.

Verlässlicher Partner beim Klima ...

Das allerdings auch aus eigenem Interesse, denn die Umweltprobleme des Landes seien immens. Und China halte sich im Allgemeinen genau an Abmachungen, die es habe mitgestalten können – wie eben das Klimaabkommen. In der Klimapolitik sei das Land deshalb ein verlässlicher Partner, ebenso bei Handel und Wirtschaft.

... doch es geht um mehr

China habe aber nicht nur die Umwelt und das Klima vor Augen. Es gehe ganz klar auch darum, als führende Weltmacht aufzutreten. «Dank Trump konnte sich Chinas Ministerpräsident Li Keqiang am Weltwirtschaftsforum in Davos ja schon profilieren als grosser Verteidiger des globalen Freihandels.» Und jetzt bekomme das Land auch noch die Chance, «sich als Saubermann der Welt aufzuspielen» in der Klimapolitik.

Urs Morf

Porträt Urs Morf

Urs Morf war von 2008 bis 2015 vollamtlicher SRF-Korrespondent für Ostasien. Davor war er lange Jahre für die «Neue Zürcher Zeitung» tätig und berichtete anfangs aus China und später aus der gesamten Region Ostasien. Morf lebt in Bangkok.

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29 Kommentare

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  • Kommentar von D. Zeller (jaro)
    Es ist immer lustig zu sehen wie viele "Experten" sich in diesem Forum tummeln. Vielleicht gibt es einzele darunter, aber die meisten Kommentare schreiben ja nur dasselbe, was sie in den Medien seit Jahren hören. Manchmal habe ich den Eindruck, dass es sich eher um Gläubige, um Mediengläubige handelt, die sich hier bemerkbar machen, die alles glauben, was ihnen aufgetischt wurde. Es gibt relativ selten richtig reflektierte Kommentare zu lesen. Dies gilt jeweils auf beiden Seiten.
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  • Kommentar von Heinz Biedermann (Heinz)
    Stellen sie sich eine Stadt wie Peking bei uns im Mittelland vor. Leben mit unserem Standart, unseren Autos und allen bequemen Sachen wie Kühlschränken etc. Dazu eine tolle Inversionslage mit einer dicken Nebeldecke. Wir würden wohl keine 10 Meter mehr weit sehen und vor Abgasen und Luftverschmutzung husten und keuchen. Wahrscheinlich würden wir als Flüchtlinge übers Mittelmeer das Heil an einem anderen Ort suchen weil hier vor lauter Schmutz und Gestank das Leben nicht mehr lebenswer wäre.
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    1. Antwort von Franz Huber (R.)
      Wir müssen uns das gar nicht vorstellen. Wir können nur nach China schauen und schon ist alles klar. Wahrscheinlich sind wir noch Schuld an der desolaten Umwelt Situation in den meisten chinesischen Städten. Logo müssen sie dort was tun, bevor ihnen die Leute auf der Strasse Tod umfallen. Wenn wir als Flüchtlinge übers Mittelmeer nach Afrika kämen würden wir direkt an der Küste abgeschossen werden. Nix Abhol Taxidienst wie das unser europäischer "Grenzschutz" macht.
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  • Kommentar von M. Kaiser (Klarsicht)
    Diese Klimahysterie ist völlig überflüssig und reine Geldmache ! Seit Jahrtausenden hat einzig die Flora und Fauna mit Hauptfaktor Sonne das Klima der Erde bestimmt und in Zeitabschnitten Erderwärmungen und Eiszeiten erzeugt. Da hat nie ein Mensch je das Klima beeinflussen können ! Aber das Gehirn der Menschen ist schon seit Jahren mit dem Mister Propper der Klimahysteriker gewaschen worden .
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    1. Antwort von N Seiler (Seiler)
      Einfach nur peinlich wer mit einem solchen Argumenten solche Behauptungen in die Welt setzt.
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    2. Antwort von Joel Busch (Joel)
      Sie sagen Hauptfaktor Sonne als wäre das nicht die Grundlage sämtlicher echter Klimamodelle. Der Teibhauseffekt macht ja auch nichts anderes als den Anteil der Energie die wir von der Sonneneinstrahlung einfangen (respektive nicht wegreflektieren) zu erhöhen.
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    3. Antwort von E. Waeden (E. W.)
      Nur haben sich Erderwärmungen noch im Rahmen gehalten & hat Flora & Fauna nicht so geschadet wie heute. Klar, Naturkatastrophen hat es schon immer gegeben, aber eben noch nie so viele wie heute. Es macht eben schon einen Unterschied, ob nur einige wenige Menschen diesen Planeten besiedeln, oder es wie heute 8 Mia. sind. Und durch die Zubetonierung für immer mehr Menschen steigen eben auch die Temparaturen an. Nachgewiesen ist, dass es in Grossstädten immer ca. 2 Grad wärmer ist.
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