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International Keine getrennten Busse für Israelis und Palästinenser

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat eine umstrittene Trennungs-Vorschrift nach scharfer Kritik aus dem In- und Ausland aufgehoben.

Israelische Soldaten vor einem öffentlichen Bus.
Legende: Die öffentlichen Busse werden an der Grenze scharf kontrolliert. Reuters

Palästinensische Arbeiter dürfen weiterhin in denselben Bussen ins Westjordanland fahren wie Israelis. Der israelische Regierungs-Chef Benjamin Netanjahu hat eine entsprechende Trennungs-Vorschrift nach heftiger Kritik nur wenige Stunden nach der Einführung wieder eingefroren.

Wenige Stunden vor einem Treffen mit der EU-Aussenbeauftragten Federica Mogherini ordnete er nach einem Gespräch mit dem Verteidigungsminister an, die Vorschrift nicht anzuwenden. Die Vorschriften hätten versuchsweise für drei Monate gelten sollten.

Zwei Stunden längere Reisezeit

Neben getrennten Bussen hatten die Reisebeschränkungen zudem vorgesehen, dass die palästinensischen Pendler aus dem Westjordanland bei der Rückkehr aus Israel künftig dieselbe Militärsperre passieren wie bei der Ausfahrt. Bisher konnten sie frei zwischen verschiedenen Übergängen wählen.

Sie dürften auch keine regulären israelischen Buslinien mehr verwenden, die ins Westjordanland führen. Die neuen Beschränkungen hätten die Reisezeiten für Berufspendler um rund zwei Stunden verlängert, schrieb die israelische Zeitung «Haaretz».

Etwa 50'000 Pendler täglich

Die Regelungen hatten der Regierung den Vorwurf des Rassismus eingebracht. Menschenrechtsorganisationen wollten die Anweisungen vor dem Höchsten Gericht in Jerusalem anfechten.

Getrennte Busse für Juden und Araber sind eine Forderung des israelischen Siedlerrats. Als Begründung nennen die Siedler Sicherheitsbedenken und die Sorge vor Anschlägen. Nach Angaben der palästinensischen Gewerkschaft haben 45'000 bis 50'000 Palästinenser aus dem Westjordanland eine Arbeitserlaubnis für Israel. Noch einmal dieselbe Anzahl von ihnen arbeite dort schwarz.

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16 Kommentare

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  • Kommentar von B. Kerzenmacher, Frauenfeld
    Der israelische Staat hat für die Sicherheit seiner Bürger zu sorgen, ob nun Christen, Drusen, Juden oder Araber. Da der Hass bei den Palästinensern tief verankert ist, wäre die Massnahme gerechtfertigt. Manchmal ist es besser, verfeidete Bevölkerungsgruppen gehen sich aus dem Weg. Entsprechende Meldungen über Messerattaken in den Pendlerbussen von Palästinensern auf Juden sind allgemein bekannt. Messerattaken von Juden auf Palästinenser hat es in den Bussen allerdings noch nicht gegeben.
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  • Kommentar von N. Buonaparte, Thurgau
    Nun, das ändert auch nichts daran, dass Segregation in Israel, respektive den unrechtmäßig besetzten Gebiete längst Alltag ist. Wann wird dieser Staat endlich angemessen boykottiert?!
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    1. Antwort von Erwin Jenni, Ottikon
      @Buonaparte: Na, dann beginnen sie mit dem Boykott, indem sie zuerst ihr Handy wegschmeissen, hinterher ihren PC entsorgen und sämtliche Elektronik aus ihrem Auto entfernen. Das alles ist Made in Israel. Apropos Boykott: Über 200 000 Pal. arbeiten bei israelischen Firmen in der Westbank. Denen schadet ein Boykott vermutlich am meisten. Vielleicht mal zuerst nachdenken und das Wort "Boykott" angemessen verwenden!
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    2. Antwort von Jens Brügger, Schaffhausen
      Komisch das überall "Made in China" draufsteht. Ich wusste nicht, dass China und Israel jetzt ein Land sind.
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    3. Antwort von Erwin Jenni, Ottikon
      @Brügger: Ja, Herr Brügger, da staunen sie. Israel produziert nicht nur Jaffa Orangen, sondern vorallem IT-Produkte und Software wie Steuersysteme für Autos oder Prozessoren (Intel) für PC's und neuste Handytechnologie. (Apple & Microsoft haben grosse Entwicklungszentren in Tel Aviv). Israel war eines der ersten Länder mit einem funktionierenden Handynetz. Schade, dass sie davon nichts wussten.
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    4. Antwort von Stefan Buso, Frauenfeld
      @jenni: nicht zu vergessen, israel ist auch der drittgrösste waffenexporteur der welt! Sie entwickeln waffen, testen diese bei jeder sich bietenden gelegenheit in gaza und bringen diese dann auf den markt. Aber ist ja klar dass Sie lieber jaffa orangen erwähnen..
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  • Kommentar von Stefan Buso, Frauenfeld
    Ein weiterer trauriger Beweis dafür dass Israel ein Apartheidstaat ist und auf ganzer Linie im Unrecht! Wie lange schaut die Welt noch zu..?
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    1. Antwort von Erwin Jenni, Ottikon
      @Buso: So, so und wer ist denn im Recht ihrer Meinung nach? Waren sie je in Israel und sassen dort in einem Bus? Wohl kaum. Woher nehmen sie denn die Gewissheit, dass Israel ein Apartheitsstaat ist? Es gibt kaum ein Land auf der Welt, wo mehr Volksgruppen und Menschen verschiedener Religionen, auf so engem Raum miteinander zusammenleben als Israel! Aber eben, die Israelis lieben das Leben mehr als den Tod! Können sie das verstehen?
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    2. Antwort von Juha Stump, Zürich
      Nur eine kleine Info: Auch wenn das heute bestritten wird - auch hier im Forum von weissen Südafrikanern, die sich gern ebenfalls als Apartheid-Opfer darstellen -, die Apartheid in SA lief nicht streng nach dem Schema Weiss-Schwarz-Farbig. Es gab auch Schwarze, die davon profitierten, vor allem die Zulus, weil sie weiter ihr "Königreich" behalten durften. Zudem gab es auch schwarze Armee-Offiziere und weisse ANC-Kämpfer. - Israel gleich Südafrika? Ein Blödsinn sondergleichen.
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