Zum Inhalt springen

Header

Audio
Grosse Verunsicherung am Sicherheitsgipfel
Aus HeuteMorgen vom 18.02.2017.
abspielen. Laufzeit 1 Minute 41 Sekunden.
Inhalt

Münchner Sicherheitskonferenz Katerstimmung am Gipfeltreffen

Ganz offen ist diesmal am wichtigsten Sicherheitsgipfel vom Ende der westlichen Dominanz die Rede. Lösungen sind rar.

Fast 30 Staats- und Regierungschefs und über 80 Minister sind dieses Wochenende im Hotel Bayerischer Hof in München versammelt. Zumindest unter vielen westlichen Regierungschefs herrscht Unsicherheit, bei manchen gar eine richtige Katerstimmung. So schlecht war die Stimmung auf der Münchner Sicherheitskonferenz, dem weltweit wichtigsten sicherheitspolitischen Gipfeltreffen, schon sehr lange nicht mehr:

Trump, Brexit, Migrationskrise, Terrorismus... die Gründe sind zahlreich. Für die grossen Probleme Europas auf der Welt fehlen die Lösungen, ja selbst Lösungsansätze. Der neue US-Präsident sorgt wegen seiner Unberechenbarkeit erst recht für hochgradige Irritation.

Senator McCain mit düsterer Analyse

Der einflussreiche republikanische US-Senator John McCain sagt, man müsse sich zurzeit allen Ernstes die Frage nach dem möglichen Untergang der westlichen Welt- und Werteordnung stellen. Er gibt zu, dass die neue US-Regierung in mancherlei Hinsicht im Chaos sei. Auch militärisch sei sein Land weit schwächer als es sein sollte. Dennoch bittet er darum, die USA nicht gleich abzuschreiben.

Eine düstere Analyse jagt die nächste. Bis der britische Aussenminister Boris Johnson, zynisch wie meistens, meint, er sei zuversichtlich, was die neue Trump-Regierung betreffe. Denn er habe ja gar keine andere Wahl.

Worauf der ukrainische Präsident Petro Poroschenko ergänzt, er könnte sein im Krieg befindliches Land unmöglich regieren, wäre er nicht trotz allem Optimist.

Ein gelassenes Wort aus China

Wirklich selbstbewusst trat einzig Chinas Aussenminister Wang Yi auf. Er las dem Westen richtiggehend die Leviten, etwa bezüglich Nordkorea-Krise oder Globalisierung. Die Geschichte lehre einen, dass es halt immer Nationen im Aufstieg gebe, während sich andere im Niedergang befänden, meinte er abschliessend.

Wen er zur einen und wen zur andern Kategorie zählte, musste Wang Yi gar nicht erst erwähnen.

Fredy Gsteiger

Box aufklappen Box zuklappen
Portrait von Fredy Gsteiger

Der diplomatische Korrespondent ist stellvertretender Chefredaktor bei Radio SRF. Vor seiner Radiotätigkeit war er Auslandredaktor beim «St.Galler Tagblatt», Nahost-Redaktor und Paris-Korrespondent der «Zeit» und Chefredaktor der «Weltwoche».

Jederzeit top informiert!
Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden.
Schliessen

Jederzeit top informiert!

Erhalten Sie alle News-Highlights direkt per Browser-Push und bleiben Sie immer auf dem Laufenden. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

Meistgelesene Artikel

Nach links scrollen Nach rechts scrollen

27 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen
  • Kommentar von heinz stalder  (Paschu)
    Lawrow "Wir wollen friedliche Beziehungen, auch zu den USA: Und wie sehen die Beziehungen zu den USA aus? Wir brauchen pragmatische Beziehungen. Wir brauchen internationale Stabilität. Wir waren nie direkt im Konflikt miteinander. Wir hatten sehr viel mehr gemeinsam in der Vergangenheit, als es Auseinandersetzungen gab. Wir haben die Vereinigten Staaten unterstützt und es ist in unserem gemeinsamen Interesse die amerikanisch-russischen Beziehungen weiter zu stärken. Ps. Es gibt zu wenig zeilen
  • Kommentar von heinz stalder  (Paschu)
    Lawrow auf Sicherheitskonferenz:" Zeit ist reif für neue Weltordnung zum Wohle aller. Millionen Sowjetbürger haben für die Freiheit Europas ihr Leben gelassen. Wir wollen ein freies Europa sehen, dass in internationalen Fragen unabhängig agiert. Wir hoffen darauf, dass in Zukunft vorsichtig agiert wird. Tatsächlich hat die EU aber nach wie vor nicht die Stärke gefunden, eine unabhängige Politik gegenüber Russland zu verfolgen. Der gesunde Menschenverstand wird für russophobe Elemente geopfert."
    1. Antwort von Eva Wädensweiler  (E. W.)
      Das stimmt auch, was Lawrow sagt. Über 7 Mio. Russen haben im 2. WK nicht nur für Russland, sondern auf für ein freies Europa ihr Leben lassen müssen. Fakt ist, dass es dieses heutige, freie Europa ohne Russen gar nicht gäbe. Die Amis erst 1944 in den Krieg eingegriffen, waren die Russen von Anfang an, also ab 1939 davon betroffen. Europa sollte also gegenüber Russland dankbarer sein. Zu ehem. Verbündeten ist man freundlich & baut keine Drohkulissen gegen sie auf.
  • Kommentar von Hans Bernoulli  (H.Bernoulli)
    Die Welt könnte ein friedliches Paradies sein, wenn die Menschen damit zufrieden sein könnten mit dem, was sie erhalten als Dank für ihr Wirken in der Welt. Und da es mehr als genügend zu verteilen gibt, könnten sich alle reichlich beschenken. Das Gegenteil geschieht: man gönnt den anderen nichts. Ein feudales Verteilungssystem führt zur Vermögensakkumulation in wenigen Händen. Chaos, Elend und letztlich Krieg ist die logische Abfolge dieser Entwicklung.